SAARBRÜCKEN. Neue Auswertung sorgt für Aufsehen bei Autofahrern im Saarland: Nach Angaben des Verbraucherdienstes „Mehr-Tanken“ haben 30 von 168 Tankstellen gegen die neue 12-Uhr-Regel verstoßen. Insgesamt wurden demnach 99 unerlaubte Preiserhöhungen registriert.
Tankstellen im Saarland unter Beobachtung
Seit dem 1. April gilt an deutschen Tankstellen die neue 12-Uhr-Regel: Preise dürfen nur einmal täglich um 12.00 Uhr mittags erhöht werden. Preissenkungen sind dagegen jederzeit erlaubt.
Doch nach Darstellung des Verbraucherdienstes „Mehr-Tanken“ haben etliche Tankstellen im Saarland gegen diese Vorgabe verstoßen. Bis zum Stichtag 11. Mai sollen 30 von 168 Tankstellen im Saarland die Preise insgesamt 99 Mal zu unerlaubten Zeiten erhöht haben.
Grundlage ist eine Auswertung auf Basis von Daten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe.
Quote im Saarland bei 17,9 Prozent
Die Quote der betroffenen Tankstellen liegt im Saarland damit bei rund 17,9 Prozent. Anders gesagt: Bei etwas weniger als jeder fünften Tankstelle wurde mindestens ein Verstoß registriert.
Der Zeitraum zwischen 11.30 Uhr und 12.30 Uhr wurde laut Auswertung bewusst ausgeklammert. Damit sollten mögliche Verzerrungen durch vorzeitige oder verzögerte Preismeldungen ausgeschlossen werden.
Saarland unter Bundesdurchschnitt
Im bundesweiten Vergleich liegt das Saarland damit unter dem Durchschnitt. Deutschlandweit wurde eine Quote von 19,7 Prozent ermittelt.
Das Saarland landet den Angaben zufolge auf Platz acht. Am höchsten war die Quote in Bayern mit 25,6 Prozent, am niedrigsten in Berlin mit 8,2 Prozent.
Warum gibt es die 12-Uhr-Regel?
Die 12-Uhr-Regel wurde eingeführt, nachdem der Iran-Krieg zu stark steigenden Spritpreisen geführt hatte. Ziel der Regelung ist es, Autofahrerinnen und Autofahrern mehr Orientierung zu geben.
Preise sollen nicht mehr mehrfach am Tag nach oben springen können. Senkungen bleiben aber jederzeit möglich.
Tankstellenbetreiber weisen Vorwürfe zurück
Die Tankstellenbetreiber weisen den Vorwurf bewusster Regelverstöße zurück. Daniel Kaddik, Chef des Bundesverbandes Freier Tankstellen, wird in der „Sächsischen Zeitung“ und der „Leipziger Volkszeitung“ mit den Worten zitiert, es gebe zunächst Hinweise darauf, dass man es mit den Auswirkungen eines schlecht gemachten Gesetzes zu tun habe – nicht mit bewussten Verstößen.
Demnach laufen Preisänderungen über Kassensysteme und müssen anschließend von Automaten, Preismasten und Zapfsäulen verarbeitet werden, bevor die Daten ans Kartellamt gehen. Schon langsame Leitungen oder laufende Tankvorgänge könnten dazu führen, dass eine Preisänderung erst verzögert übermittelt werde.


















