TBB zittert sich zum Sieg über Tübingen

Bildquelle: Helmut Thewalt

TRIER. Die Trierer Basketballer haben das Kellerduell der Bundesliga gegen die Walter Tigers Tübingen vor 3718 Zuschauern mit 79:76 (44:33) für sich entschieden und sind auf den 15. Tabellenplatz geklettert. Sie vergaben allerdings leichtfertig die Chance, sich sogar noch den Direktvergleich nach dem mit 76:85 verlorenen Hinspiel zu sichern.

Die Partie begann mit einer Schweigeminute für den vor wenigen Tagen im Alter von nur 51 Jahren verstorbenen Ex-Nationalspieler Chris Welp. Danach legten beide Teams erstaunlich schnell die zweifellos vorhandene Nervosität ab. Den Gastgebern gelang das aber deutlich besser. Mit einer Ausnahme (9:10/5.) lagen sie ständig in Führung, konnten auch gleich nach diesem Zwischenstand wiede zulegen und gingen mit 23:15 in die Viertelpause.

Kurz nach dem Start in den zweiten Abschnitt gingen die Gastgeber erstmals zweistellig in Führung (27:15/12.). Von da an pendelte der Vorsprung immer um die zehn Punkte. Zwei, drei Mal kamen die Tigers etwas näher, verkürzten auf sechs Punkte, aber prompt folgten gute Aktionen des Teams in weiß, die den Vorsprung wieder anwachsen ließen. Ganz stark in den ersten 20 Minuten: Jermaine Anderson, der zehn der ersten 15 Minuten erzielte, Jermaine Bucknor mit drei Dreiern und Marko Lukovic mit guten Pässen und schönen Punkten.

Die Anfangsphase des dritten Viertels ging völlig in die Hose. Das Team von Trainer Henrik Rödl startete mit einer 1:11-Serie und war daran mit vielen Fehlern beteiligt. Ballverluste, vergebene Korbleger, schlechtes Reboundverhalten – es lief nicht mehr viel zusammen. Um alles noch schlimmer zu machen, glänzte Schiedsrichter Dr. Christoph Madinger mit einigen seltsamen Entscheidungen. Trier bekam zunehmend Foulprobleme und hielt die Führung nur mit Mühe. Von jetzt an war es ein Spiel auf des Messers Schneide.

Die ersten Minuten im letzten Viertel hatte die TBB permanent einen knappen Vorsprung, schaffte es aber nicht, sich abzusetzen. Da die Trierer die aufgekommene Nervosität nicht mehr ablegen konnten und Tübingen wenigstens ab und zu auch mal einen Dreier traf, wurde es dramatisch. 97 Sekunden vor dem Ende lagen die Schwaben erstmals seit der Minute wieder vorne: 71:72. Die Führung wechselte jetzt fast sekündlich. Mal Trier mit einem Punkt in Front, mal die Gäste. 16 Sekunden vor Schluss. Es steht 75:76 und Rödl nimmt eine Auszeit. Für etliche Sekunden herrscht gespenstische Stille in der Arena, die Angst, dieses Spiel könnte verloren gehen, ist geradezu körperlich spürbar. Die Mannschaft kommt aufs Feld zurück, spielt Anderson am Zonenrand frei – der trifft. Es ist aber nicht der erhoffte Dreier, sondern „nur“ ein erfolgreicher Zwei-Punkte-Wurf. Jetzt nimmt Tübingens Trainer Igor Perovic eine Auszeit. Augustine Rubit, sein bester Brettspieler, soll den Sack zu machen. Ein Schachzug, den Rödl wohl geahnt hat. Rubit wird aber abgedrängt, der 38-jährige Aleksandar Nadjfeji, kommt irgendwie an den Ball. Aber unterm Trierer Korb ist alles dicht. Direkt am Brett klaut Jermaine Bucknor den Ball und wird gefoult. 0,8 Sekunden stehen noch auf der Spieluhr, als Triers Kapitän mit zwei erfolgreichen Freiwürfen den Deckel zu macht.

[td_text_with_title custom_title=“Stimmen zum Spiel“]
Henrik Rödl (Headcoach TBB Trier): „Ich habe schon viel erlebt in Trier, aber das war eines der wichtigsten Spiele, das in den letzten fünf Jahren hier gespielt wurde. Mit vielen schwierigen Vorzeichen für unsere Mannschaft, das letzte gestern Abend mit dem Jochbeinbruch von Mathis Mönninghoff. Mathis hat unglaublich wichtige Minuten gespielt, ohne ihn wäre es heute sehr schwierig gewesen. Ich bin extrem stolz auf dieses Team und freue mich unglaublich über einen der wichtigsten Siege, die ich in Trier mit meiner Mannschaft erringen durfte. Am meisten freut mich, dass wir mit einem Assist die entscheidenden Punkte machen konnten. Das zeigt für mich wie sehr die Mannschaft zusammen ist, und freut mich noch mehr an dem, was heute passiert ist.“
Igor Perovic (Headcoach WALTER Tigers Tübingen): „Gratulation an Henrik und seine Spieler, es war ein verdienter Sieg. Wir hatten unsere Chancen, wir hatten im letzten Angriff den Ball. Das war eine bittere Niederlage, besonders weil es bereits das dritte Spiel in Folge ist, das so ausgeht. Wir konnten die letzten beiden Angriffe nicht stoppen.Trier hat einen schönen letzten Spielzug gemacht. Am Ende wollten wir über Rubit spielen, Trier hat geswitcht und wir konnten den Pass nicht spielen, den wir wollten, danach mussten wir improvisieren. Leider haben wir einen Ballverlust gemacht und Trier hat das Spiel gewonnen.“

TBB Trier: Ricky Harris (7), Marko Lukovic (14), Stefan Schmidt (4), Mathis Mönninghoff (5), Vitalis Chikoko (7), Adin Vrabac (5), Jermaine Bucknor (15), Dennis Kramer (3), Jermaine Anderson (19)

Walter Tigers Tübingen: Jonathan Wallace (5), Branislav Ratkovica (12), Aleksandar Nadjfeji (16), Till-Joscha Jönke (0), Julian Albus (3), Bogdan Radoslavjevic (7), Jimmy McKinney (9), Anatoly Kashirov (0), Vladimir Mihailovic (10), Augustine Rubit (14)

Spielverlauf: 6:3 (3.), 9:10 (4.), 18:10 (7.), 23:15 (10.), 27:15 (12.), 27:21 (13.), 36:24 (16.), 39:29 (18.), 44:33 (Halbzeit); 45:44 (25.), 50:44 (25.), 52:51 (28.), 58:53 (30.), 62:57 (31.), 66:59 (33.), 70:64 (37.), 71:69 (38.), 75:76 (40.), 79:76 (Endstand)

Schiedsrichter: Dr. Andreas Schreiner/Dr. Christoph Madinger/Dr. Enrico Streit – Zuschauer: 3718

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