Erster Schritt auf dem Weg in den deutschen Arbeitsmarkt

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Bildquelle: Agentur für Arbeit

TRIER. Die Agentur für Arbeit Trier startet ein Beratungsangebot in der Erstaufnahmeeinrichtung in Hermeskeil.

„Viele Flüchtlinge fühlen sich verloren, wenn sie in Deutschland ankommen. Und trotzdem sind sie hochmotiviert, sich hier ein neues Leben aufzubauen“, berichtet Dounia El Harim-Gahtow. Seit Mitte April berät sie gemeinsam mit ihren beiden Kollegen von der Arbeitsmigrationsberatung der Arbeitsagentur Trier die Neuankömmlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung in Hermeskeil. Damit ist die Agentur für Arbeit Trier ab sofort in allen Aufnahmeeinrichtungen der Region vertreten.

Knapp 400 Bewohner zählt derzeit die Flüchtlingsunterkunft in Hermeskeil. Viele stammen aus Syrien, einige aus Afghanistan, dem Irak oder aus Ländern Afrikas. Alle Asylbewerber, egal welcher Nationalität, hoffen jedoch auf einen Neustart in Deutschland. Damit dieser gelingt ist, neben dem Erwerb der deutschen Sprache, die Integration in die hiesige Arbeitswelt ein wichtiges Ziel. Viele Neuankömmlinge wissen jedoch nur wenig über den deutschen Arbeitsmarkt oder das deutsche Ausbildungssystem. Da kommt das Informationsangebot der Agentur für Arbeit Trier gerade richtig. „Wir begleiten geflohene Menschen von Anfang an auf ihrem Weg in die deutsche Gesellschaft“, erklärt Edeltraud Nikodemus, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit. „Deshalb sind wir mit unseren mehrsprachigen Beratern vor Ort in den Erstaufnahmeeinrichtungen. Wir bieten Informationsveranstaltungen über den deutschen Arbeits- und Ausbildungsmarkt an und beraten Flüchtlinge individuell im persönlichen Gespräch. Das hilft dabei, die ersten wichtigen Schritte zu planen.“

Die Hermeskeiler Unterkunft besteht seit Ende 2015: Seit dem 12. April hält die Arbeitsagentur dort dreimal wöchentlich Informationsvorträge ab. Aber auch die individuellen Beratungsgespräche kommen bei den Bewohnern gut an. Fast 50 Personen haben bisher daran teilgenommen und mit den Arbeitsmigrationsberatern über ihre berufliche Zukunft gesprochen. Bevor jedoch konkrete Maßnahmen anstehen, seien viele Flüchtlinge in erster Linie um ganz grundlegende Informationen über das deutsche Arbeits- und Ausbildungssystem dankbar, weiß die Arbeitsmigrationsberaterin. Deshalb teilt sie gemeinsam mit ihren Kollegen Informationsblätter mit wichtigen Internetadressen und Kontaktdaten verschiedener Einrichtungen aus. „In den Gesprächen geht es zunächst einmal darum, den Menschen Orientierung zu geben“, erklärt Dounia El Harim-Gahtow. Oft spiele die Frage nach der Verwertbarkeit ausländischer Abschlüsse eine große Rolle.

So auch bei Abdulmajid Hussein: Der 33-Jährige ist seit Anfang des Jahres in Deutschland. Er bringt seine Zeugnisse, darunter auch ein Ingenieursdiplom von der Universität Moskau, mit zum Termin bei Beraterin El-Harim Gahtow. Gerne möchte der Syrer in seinem erlernten Beruf arbeiten: „Die beruflichen Kompetenzen zu erfassen und einzuschätzen, wie diese auf dem deutschen Arbeitsmarkt nutzbar sind, ist die große Herausforderung. Wir erklären den Leuten, unter welchen Voraussetzungen sie in Deutschland arbeiten dürfen und informieren über das weitere Vorgehen.“

Im Juni 2015 hat die Agentur für Arbeit Trier damit begonnen, gemeinsam mit dem Land, in den Trierer Aufnahmeeinrichtungen Informationsveranstaltungen für Flüchtlinge anzubieten. Rund 4.000 Menschen haben die Vorträge, die auf mehreren Sprachen abgehalten werden, bisher besucht. Die Hermeskeiler Unterkunft fehlte allerdings bis vor wenigen Wochen noch auf dem Programm. Ab sofort ist die Arbeitsagentur in allen Einrichtungen vertreten. „Die Dienstleistungen der Agentur für Arbeit werden auch zukünftig in allen regionalen Flüchtlingsunterkünften angeboten und immer wieder den neuen Gegebenheiten angepasst“, erklärt Geschäftsführerin Nikodemus. So habe im letzten Jahr der Schwerpunkt auf den Informationsvorträgen gelegen, um in möglichst kurzer Zeit viele Asylbewerber zu erreichen. In Zukunft rücke die persönliche Beratung immer stärker in den Fokus.

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