Bürgerdialog im Stadtbus – Ganz nah an den Leuten

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OB Wolfram Leibe fährt mit dem Linienbus durch Trier und sucht das Gespräch mit den Fahrgästen wie hier mit drei Asylsuchenden aus Syrien.

Bildquelle: Rathaus-Zeitung Trier

TRIER. Von Ehrang bis Zewen, von der Porta bis zur Uni: Zu seinem zweijährigen Amtsjubiläum verbrachte OB Wolfram Leibe einen ganzen Vormittag im Stadtbus und kam mit Eltern, Kindern, Senioren, Berufspendlern, Studierenden und Asylbewerbern ins Gespräch.

Jetzt wird es voll und laut in der Linie 7: Am Stadtbad steigen 20 fröhliche Grundschulkinder aus Irsch in den Bus. „Bitte alle vorne einsteigen, sonst verliere ich den Überblick“, ruft die Lehrerin. Eine junge Mutter aus Kernscheid hat sich noch einen Sitzplatz sichern können und manövriert auf engstem Raum mit dem Kinderwagen.

Im Stadtbus herrscht das pralle Leben und Oberbürgermeister Wolfram Leibe ist mittendrin statt nur dabei. Unter dem Motto „OB auf Tour“ fährt er am Freitagvormittag fast ohne Pause fünfeinhalb Stunden mit den Linien 3, 4, 7 und 8 durch die Stadt, stellt sich bei den Fahrgästen vor und sucht das Gespräch. „Es geht mir darum, Transparenz zu schaffen und auf die Bürger zuzugehen“, erklärt Leibe und bilanziert: „Es ist eine positive Stimmung gegenüber der Stadt und den Stadtwerken zu spüren.“

In Begleitung von Leibe machen sich Nicole Lauer, Leiterin der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, Toni Loosen-Bach, Koordinator für Bürgerbeteiligung, und Marion Wagner, Kundenbetreuerin im Stadtbuscenter, viele Notizen, nehmen Lob, Beschwerden und Anregungen auf. „Wie zu erwarten geht es in vielen Gesprächen um den Busverkehr, wobei sich die meisten Bürgerinnen und Bürger zufrieden mit der Anbindung und Taktung zeigen“, so Nicole Lauer. Bei vielen konkreten Nachfragen kann Marion Wagner wertvolle Tipps geben. Ein spezielles Problem, das aufgearbeitet werden muss, zeigt sich bei der Handhabung des barrierefreien Zugangs für Elektrorollstühle. Die Stadtwerke investieren indessen weiter in den Komfort ihrer Busse: So soll es zum Jahresende kostenloses WLAN in den Fahrzeugen geben.

Im Bürgerdialog kommt aber nicht nur der ÖPNV zur Sprache: „Ich habe eine Einladung zur Diamantenen Hochzeit erhalten und mit Politologie-Studenten über Karl Marx diskutiert“, fasst Leibe schmunzelnd zusammen. Daneben gibt es wertvolle Infos zur Lebenssituation in den Stadtteilen, kritische Hinweise auf Straßenschäden und fehlende Beleuchtung, aber auch Dank für die schnelle Säuberung eines verdreckten Spielplatzes. Auch mit drei Syrern, die an der Uni zusteigen und sich sehr gut auf Deutsch verständigen können, unterhält sich Leibe. Dabei stellt sich heraus, dass einer von ihnen bereits seit 18 Monaten auf die Anerkennung seines Asylgesuchs wartet. Leibe gibt dem jungen Mann seine Visitenkarte und verspricht, beim zuständigen Bundesamt zu intervenieren, wenn sich die Wartezeit noch länger hinzieht.

Inzwischen windet sich der Bus über die Serpentinen der Sickingenstraße zurück in die Talstadt. Als in einer engen Kurve im Gartenfeld ein Kleinlaster entgegenkommt, hat die Fahrerin Gelegenheit, ihre Rangierkünste unter Beweis zu stellen. Auch das ist eine wichtige Erkenntnis für den Oberbürgermeister: „Unsere Fahrerinnen und Fahrer machen einen richtig guten Job, sie müssen kassieren, freundlich sein, ihre Strecke genau kennen und schwierige Verkehrssituationen richtig einschätzen.“

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  1. “Auch mit drei Syrern, die an der Uni zusteigen und sich sehr gut auf Deutsch verständigen können, unterhält sich Leibe. Dabei stellt sich heraus, dass einer von ihnen bereits seit 18 Monaten auf die Anerkennung seines Asylgesuchs wartet. Leibe gibt dem jungen Mann seine Visitenkarte und verspricht, beim zuständigen Bundesamt zu intervenieren, wenn sich die Wartezeit noch länger hinzieht.“

    Sehr komisch, ich kenne Fälle wobei hohe Beamte aus der SPD die Leute vertröstet haben, das sie für die Bundesbürger nichts machen können, weil es sich um ein laufendes Verfahren handelt und das dann Einflussnahme wäre.

    So langsam glaube ich auch, das die anscheinend für die Geflüchteten alles machen, jedoch nicht für die armen und kranken Menschen in unserer Bundesrepublik.

    Bitte um Aufklärung?

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