Naturpark Saar-Hunsrück: Blauschwarze Holzbiene siedelt sich an

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Blauschwarze Holzbiene Foto: VDN-Fotoportal/Dietmar Tunk

HERMESKEIL. Im Naturpark Saar-Hunsrück breitet sich aufgrund der immer wärmer werdenden Jahreszeiten die Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea) aus, die 2022 von der Heinz Sielmann-Stiftung unter sechs Tierarten zum Gartentier des Jahres ernannt wurde, wie der Naturpark mitteilt. Sie ist rund 2,5 cm groß, Einzelgängerin und liebt großblütige Pflanzen, die vor allem in Streuobstwiesen, an Waldrändern, sonnigen Hängen oder in naturnahen Gärten vorkommen.

Tipp: Totholzhaufen für die Holzbiene

Gerade die Anhäufung von Totholz in Gärten, Feldern oder an Waldrändern fördert den Lebensraum der Holzbiene. Hierzu lässt man die abgestorbenen Ast- oder Holzstämme liegen. Auch das Nahrungsangebot an Schmetterlings- Korb- und Lippenblütler im eigenen Garten ist bei der Futtersuche der Wildbiene förderlich. Die Holzbiene wendet einen besonderen Kniff an, wenn sie trotz ihrer langen Zunge nicht an den Nektar einer besonders tiefen Blüte gelangt oder bei einer zu engen Blüte etc. Dann nagt sie einfach ein Loch seitlich in die Blütenwand, um den
Pollen und Nektar aufzunehmen. Es kann sein, dass sie nicht mit den Pollen der Blüte in Berührung kommt und so keine Bestäubung der Blüte vornimmt, sondern nur den Nektar aufnimmt.

Da die Holzbiene zu den langzüngigen Bienen gehört, findet man sie vor allem an Schmetterlings-, Korb- und Lippenblütlern. Besonders mag sie pollenreiche Blüten, wie z. B. Platterbsen oder Gartengeißblatt.

Beim diesjährigen Tag der Artenvielfalt im Naturpark konnten neben der Blauschwarzen Holzbiene, auch 20 weitere Wildbienenarten erfasst werden, darunter z. B. Hahnenfuß-Scherenbiene (Chelostoma florisomne) und die Böhmische Kuckuckshummel (Bombus bohemicus).

Generell überdauern bei zahlreichen Wildbienen meist nur die Weibchen den Winter. Bei der Blauschwarzen Holzbiene können beide Geschlechter in Mauerspalten und anderen geschützten Verstecken überwintern. Die Paarung findet Ende April statt. Danach wird von den Weibchen der Nestbau in abgestorbenem, jedoch noch festem Holz begonnen. Mit ihren kräftigen Kauwerkzeugen nagen sie Brutröhren in das Holz hinein, so dass bis zu 30 Zentimeter lange Gänge im Holz entstehen können. In den Holzgängen legen sie Nistzellen an, in denen sie eine zähe Pollenmasse als Proviant für ihren Nachwuchs hinterlegen. Dann legen sie ein Ei dazu. In den Nistzellen wachsen die Larven schnell heran, verzehren den Futtervorrat, verpuppen sich anschließend in der Kammer, und schon im Juli kann die nächste Bienengeneration schlüpfen.

Dabei fressen sich die erwachsenen Bienen aus dem Holz heraus. Die Holzbiene richtet ihre Kinderstube nicht in Holz ein, das mit Lasuren oder Lack gestrichen ist. Sie besiedelt gerne altes Fachwerk oder altes, unbehandeltes oder sogar verwittertes Holz. Daher ist ein von Totholz geprägter Lebensraum für die Holzbiene sehr wichtig. Zumal dieser auch zu den lebendigsten Lebensräumen unserer Natur zählt. Viele Insekten, die auch in unseren Gärten vorkommen, profitieren davon. Deshalb sollte Raum für alte Baumstämme, Totholzhecken, Stängel oder Laubhaufen gelassen und und so sie die Artenvielfalt vor allem für die Holzbiene gefördert werden.

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