Trier: Bauverzögerungen bei drei Großprojekten – keine Einschränkungen beim Unterricht

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Beim HGT-Anbau sind die Holzelemente an der neuen Fassade (rechts) schon deutlich erkennbar. Das bildet auch einen optischen Kontrast zum gelb verputzten Bestandsbau. Foto: Presseamt Stadt Trier

TRIER – Bei drei städtischen Großprojekten gibt es laut der Stadt Trier Verzögerungen: Der Ersatzneubau der Egbert-Grundschule plus Generalsanierung, die Erweiterung des Humboldt-Gymnasiums (HGT) sowie die Sanierung der Wolfsberghalle werden nicht zum Start des Schuljahres 2026/27 abgeschlossen, sondern wohl erst in den Herbstferien.

Das führt aber, so Bürgermeisterin Britta Weizenegger, nicht zu Einschränkungen beim Unterricht. Baudezernent Thilo Becker sprach von einer „ärgerlichen Entwicklung“, für die ein ganzes Bündel komplexer Ursachen verantwortlich sei. Daraus ziehe man Lehren für künftige Projekte.

Demnach soll zukünftig vor dem Baustart ein noch größerer Untersuchungsaufwand von Bestandsgebäuden betrieben werden. Bisher sind nach Angaben von Hochbauamtsleiter Romano Bonertz und Thomas Kaup, Leiter des Projektmanagements, punktuelle Beprobungen üblich. Das führte zum Beispiel beim HGT in der Bauphase zu mehreren unerfreulichen Überraschungen, die für Kostensteigerungen und Verzögerungen sorgten.

Weizenegger machte bei einem Pressegespräch auch klar, dass die Schulen vor dem Start eines Projekts ihre Anforderungen klar definieren müssten und nachträgliche Änderungen nicht mehr möglich seien. Bei den drei Projekten habe man die betroffenen Schulen sowie die Eltern umgehend über die neuen Verzögerungen informiert.

Eine so enge Abstimmung und umfassende Transparenz habe sich, so Becker, auch bei Projekten bewährt, die man in jüngster Zeit erfolgreich abgeschlossen und „richtig gute“ Ergebnisse präsentiert habe. Er nannte den Umbau der Treverer-Schule, die jetzt die Porta-Nigra-Förderschule nutzt, und das modulare Gebäude zur Behebung der Raumnot im MPG. Becker: „Die Mehrzahl unserer Projekte läuft gut und wir erhalten immer wieder positives Feedback von Eltern und Lehrern.“

Für die erneuten Verzögerungen bei den drei Projekten, gibt es nach Aussage von Bonertz und Kaup mehrere Ursachen: Bei Ausschreibungen seien öffentliche Auftraggeber gezwungen, sich für das günstigste Angebot zu entscheiden, auch wenn es schon im Vorfeld Bedenken zu einzelnen Firmen gebe. Manche Unternehmen hätten das Geschäftsmodell, sich mit „Kampfpreisen“ Aufträge zu sichern. Obwohl Bedenken darüber bestehen, ob die geforderte Qualität geliefert werden kann, muss der Auftrag dennoch vergaberechtlich erfolgen. Manche dieser Firmen tauchen dann zu spät oder erst gar nicht auf der Baustelle auf. Regelmäßig lieferten Firmen so schlechte Ergebnisse ab, dass mitunter durch Drittfirmen nachgebessert werden musste. Das führt zu Verzögerungen, was die Zeitpläne weiterer beteiligter Firmen ins Rutschen bringen kann. „Wenn man da einmal aus Tritt gerät, ist man sehr schnell in einer misslichen Lage“, betonte Kaup. Manchmal ist auch eine erneute Ausschreibung nötig, was zusätzlich Zeit und Ressourcen kostet. 

Bonertz räumte auch ein, dass es Kommunikationsdefizite zwischen verschiedenen Akteuren gegeben habe. Die teilweise überbordende Bürokratie sorge ebenfalls für Probleme, Förderverfahren sind hiervon auch betroffen. Die Stadt finanziert nach Angaben von Becker die meisten Projekte unter anderem mit Fördermitteln. Immer mehr dieser Programme enthalten eine zusätzliche externe baufachliche Prüfung, was zusätzlich Zeit koste. „Im Sinne des Bürokratie-Abbaus muss gefragt werden, warum einer Großstadt wie Trier, für die eine interne Qualitätssicherung und die Einschaltung externer Planungsbüros selbstverständlich sind, nicht vertraut wird“, so Becker. Insgesamt sei mehr Flexibilität erforderlich.

Die Verzögerungen bei den drei Projekten hatten auch Folgen für die zugesagten Gelder aus dem Förderprogramm KI 3.0: Im Frühjahr 2025 gab es, so Becker, erste Hinweise der mit der eigenverantwortlichen Bauüberwachung beauftragten Planungsbüros, dass die Fertigstellung Ende 2025 nicht klappen würde, was aber die Bedingung für die KI-Mittel war. Am 24. Juni 2025 habe man dann den Fraktionen und der Öffentlichkeit mitgeteilt, dass der Fertigstellungstermin nicht zu halten sei und sich als eine der ersten Städte in Rheinland-Pfalz mit einem solchen Problem an die ADD gewendet, um frühzeitig eine Lösung zu finden.

Ein neuer Antrag wurde eingereicht, um eine anteilige Förderung für die bis Ende 2025 erbrachten Leistungen zu erhalten, einschließlich der bis dahin entstandenen Zusatzkosten. Insgesamt wurden nun rund 92 Prozent der ursprünglichen Fördermittel bei der ADD beantragt. Läuft es optimal, liegt der Zuschuss am Ende bei rund zwölf statt der ursprünglich beantragten 13 Millionen Euro. Becker: „In den Gesprächen mit der ADD waren die Signale positiv. Jetzt müssen wir die Reaktion auf den formellen Antrag abwarten.“

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