Fehlerdiagnose am Kfz: Defekte selbst erkennen und so größeren Schäden vorbeugen

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Worst-Case Motorschaden: Winzigste Defekte berücksichtigen!

Bildquelle: Pixabay.com © davidjewiss CCO Public Domain

Defekte am Fahrzeug gibt es in kleiner und großer Form. Doch sämtliche Defekte sind ernst zu nehmen! Defekte am Fahrzeug haben das Potenzial, lediglich Unannehmlichkeiten zu verursachen oder aber für große Schäden zu sorgen. Zu einem der schlimmsten Fälle gehört zweifelsohne der Defekt des Motors, der am Ende gar zu einem Verkauf des Fahrzeugs bei einem geringen Erlös führen kann. Ob klein oder groß: Durch das Erkennen von Defekten wird größeren Schäden vorgebeugt, wovon das Kfz und der Geldbeutel gleichermaßen profitieren.

Für den Fahrkomfort: Stoßdämpfer und Klimaanlage
Den Anfang macht der Aspekt des Fahrkomforts: Häufig unterschätzt ist in diesem Hinblick die Rolle der Stoßdämpfer. Diese sind dafür verantwortlich, die Erschütterungen abzufangen, denen das Auto ausgesetzt ist. Eine Schädigung der Stoßdämpfer macht sich bemerkbar durch ein verändertes Fahrgefühl, wobei sich die einzelnen Unebenheiten von Straßen deutlich spüren lassen. Zu Zeiten gestiegener Motorleistungen gewinnt es an Bedeutung, sogar auf marginale Veränderungen des Fahrgefühls zu achten, da häufig die Stoßdämpfer in Mitleidenschaft gezogen sein können. Im Falle eines ausbleibenden Stoßdämpferwechsels tut sich das Risiko auf, dass das Fahrwerk ernsthafte Schäden erleidet. Dementsprechend ist ein rechtzeitiger Stoßdämpferwechsel nicht nur im Sinne des Fahrkomforts sinnvoll, sondern vor allem auch zur Vorbeugung größerer Schäden.

Bei der Klimaanlage wiederum kommen durch häufige Nutzung im Sommer Möglichkeiten für Defekte auf, die z.B. den Klimakompressor betreffen. Doch ebenso kann der Klimakompressor bei seltener Nutzung kaputtgehen. Das Fahrzeug ist dadurch zwar nicht gefährdet, doch die Klimaanlage kühlt zunehmend schlechter.

Mögliche Ursachen für defekte Klimakompressoren:
– Kühlsystem enthält Späne
– Magnetkupplung schaltet den Kompressor nicht ein
– Antriebswelle hat Schaden erlitten

Was auch immer es ist: Eile erfordert es zwar nicht. Doch bei sengender Hitze im Sommer in einem ungekühlten Auto zu fahren, mindert den Komfort erheblich und kann sogar gefährlich werden. In Anbetracht der Tatsache, dass es in Autos bis zu 70°C heiß werden und in Einzelfällen sogar darüber hinaus gehen kann, ist somit Vorsicht geboten. Personen mit schwachem Kreislauf, ebenso aber Kinder und Haustiere, sind besonders anfällig, wenn die Klimaanlage nicht funktioniert.

Für die Sicherheit: Blinker und Bremsen

Als erhebliche Faktoren, die die Sicherheit im Verkehr ausmachen, dürften aus der Fahrschule noch Blinker und Bremsen bestens bekannt sein. Defekte bei beiden Komponenten des Wagens sind potenzielle Unfallursachen. Dabei muss eingestanden werden, dass der Blinker noch das geringere Problem ist und allem voran Defekte von Bremsen das Höchstrisiko im Verkehr darstellen.

Defekte am Blinker lassen sich bereits mit einfachen Grundregeln ausmachen:

– Prüfen: Bei dem Verdacht auf Defekt lässt sich durch Nachschauen überprüfen, ob der Blinker funktioniert.
– Schnelle Kontrolllampe: Sollte die Kontrolllampe bei Betätigung des Blinkers schnell blinken, ist dies ein Zeichen für einen Defekt.
– Töne: Falls das Geräusch beim Blinken mit kürzeren bzw. schnelleren Intervallen erfolgt, ist der Verdacht auf einen Defekt des Blinkers ebenfalls berechtigt.

