Weitere Corona-Regeln werden in Rheinland-Pfalz gelockert

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Foto: dpa-Archiv

MAINZ/TRIER. An diesem Mittwoch bringt die mittlerweile neunte Corona-Verordnung in Rheinland-Pfalz zahlreiche weitere Lockerungen in unterschiedlichen Lebensbereichen. Viele dürften sich freuen, Kritik kommt aber vom Erotikgewerbe. Unterdessen wurden an mehreren Schulen des Landes Coronafälle festgestellt. Die Themen im Überblick:

LOCKERUNGEN – Gute Nachrichten für Touristen, Kneipengänger und Wellnessfans: Von diesem Mittwoch an greifen mehr Lockerungen in der Corona-Pandemie. Treffen mit bis zu zehn Menschen sind dann in der Öffentlichkeit wieder drin. Bordelle bleiben entgegen der ursprünglichen Planung aber weiter dicht.

KRITIK – Der Unternehmerverband Erotikgewerbe Deutschland hat die in Rheinland-Pfalz kurzfristig gestoppte Wiedereröffnung von Bordellen scharf kritisiert. Präsident Holger Rettig sprach am Dienstag in Hannover von vermutlich über 1000 Sexarbeiterinnen, die sich größtenteils im Ausland auf den Weg gemacht hätten. Das hätten Rückmeldungen aus Betrieben gezeigt. Viele hätten monatelang keine Einkünfte gehabt und seien praktisch mit dem letzten Geld los gereist. Nun könnten sie Betriebe hierzulande nicht aufnehmen.

SCHULEN – In Rheinland-Pfalz gibt es an mehreren Schulen bestätigte Coronafälle bei Schülern: Der Schulaufsicht bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier seien derzeit sieben Schulen mit zehn bestätigten Fällen (Stand Dienstagvormittag) bekannt, teilte die Behörde auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. An insgesamt 19 Schulen gebe es Verdachtsfälle. Aktuell sei keine Schule im Land wegen Covid-19 von den Gesundheitsämtern geschlossen worden. Es gebe aber Quarantänemaßnahmen für Schüler und Lehrer.

NEUE ZAHLEN – In Rheinland-Pfalz sind innerhalb von 24 Stunden 21 neue Corona-Fälle hinzugekommen. Damit lag die Gesamtzahl der seit Beginn der Pandemie im Bundesland mit dem Erreger Sars-CoV-2 infizierten Menschen am Dienstag bei 6798 (Stand: 10.00 Uhr), wie das Gesundheitsministerium in Mainz mitteilte. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um einen Fall auf 231. Aktuell gibt es offiziell 213 Infizierte im Bundesland, 6354 gelten als genesen. Die Landeshauptstadt Mainz kommt mit 659 auf die meisten Infizierten seit Beginn der Pandemie, dahinter liegt der Kreis Mainz-Bingen mit 429.

ABSTAND – Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) ist für ein Ende der Abstandsregel an Schulen. Mit Abstand könnten nur halbe oder noch kleinere Klassen unterrichtet werden, sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz am Dienstag im RBB-Inforadio. Räume und Personen würden knapp. Dabei seien die Infektionszahlen anders als noch vor zwei Monaten gering. „Und deshalb ist es für uns wichtig, von dieser Abstandsregel wegzukommen, damit wir wieder im normalen Klassenverband unterrichten können“, sagte Hubig. Die Kinder und Jugendlichen hätten ein Recht darauf, in die Schule zu kommen und miteinander zu lernen.

PFLEGE – Nicht nur das Alter der Pflegebedürftigen steigt, sondern auch das des Pflegepersonals und damit die Zahl der Krankheitstage. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der AOK-Versicherten in den Pflegeberufen waren 2019 mindestens einmal krankgeschrieben. „Das sind 9,1 Prozent mehr als bei allen AOK-Versicherten in Rheinland-Pfalz und dem Saarland“, sagte der Sprecher der Krankenkasse, Jan Rößler, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.

1 KOMMENTAR

  1. Frage: Einkauf von nur einem Päckchen Schrauben im Baumarkt. Mundschutz, Abstand o.k. MUSS man dann noch zusätzlich einen Einkaufwagen als Abstandshalter nehmen?
    Danke für eine Rückmeldung

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