Nachgefragt: Die große Blitzer-Bilanz 2025 der Stadt Trier – so hoch waren die Einnahmen in 2025

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Ampelblitzer an der Ecke Kreuzung Kaiser-/Hindenburgstraße. Foto: Presseamt Trier

Fast 13.000 Tempoverstöße – rund 520.000 Euro Einnahmen

Trier. Weniger Temposünder, weniger Bußgelder, weniger Fahrverbote: Auf Nachfrage von lokalo.de hat die Stadt Trier die aktuellen Zahlen zur stationären Geschwindigkeitsüberwachung für das Jahr 2025 zur Verfügung gestellt . Die Bilanz zeigt einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr.

Demnach wurden im Jahr 2025 im Trierer Stadtgebiet 12.950 Geschwindigkeitsverstöße registriert. Daraus ergeben sich laut Stadt geschätzte Einnahmen von rund 520.000 Euro – berechnet auf Basis eines Durchschnittswertes von etwa 40 Euro pro Fall. Mehr Trier-News

Die Zahlen im Überblick

Von den 12.950 Verstößen entfielen:

  • 12.150 Fälle auf Verwarnungen (bis 55 Euro)

  • 800 Fälle auf Bußgeldbescheide

  • 50 Fahrverbote wurden ausgesprochen

Zum Vergleich: 2024 wurden noch 14.950 Verstöße gezählt – also exakt 2.000 mehr als 2025. Zudem gab es im Vorjahr 1.000 Bußgeldbescheide und 80 Fahrverbote.

Rein rechnerisch ergibt sich daraus eine geschätzte Einnahmeeinbuße von rund 80.000 bis 100.000 Euro.

Technische Defekte wirkten sich aus

Ein Grund für den Rückgang liegt auch in technischen Ausfällen.

Die Stadt betreibt acht feste Standorte, an denen drei mobile Messanlagen im Wechsel eingesetzt werden. Einer dieser Standorte – am stark frequentierten Martinsufer – wurde am 11. Juli 2025 bei einem Verkehrsunfall irreparabel beschädigt. Auch die entsprechendes Messanlage war infolge des Vorfalls stark beschädigt und über Monate nicht einsetzbar.

Kollision mit Blitzersäule
Foto: STEIL TV

Dadurch standen zeitweise weniger Messkapazitäten zur Verfügung, was sich auf die Statistik ausgewirkt haben dürfte.

Mehr Disziplin im Verkehr?

Denkbar für den Rückgang sind jedoch mehrere Faktoren:

  • Sensibilisierung durch dauerhafte Blitzer-Präsenz

  • Angepasstes Fahrverhalten durch Baustellen oder neue Tempolimits

  • Verkehrsberuhigende Maßnahmen

  • Eingeschränkte Einsatzmöglichkeiten durch technische Defekte

Mit rund 520.000 Euro bleiben die Einnahmen zwar relevant, machen jedoch weniger als 0,1 Prozent des städtischen Gesamthaushalts (ca. 600 Millionen) aus.

Sicherheit oder Einnahmequelle?

Die Debatte um stationäre Blitzer bleibt auch in Trier politisch sensibel. Während Befürworter auf den präventiven Effekt und die Verkehrssicherheit verweisen, sehen Kritiker vor allem den finanziellen Aspekt.

Die aktuelle Bilanz zeigt jedoch: 2025 gab es weniger registrierte Tempoverstöße – und damit auch weniger Fahrverbote.

Ob sich dieser Trend im kommenden Jahr fortsetzt, dürfte davon abhängen, wie schnell defekte Anlagen ersetzt werden – und wie diszipliniert Trierer Autofahrer bleiben.

4 Kommentare

  1. Natürlich halte ich mich auch mittlerweile an die 50 km/h, weil es einfach zu teuer wird. Allerdings hat man dabei das Gefühl, dass man mehr von hinten bedrängt bzw. genötigt wird, schneller zu fahren. Da könnte man auch mal Tage zur Überwachung machen.

  2. Wenn man mal rechnet, wieviele Personen und Fahrzeuge, Eichamt, Reperaturen und was sonst noch dazu benötigt wird, dann glaube ich, dass nichts übrig bleibt. Jaja, Sicherheit kostet Geld, ich weiß. Ich müsste mich täuschen, aber es waren doch mal 2 Mio dafür im städtischen Haushalt eingeplant, oder? Und es wird ja schon an Stellen (natürlich präventiv) geblitzt, die weder mit Schulen oder sonstiges zu tun haben. Arm das alles.

  3. Und dies, obwohl die Fallen häufig hinterlistig platziert werden. An Stellen ohne besondere Gefährdung, sollte man mal 20 kmh schneller unterwegs sein.

    • Bin in einer 30er- Zone geblitzt worden in der es weder Schulen noch Kitas gibt. Kein Mensch versteht, weshalb hier 30 ist. Jede Menge LKW donnern hier täglich durch. Kaum einer (außer Fahrschulen) hält sich hier an die Geschwindigkeitsbegrenzung, selbst ÖPNV oder sogar Streifenwagen überschreiten regelmäßig um mindestens 10-15 Km/h. Wussten wohl nicht wo sie den blöden Container sonst abstellen sollten.

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