Hotels dürfen öffnen: Dehoga fürchtet großes Defizit

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Foto: dpa-Archiv

Nach den Gaststätten gehen die Hotels in Rheinland-Pfalz wieder an den Start – unter bestimmten Regeln. Andere Branchen müssen warten.

Rund zwei Monate nach den ersten Maßnahmen wegen der Ausbreitung des Coronavirus in Rheinland-Pfalz werden am heutigen Montag weitere Regelungen gelockert. Nach den Gaststätten dürfen die Hotels im Bundesland wieder öffnen – unter Auflagen. Auch Ferienhäuser und Jugendherbergen haben nun eine Perspektive. Jeder Betrieb müsse überlegen, wann sich eine Öffnung lohne, sagte Dehoga-Landeschef Gereon Haumann. Viele der rund 4000 Betriebe würden erst am Mittwoch oder Donnerstag zum Christi-Himmelfahrt-Wochenende an den Start gehen – andere noch eine gute Woche später zu Pfingsten.

Um mögliche Infektionsketten nachzuvollziehen, müssen Hotels die Kontaktdaten aller Gäste erfassen – also Name, Vorname, Anschrift und Telefonnummer. Dies bedeutet nach Darstellung von Haumann keinen Mehraufwand für die Hotels – sie müssten schon aus steuerlichen Gründen Meldebescheinigungen ohnehin aufheben. Gäste müssen vor dem Betreten des Hotels sowie des Restaurants die Hände desinfizieren. Auf den Wegen im Hotel ist ein Mund-Nasen-Schutz Pflicht. «Die Laufwege können sich kreuzen», begründet Haumann die Maskenpflicht.

Der Dehoga-Landeschef spricht von einem Defizit der Branche zwischen Mitte März und Mitte Mai in Höhe von zwei Milliarden Euro. Die knapp vier Milliarden Euro, die im zweiten Halbjahr zuletzt umgesetzt worden seien, würden auch bei weitem nicht erreicht werden. «Wir haben erhebliche Einbrüche zu verzeichnen», meinte Haumann.

In Zukunft sollen unter anderem öffnen dürfen: Theater, Freibäder, Kinos und Fitnessstudios (27. Mai) sowie Hallenbäder, Saunen und Freizeitparks (10. Juni). Veranstaltungen mit bis zu 100 Menschen sind ab 27. Mai draußen wieder möglich – unter Einhaltung der Abstandsregeln. Innen können Veranstaltungen ab dem 10. Juni mit bis zu 75 Menschen organisiert werden. Vorerst weiter untersagt sind unter anderem Volksfeste, geschlossen bleiben etwa Diskotheken.

CDU-Landtagsfraktionschef Christian Baldauf forderte unterdessen Coronavirus-Tests auch für symptomfreie Erzieherinnen und Erzieher in der Kita-Notbetreuung. «Nur mit regelmäßigen Tests können potenzielle Ausbreitungsherde in den Kitas schnell und effektiv erkannt werden», sagte der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl. Baldauf erinnerte daran, dass am Mittwoch (20. Mai) die Leitlinien für die Öffnung der Kitas im Bundesland vorgestellt werden. «Es muss Bestandteil dieser Leitlinien sein, dass Erzieherinnen und Erzieher in der Notbetreuung an den Kitas regelmäßig auf das Coronavirus getestet werden.»

Die Zahl der nachweislich mit dem Corona-Virus infizierten Menschen in Rheinland-Pfalz ist auf 6486 gestiegen. Wie das Sozialministerium am Sonntag (Stand 11.10 Uhr) in Mainz mitteilte, bedeutet dies ein Plus von 41 Fällen im Vergleich zum Vortag. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Verbindung gebracht werden, liegt demnach bei 217 – einer mehr als am Vortag. Aktuell sind laut Ministerium 438 Menschen im Bundesland mit dem Virus infiziert. (dpa)

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