Nachdem ein Defekt festgestellt wurde, ist dieser der Sicherheit wegen umgehend zu beheben. Neben der Sicherheit dürften auch die drohenden Bußgelder und unter Umständen sonstige auferlegte Strafen reichlich genug abschrecken, um zu einer Behebung des Defekts zu animieren.

Was die Bremsen angeht, so tun sich an mehreren Stellen potenzielle Defekte auf:

– Bremsbeläge
– Bremsflüssigkeit
– Bremsscheiben

Nachlassende Bremswirkungen sind ein klares Indiz für einen unzureichenden Restbelag. Ebenso ist ein Quietschen beim Bremsen ein Zeichen für Probleme mit dem Bremsbelag.
Lecks im Bremssystem sind Gründe für ein Austreten der Bremsflüssigkeit. Ohne Bremsflüssigkeit wird es für das System zunehmend schwerer, einen Druckaufbau zu erzeugen, was mit einer geminderten und schlimmstenfalls sogar komplett ausbleibenden Bremswirkung einhergeht. Anzeichen hierfür sind ein Ziehen des Autos zu einer bestimmten Seite beim Bremsvorgang, ungewohnt schwere Betätigung des Pedals sowie Warnlampen, die es in modernen Autos speziell für das Bremssystem gibt.#

Tipp: Vorsicht bei Waschstraßen! Es zeigte sich jüngst, dass Schäden auch in der Waschstraße auftreten können, wenn das eigene Auto nicht im Betrieb ist. Hier ist es immer anzuraten, vorab die Regeln der jeweiligen Waschstraße durchzulesen. So muss bei manchen Anlagen beispielsweise die Antenne abgeschraubt werden, während sie bei anderen am Fahrzeug bleiben darf.

Gegen den Totalausfall: Motorschaden erkennen und rechtzeitig reagieren!

Während bei den meisten Schäden eine Reparatur des Wagens noch möglich ist, verhält sich dies bei Motorschäden anders. Hier stellt sich die Frage nach der Art des Schadens und, ob durch den Defekt bereits andere Teile des Fahrzeugs in Mitleidenschaft gezogen wurden. Glücklicherweise treten die wenigsten Motorschäden einfach so und direkt auf. Es gibt viele Möglichkeiten, Schäden im Vorfeld rechtzeitig zu erkennen und präventiv einzuwirken:

– Verschlissene Öldichtungen machen sich durch blaue Ausstöße aus dem Auspuff bemerkbar.
– Bei weißen Ausstößen aus dem Auspuff ist von einem Verbrennen von Kühlwasser durch beschädigte Zylinderköpfe auszugehen.
– Schlimme Schäden mit potenziell sofortigem Ausfall des Motors deuten sich meistens durch seltsame Geräusche an.
– Weißer Schaum aus dem Öldeckel deutet auf das Eindringen von Kühlwasser hin.
– Die Leistung des Motors ist stark gemindert? Dann kann ein verschlissener Zahnriemen dafür verantwortlich sein, aber ebenso viele andere Aspekte. Ein Fachmann ist umgehend aufzusuchen!

Motorschäden vermeiden
Letzten Endes lässt sich all diesen Schäden effektiv vorbeugen. Zum Beispiel, indem hohe Drehzahlen bei kaltem Motor vermieden werden und für reichlich Öl sowie Kühlwasser gesorgt wird. Letzteres ist insbesondere an heißen Tagen eine essenzielle Komponente. Sollte die Wassertemperaturanzeige kritische Werte anzeigen, ist es ratsam, kurz stehen zu bleiben und den Motor auszuschalten, damit dieser in aller Ruhe abkühlt.

Falsch getankt? Nicht starten, stattdessen abpumpen lassen!

In der Hektik des Tages kann es passieren, dass der falsche Kraftstoff getankt wird. Wird Benzin statt Diesel getankt – umgekehrt ist es unmöglich – dann darf das Fahrzeug auf keinen Fall gestartet werden. Es muss fachgerecht abgepumpt werden. Dies kostet zwar, vermeidet jedoch schwere Schäden des Motors und der Kraftstoffleitungen. Wird unter den verschiedenen Benzin-Kraftstoffarten falsch getankt, hat dies in der Regel keinerlei Konsequenzen.

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