Corona bringt Autohandel 610 Millionen Euro Umsatzeinbußen

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Foto: dpa-Archiv

BAD KREUZNACH. Der Autohandel in Rheinland-Pfalz muss nach Einschätzung des Kraftfahrzeuggewerbes wegen der Corona-Pandemie mit einem Umsatzminus von mehr als einer halbe Milliarde Euro rechnen. Wegen des Lockdowns seien im März und April im Vergleich zum Vorjahr 610 Millionen Euro an Umsatz verloren gegangen, teilte der Verband am Donnerstag in Bad Kreuznach mit. «Dabei ist das ebenfalls schleppend verlaufene Werkstattgeschäft noch gar nicht einberechnet», sagte der Geschäftsführer des Kfz-Landesverbands, Jens Bleutge. «Die Kfz-Betriebe werden lange brauchen, um diese Krise zu verkraften.»

Daher müsse auf Bundesebene schnell eine Entscheidung zur Kaufprämie getroffen werden. Zudem müssten die Autos schneller ab und angemeldet werden können. «Manchmal dauert es zwei Wochen, bis Zulassungsvorgänge abgeschlossen sind. Der Kunde bezahlt aber in der Regel erst, wenn sein Auto auf ihn zugelassen ist.» Das könne zu «gefährlichen Liquiditätsengpässen bei den Kfz-Betrieben führen».

Im März und April seien rund 11 500 Autos weniger neu zugelassen worden als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dies entspreche einem Minus von 45,8 Prozent. Bei einem durchschnittlichen Neuwagenpreis von 33 600 Euro ergebe dies eine Umsatzeinbuße von etwas mehr als 387 Millionen Euro.

Im Gebrauchtwagenmarkt sei die Zahl der Besitzumschreibungen in diesem Zeitraum um 23 158 oder 33,2 Prozent zurückgegangen. Angesichts eines Anteils der Unternehmen von gut zwei Dritteln am Gebrauchtwagenmarkt und einem durchschnittlichen Gebrauchtwagenpreises von etwa 14 400 Euro ergebe sich ein Umsatzminus von knapp 223 Millionen Euro. «So kommt insgesamt der Umsatzverlust im Handelsgeschäft von 610 Millionen Euro zustande.»

Im Kfz-Gewerbe Rheinland-Pfalz sind die 14 Kfz-Innungen organisiert. Sie vertreten insgesamt etwa 1800 Kfz-Betriebe.

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