Trier & Trier-Saarburg führen Notfallregister ein: Schneller Schutz für Menschen mit besonderen Bedürfnissen

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Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Kreises Thorsten Petry (links), Florian Zonker von der Berufsfeuerwehr Trier (2.v.l.), Behindertenbeauftragter Gerd Dahm (3. V. l.), Landrat Stefan Metzdorf (2.v.r.) und Ordnungsdezernent Ralf Britten (rechts) präsentieren gemeinsam das neue Notfallregister für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen. (Foto: Presseamt Trier)

Trier/Trier-Saarburg. Stromausfall, Hochwasser, Evakuierung – im Ernstfall zählt jede Minute. Stadt Trier und der Landkreis Trier-Saarburg werben ab sofort gemeinsam für das Notfallregister: eine freiwillige, kostenlose Online-Plattform, auf der sich Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen registrieren können. Ziel ist, Einsatzkräfte bei Katastrophenlagen präzise zu informieren und gezielte Hilfe zu ermöglichen – datenschutzkonform und nur im Ernstfall abrufbar.

„Das Notfallregister ist ein zentraler Baustein für inklusiven Bevölkerungsschutz.“
– Landrat Stefan Metzdorf & Ordnungsdezernent Ralf Britten

Was ist das Notfallregister – und warum jetzt?

  • Plattform: www.notfallregister.eu

  • Zielgruppe: Menschen mit körperlichen, geistigen oder seelischen Beeinträchtigungen sowie Personen mit chronischen Erkrankungen oder medizinischer Abhängigkeit (z. B. Beatmung, Heimdialyse, elektrische Hilfsmittel).

  • Nutzen: Bei Stromausfällen, Hochwasser, Evakuierungen u. ä. sehen autorisierte Stellen besondere Unterstützungsbedarfe und können schneller, passgenau helfen.

  • Datenschutz: Zugriff ausschließlich durch autorisierte Behörden im Katastrophenfall; Registrierung freiwillig, kostenlos, jederzeit widerrufbar.

So funktioniert die Registrierung

  1. Online anmelden unter notfallregister.eu

  2. Bedarfe angeben (z. B. Stromabhängigkeit, Mobilität, Kommunikationsbedarf)

  3. Aktualisieren: Regelmäßige Erinnerungen sichern die Datenqualität

  4. Im Ernstfall: Feuerwehr, Rettungsdienst & Katastrophenschutz erkennen lokale Bedarfe und priorisieren Hilfe

Ralf Britten, Ordnungsdezernent der Stadt Trier:
„Es geht nicht um Datensammeln, sondern um gezielte Unterstützung, wenn Sekunden zählen – etwa bei Evakuierungen, Notstrom oder barrierefreier Warnung.“

Wer sollte sich registrieren? (Auswahl)

  • Menschen mit Beatmungs- oder Dialysepflicht, Träger:innen von Infusions- oder Ernährungspumpen

  • Personen mit eingeschränkter Mobilität, Rollstuhlnutzer:innen, Pflegebedürftige

  • Menschen mit kognitiven Einschränkungen oder Assistenzbedarf

  • Haushalte, die auf elektrische Hilfsmittel oder gekühlte Medikamente angewiesen sind

Ergänzt Vorsorge – ersetzt sie nicht

Landrat Stefan Metzdorf: „Das Register schafft Planungssicherheit und verbessert die Ressourcensteuerung. Es ersetzt aber nicht die eigene Vorsorge – es ergänzt sie.“
Tipps der Behörden umfassen u. a. Medikamentenlisten, Kontaktnetzwerke, Ersatzstrom-/Akkukonzepte, Hausnotruf und barrierefreie Warn-Apps (z. B. NINA, KATWARN).

Inklusion durch Information

Die Behindertenbeauftragten Gerd Dahm (Stadt) und Christoph Emmerling (Kreis) betonen: „Wirksam wird das Register, wenn es alle kennen.“ Gewünscht sind Hinweise über Pflegedienste, soziale Träger, Krankenkassen, Beratungsstellen, damit Betroffene niedrigschwellig erreicht werden.

Kurz & knapp

  • Was: Notfallregister für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen

  • Wo: notfallregister.eu

  • Kosten: Keine – freiwillig, widerrufbar

  • Datenschutz: Zugriff nur im Katastrophenfall durch autorisierte Stellen

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