TRIER. Im Schatten der Porta Nigra und im Zeichen Europas: Trier und Grevenmacher haben am Samstag gemeinsam den Europatag gefeiert. Im Brunnenhof standen Musik, deutsch-luxemburgische Freundschaft und ein klares Bekenntnis zur offenen Grenzregion im Mittelpunkt.
Gemeinsamer Europatag von Trier und Grevenmacher
Bereits zum vierten Mal haben die Stadt Trier und die luxemburgische Stadt Grevenmacher gemeinsam den Europatag gefeiert. Am vergangenen Samstag wurde der Brunnenhof dabei zur europäischen Bühne – mit einem hochkarätigen Konzert, vielen Besucherinnen und Besuchern und einem prominenten Gast aus Luxemburg.
Hintergrund der gemeinsamen Tradition: Nachdem Grevenmacher im Jahr 2023 zum Europatag den Trierer Oberbürgermeister eingeladen hatte, wechseln sich die Einladungen seither jährlich ab. Mal fahren Trierer Künstlerinnen und Künstler nach Grevenmacher, mal kommen Musikerinnen und Musiker aus Grevenmacher nach Trier.
In Luxemburg ist der 9. Mai sogar Feiertag.
Musik aus Grevenmacher, Trier und Europa
Am Samstag hatte Grevenmacher gleich mehrere Ensembles einer internationalen Musikschulen-Kooperation nach Trier entsandt. Begleitet wurden sie von vielen Besucherinnen und Besuchern aus der Mosel-Gemeinde sowie vom Schöffenrat, der mit einem deutschen Gemeinderat vergleichbar ist.
Im Brunnenhof erklangen Trompeten, Klarinetten und ein Gesamtensemble mit jungen und älteren Musizierenden aus Grevenmacher, Ludwigshafen, den französischen Gemeinden Oberhausbergen/Mittelhausbergen sowie von der Liechtensteinischen Musikschule.
Das Publikum spendete viel Applaus – ebenso wie für den anschließenden Trierer Teil des musikalischen Nachmittags: den Musikverein Pfalzel 1972 e.V. unter Leitung von Dirk Sinnig.
Grevenmachers Bürgermeisterin würdigt historische Verbindung
Grevenmachers Bürgermeisterin Monique Hermes erinnerte in einer launigen Ansprache an die historischen Beziehungen zwischen Trier und Grevenmacher. Die luxemburgische Stadt gehörte in ihrer wechselvollen Geschichte mehrfach auch zu Trier oder zu Besitzungen Trierer Abteien und Kurfürsten.
Mitgebracht hatte Hermes auch den wohl prominentesten Bewohner ihrer Gemeinde: Léon Gloden, Innenminister des Großherzogtums Luxemburg.
Léon Gloden mit Plädoyer für Schengen und offene Grenzen
Gloden nutzte den Europatag in Trier für ein flammendes Plädoyer zur deutsch-luxemburgischen Zusammenarbeit – und für die Umsetzung der Schengen-Regeln.
Seine Botschaft: Keine Kontrollen an den Binnengrenzen, sondern nur an den Außengrenzen.
Dass Gloden diese Sichtweise beim Treffen der europäischen Innenminister auch seinem deutschen Amtskollegen deutlich machen konnte und die Grenzkontrollen auf deutscher Seite nun weiter ins Landesinnere verschoben wurden, würdigte Oberbürgermeister Wolfram Leibe als großen Erfolg Glodens.
Grenzkontrollen belasten die Region
Darin waren sich Leibe und Gloden als überzeugte Europäer mit vielen Besucherinnen und Besuchern des Europatags einig: Grenzkontrollen belasten die Grenzregion.
Gerade in Trier und Grevenmacher, wo Alltag, Arbeit, Kultur und Begegnung seit Jahren eng miteinander verbunden sind, wurde der Europatag so nicht nur zu einem musikalischen Fest, sondern auch zu einem klaren Zeichen für Zusammenarbeit, Offenheit und gelebtes Europa.

















