TRIER – Mit der Gründung des ersten und bis heute landesweit einzigen Patienten-Informationszentrums (PIZ) setzte das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier im Herbst 2006 in Rheinland-Pfalz Maßstäbe.
Das Konzept ging auf, wie sich anlässlich seines 20-jährigen Jubiläums erneut zeigte. Dieses feierte das PIZ am 21. Mai gemeinsam mit dem Netzwerk Patienten- und Familienedukation in der Pflege e. V. mit einer spannenden Fachtagung.
„Vor 20 Jahren wurde ein Fundament gegründet, das aus dem Trierer Brüderkrankenhaus nicht mehr wegzudenken, aber auch nicht selbstverständlich ist: das Patienten-Informationszentrum.” So beschrieb Pflegedirektor Jörg Mogendorf, der die Veranstaltung eröffnete, die Rolle des PIZ. Das vierköpfige Team, bestehend aus Gesundheits- und Krankenpflegerinnen mit diversen zusätzlichen Abschlüssen oder Qualifikationen, gebe den Patienten mit seiner Arbeit ein Stück Kontrolle und Selbstbestimmtheit zurück und sei „das Gesicht und das Herz des PIZ“.
Wissen. Zeit. Zuwendung.
Die persönliche Zuwendung und Information werde trotz der Digitalisierung nicht an Bedeutung verlieren, so Mogendorf weiter. In Bezug auf Künstliche Intelligenz weiß PIZ-Leiterin Marion Stein: „Die KI kann viel, aber sie kann nicht das Individuelle ersetzen.“ Wichtig sei eben nicht nur das Wissen, sondern auch Zeit und Zuwendung – wie schon der Slogan „Wissen. Zeit. Zuwendung.“ ausdrückt. Das PIZ bietet Patienten und ihren Bezugspersonen die Möglichkeit, ihre Situation im persönlichen Gespräch zu erläutern – und dadurch gemeinsam Lösungen für den Alltag zu finden.
Stein ging in ihrem Vortrag auf die Entstehung der Patienten-Informationszentren in Deutschland nach amerikanischem Vorbild und die Entwicklung des Konzepts ein. Auslöser war die damalige Ausgangslage: Den Patienten wurde mehr Eigenverantwortung übermittelt und es gab einen großen Bedarf an verlässlichen, schriftlichen Informationen aus unabhängigen Quellen.
Das erste deutsche Patienten-Informationszentrum wurde 1999 im Märkischen Klinikum in Lüdenscheid eröffnet. Die Gründung des PIZ im Brüderkrankenhaus Trier erfolgte am 27. November 2006 – es ist nach wie vor das einzige seiner Art in ganz Rheinland-Pfalz. Über die Jahre wurden zu vielen verschiedenen Themen Patienteninformationen erarbeitet, um den Informationsbedarf zu decken.
Die Aufgaben des Patienten-Informationszentrums umfassen ein breites Spektrum: Sie reichen von A wie Aufklärung zum Krankheitsbild mit dem Ziel, die Selbstwirksamkeit zu stärken, bis Z wie Zeigen von Hilfsmitteln und deren Gebrauch. Es gehe beispielsweise in der Raucherberatung darum, Motivation zu schaffen und Wege aufzuzeigen, da das Rauchen ein Risikofaktor für viele Erkrankungen sei, den man selbst gut beeinflussen könne, so Marion Stein. Die zahlreichen Informations- und Beratungsangebote stehen für Patienten, Angehörige, Interessierte sowie Kollegen aus der Pflege kostenfrei zur Verfügung.
Weitere Themen der Fachtagung, die unter dem Titel „Innovative Wege in der Pflege: Patientenedukation und Advanced Nursing Practice (ANP)“ stand, waren der Einsatz akademisch ausgebildeter Pflegefachpersonen und die Patientenedukation – sprich Aktivitäten und Angebote zur Krankheitsbewältigung, Gesundheitsförderung, Pflege und Prävention. Zum Thema „Advanced Nursing Practice“ referierte Professorin Dr. Annegret Horbach, Professorin für Klinische Pflegewissenschaft und -forschung an der Frankfurt University of Applied Sciences. Praktische Einblicke in verschiedene Bereiche der Pflege gaben David Mager, Marie-Claire Kumbier, Anna Gries, Jonas Theisen und Kathrin Polotzek, allesamt Pflegefachpersonen des Trierer Brüderkrankenhauses.
Das Patienten-Informationszentrum im Brüderkrankenhause ist montags bis freitags von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 17 Uhr geöffnet und telefonisch unter 0651 208-1520 erreichbar sowie unter [email protected].

















