«Cyberbunker»-Prozess in Trier: Angeklagter «Manager» sagt weiter aus

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Polizisten sichern das Gelände eines ehemaligen Bundeswehr-Bunkers. Foto: Thomas Frey / dpa-Archiv

TRIER. In einem der bundesweit größten Cybercrime-Prozesse wird am heutigen Donnerstag die weitere Aussage eines der mutmaßlichen Hauptorganisatoren eines illegalen Rechenzentrums erwartet. Die Anklage bezeichnet den 50-jährigen Niederländer in dem Prozess am Landgericht Trier als eine «Art Manager» in dem alten Bunker an der Mosel, in dem über Hunderte Server kriminelle Geschäfte im Darknet gelaufen sein sollen. Der Angeklagte habe dort die Arbeit verteilt.

Bereits am vergangenen Montag hatte der Niederländer sehr ausführlich über seine erste Zeit in der Anlage bei Traben-Trarbach berichtet. Zunächst schilderte er seine Begeisterung bei seinen ersten Besuchen: «Es schien mir fast so, als würde hier ein Mini-Silicon-Valley entstehen.» Von illegalen Aktivitäten sprach er nicht, sondern von einem fünfstöckigen beeindruckenden Rechenzentrum mit Servern für Internetseiten, also einem Ort, «wo die Websites wohnen».

Die Staatsanwaltschaft wirft den insgesamt acht Angeklagten Beihilfe zu rund 250 000 Straftaten vor, darunter millionenschwere Drogendeals, Datenhehlerei, Computerangriffe, Falschgeldgeschäfte und Mordaufträge. Hunderte Polizisten hatten den «Cyberbunker» vor gut einem Jahr ausgehoben.

Angeklagt sind in Trier vier Niederländer, drei Deutsche und ein Bulgare. Sie sollen die illegalen Webseiten gehostet und so Beihilfe zu den von ihren Kunden begangenen Straftaten geleistet haben. Laut der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz ist es ein einmaliger Prozess, begonnen am 19. Oktober und terminiert bis Ende 2021. Erstmals in Deutschland stehen mutmaßliche Betreiber krimineller Plattformen im Darknet vor Gericht.

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