Trier: Warken besucht Modellprojekt Kinder- und Jugendhospiz „Nest“

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Foto: nestwärme e.V.

TRIER. Die Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat am Samstag, 14. März 2026, das im Bau befindliche nestwärme-Haus „Nest“ auf dem Petrisberg in Trier besucht. Eingeladen wurde die Ministerin von der Trierer CDU-Vorsitzenden, Franziska Lang, die sich intensiv für diesen Besuch eingesetzt hatte.

Während ihres Rundgangs über die Baustelle informierte sich die Bundesgesundheitsministerin über das Projekt, das bundesweit als beispielhaftes Modell für die Begleitung von Familien mit schwerst- oder lebensverkürzend erkrankten Kindern gilt. Dabei zeigte sie großes Interesse an dem ganzheitlichen Konzept des Hauses und am Engagement der vielen Unterstützerinnen und Unterstützer.

Warken hatte ihre große Wertschätzung und Anerkennung zu dem Projekt in Trier deutlich zum Ausdruck gebracht und betonte: „Wenn Kinder und Jugendliche schwer erkranken, ist das immer ein Schicksalsschlag – für die jungen Patientinnen und Patienten selbst ebenso wie für ihre Familien. Besonders bei lebensverkürzenden oder lebensbedrohlichen Erkrankungen stehen Angehörige neben der großen emotionalen Belastung auch vor der Frage, wie sich Pflege und Betreuung bestmöglich organisieren lassen. Hier leisten Hospize beeindruckende und wichtige Arbeit. Sie ermöglichen professionelle und zugleich individuell zugeschnittene Begleitung in dieser schweren Lebensphase. Mein herzlicher Dank gilt deshalb allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich Tag für Tag mit großem Engagement für ihre Patientinnen und Patienten einsetzen, ihnen Trost spenden, Mut machen und trotz aller Herausforderungen auch schöne Momente ermöglichen.“

Auf dem Petrisberg entsteht auf Initiative von nestwärme e.V., der das Konzept entwickelt hat und seit vielen Jahren innovative Unterstützungsangebote für Familien mit schwerstkranken Kindern entwickelt und umsetzt, ein integriertes Kinder- und Jugendhospiz mit Angeboten des Kinderintensivwohnens, ergänzt um ein Begegnungs- und Beratungszentrum.

Das Haus richtet sich an Familien, deren Alltag von medizinischer Unsicherheit, hoher Pflegebelastung und großer emotionaler Anspannung geprägt ist. Das „Nest“ soll ein Ort sein, der Familien in besonders schweren Lebenssituationen Halt gibt – ein Haus, in dem Begleitung, Entlastung und menschliche Nähe im Mittelpunkt stehen.

Der Bau des Hauses wird derzeit auf dem Petrisberg realisiert. Insgesamt werden, einschließlich Wohnangeboten, rund 20 Millionen Euro investiert. Finanziert wird das Projekt aus privatem Vermögen der Stiftung Rehkids, die das Vorhaben ohne Renditeabsicht ermöglicht. Trotz erheblicher Baukostensteigerungen wurde das Projekt konsequent weitergeführt.

Darüber hinaus wird das Projekt von einer außergewöhnlichen Unterstützung aus der Region getragen. Tausende Einzelspenderinnen und Einzelspender, zahlreiche Unternehmen der regionalen Wirtschaft sowie Partner aus der Zivilgesellschaft engagieren sich für das entstehende Haus. Insgesamt konnten auf diese Weise bereits rund 3,5 Millionen Euro Spenden für die Inneneinrichtung gesammelt werden. Die Eröffnung des Hauses ist für November 2026 geplant.

Für uns ist dieser Besuch ein starkes Zeichen der Wertschätzung für die Arbeit vieler engagierter Menschen, die dieses Projekt möglich machen“, erklärt Elisabeth Schuh, Gründerin und zweite Vorsitzende von nestwärme e.V. „Wir freuen uns sehr, dass sich die Bundesgesundheitsministerin persönlich ein Bild davon gemacht hat, was hier in Trier entsteht.

Zum Termin waren neben Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Gesundheitswesen auch zentrale Unterstützerinnen und Unterstützer des Projekts anwesend. Dazu gehörten unter anderem das Stifterehepaar Nick und Nicole Reh von der Rehkids Stiftung sowie das Unternehmerehepaar Yvonne und Torsten Herz des engagierten Unternehmens VetConcept, das das Projekt ebenfalls unterstützt.
Für nestwärme bot der Besuch zudem eine wichtige Gelegenheit zum Austausch über die Situation von Familien mit schwerstkranken Kindern in Deutschland.
Wir haben eine sehr interessierte und zugewandte Ministerin erlebt, die sich intensiv mit den Herausforderungen der betroffenen Familien auseinandergesetzt hat“, sagt Elisabeth Schuh. „Besonders wertvoll ist für uns das Angebot, auch künftig im Austausch zu bleiben und gemeinsam Wege zu finden, wie Familien mit schwerstkranken Kindern noch besser unterstützt werden können.

Dabei wurde auch über innovative Versorgungsansätze gesprochen – etwa über das aus einer G-BA-geförderten Studie hervorgegangene Konzept der Familiengesundheitspartner, das nestwärme künftig weiterentwickeln möchte.

nestwärme ist zudem Teil des Pilotprogramms „Sterben, wo man lebt und zu Hause ist“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Innerhalb dieses bundesweiten Programms ist nestwärme das einzige Projekt, das sich gezielt der Begleitung von schwerstkranken Kindern und ihren Familien widmet. Ziel des Programms ist es, neue Wege zu entwickeln, wie Menschen in schweren Krankheits- und Lebenssituationen möglichst wohnortnah und im vertrauten Umfeld begleitet werden können. (Quelle: nestwärme e. V. Deutschland)

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