Nach Tötung von Polizisten in Vöklingen: Täter forensischer Klinik untergebracht

Ein 19-Jähriger, der einen Polizisten getötet hat, ist in einer hochgesicherten forensischen Klinik untergebracht. Wie lange bleiben Straftäter dort im Schnitt?

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Foto: Laszlo Pinter/dpa/Archiv

SAARBRÜCKEN/VÖLKLINGEN. Der 19-Jährige, der im August 2025 im saarländischen Völklingen einen Polizisten erschossen hat, ist derzeit in der Klinik für Forensische Psychiatrie in Merzig einstweilig untergebracht. Bei dieser Einrichtung handele es sich um eine hochgesicherte Einrichtung, vergleichbar mit einem Hochsicherheitsgefängnis, teilte das Justizministerium mit.

Die dortige durchschnittliche Unterbringungsdauer von psychisch kranken Straftätern, die seit 2015 entlassen wurden, habe bei acht Jahren und vier Monaten gelegen. Die Dauer der Unterbringung hinge vom Einzelfall ab. Seit 2015 seien 15 Patienten im Maßregelvollzug verstorben. Die längste Unterbringungsdauer eines Patienten betrage gegenwärtig 36 Jahre, hieß es.

Wegen Mordes Angeklagter ist schuldunfähig

Den meisten Verurteilungen im Maßregelvollzug in Merzig liegen demnach Körperverletzungen oder ähnliche Gewalttaten zugrunde. Weitere Delikte seien Mord/Totschlag (auch mehrfach), Raub/Erpressung, Sexualstraftaten, Brandstiftung, Straftaten gegen die persönliche Freiheit und Eigentumsdelikte.

Das Landgericht Saarbrücken hatte den wegen Mordes angeklagten 19-Jährigen am 1. April wegen einer Schizophrenie-Erkrankung und somit Schuldunfähigkeit von den Tötungsvorwürfen freigesprochen. Die Kammer ordnete die dauerhafte Unterbringung des Mannes in einer psychiatrischen Klinik für Straftäter an. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Anwalt: Verlegung nach Klingenmünster wird geprüft

Der Deutsche mit türkischen Wurzeln hatte einen 34 Jahre alten Polizisten erschossen. Tatwaffe war eine Polizeiwaffe, die er zuvor einem anderen Polizisten aus dem Holster entrissen hatte.

Der Anwalt des 19-Jährigen, Michael Rehberger, sagte, es gehe seinem Mandanten in Merzig «ganz gut». Eine Verlegung in die Forensische Psychiatrie in Klingenmünster (Rheinland-Pfalz) sei noch nicht erfolgt, werde aber geprüft. Noch werde bei dem vorläufig Untergebrachten nicht allzu viel Therapie gemacht, sagte er.

Nach Angaben des Ministeriums befinden sich derzeit in der Saarländischen Klinik für Forensische Psychiatrie in Merzig insgesamt 206 Patienten, davon 138 psychisch kranke Straftäter. Es gebe neun Ärzte dort, ein Therapieangebot werde werktags vorgehalten. (Quelle: dpa)

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