Trier: Neue Plattform soll mit KI Bevölkerung besser schützen – Unterstützung für Einsatzkräfte

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Unter Wasser. Im Juli 2019 gab es in Trier heftigen Starkregen – mit dem neuen digitalen Tool erhalten Einsatzkräfte verbesserte Entscheidungsgrundlagen, um in Krisensituationen richtig zu reagieren. Foto: Presseamt Trier

TRIER. In einer Zeit, in der Naturereignisse immer unvorhersehbarer werden, setzt Trier neue Maßstäbe: Im Rahmen des bundesweiten Projekts „RegioGuard PRO – KI gestütztes Cockpit für das regionale Bevölkerungsschutzmanagement“ erhält die Stadt rund 190.000 Euro Förderung und wird zum zentralen Anwender des Systems.

Hinter dem etwas sperrigen Titel verbirgt sich eine digitale Plattorm, die innerhalb von zwei Jahren als Demonstrationssystem entstehen soll und die mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) große Datenmengen aus unterschiedlichen Quellen – etwa Infrastruktur- und Verkehrsdaten, Bevölkerungsinformationen sowie Umweltdaten – zusammenführt und analysiert.

So können Gefahren frühzeitig erkannt und geeignete Maßnahmen schneller und gezielter eingeleitet werden. Ziel ist es, den Schutz der Zivilbevölkerung in Krisen- und Katastrophenlagen durch den Einsatz moderner Technologien deutlich zu verbessern und Einsatzkräfte bei Entscheidungen wirksam zu unterstützen.

Durch die Analyse von Mustern, Zusammenhängen und auffälligen Entwicklungen können mögliche Gefahren frühzeitig erkannt und geeignete Schritte schneller eingeleitet werden.

Das Projekt soll dem Bevölkerungs- und Katastrophenschutz in Trier viele Vorteile bringen:

Schnellere Krisenreaktion
Einsatzkräfte erhalten verbesserte Entscheidungsgrundlagen, um bei Krisensituationen, wie zum Beispiel Hochwasser, Extremwetter oder Stromausfällen richtig zu reagieren.

Bessere Vorbereitung
Umfassende Simulation und gezielte Analyse von Krisensituationen und Weiterentwicklung von Einsatzplänen mithilfe von „Was wäre wenn“-Szenarien.

Schutz kritischer Infrastrukturen
Das System macht Abhängigkeiten zwischen unterschiedlichen Infrastrukturen – etwa Energie, Wasser oder Verkehr – sichtbar und erkennt potenzielle Kettenreaktionen frühzeitig.

Effizientere Zusammenarbeit
Feuerwehr, Rettungsdienste, Verwaltung und weitere Organisationen greifen auf ein gemeinsames digitales Lagebild zu, wodurch die Koordination und Einsatzführung optimiert wird.

Langfristige Resilienz
Die gewonnenen Daten und Analysen unterstützen nicht nur die akute Gefahrenabwehr, sondern auch die strategische Weiterentwicklung des Bevölkerungsschutzes und der Katastrophenvorsorge in Trier

Trier errichtet eines von drei bundesweit verteilten Demonstrationszentren, in dem das KI-Cockpit unter realistischen Bedingungen getestet wird. Die Berufsfeuerwehr, das Amt für Bodenmanagement und Geoinformation sowie das Sachgebiet Gewässer und Hochwasserschutz des Amts StadtRaum Trier erproben die Technologie gemeinsam. Das Zentrum dient zudem als Plattorm für den Wissenstransfer: Erkenntnisse und Erfahrungen werden gezielt an andere Kommunen sowie Akteure des Bevölkerungs und Katastrophenschutzes weitergegeben.

Der offizielle Projektauftakt fand im Rahmen eines Kick off Meetings an der Universität Trier statt. Interdisziplinäre Partner aus Forschung, Wirtschaft und dem Bevölkerungsschutz wurden dabei zusammengebracht. Darunter waren unter anderem das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz der Uni Trier, die Technische Hochschule Wildau, die Uni Freiburg, das Fraunhofer-Institut EMI in Freiburg, das Deutsche Rote Kreuz Rheinland-Pfalz sowie der Softwareentwickler Fuseki aus Essen.

Mit ,RegioGuard Pro’ gehen wir einen wichtigen Schritt hin zu einem modernen, datenbasierten Bevölkerungsschutz“, ist Triers Baudezernent Thilo Becker überzeugt. „Durch die Kombination von KI und Geodaten können wir Risiken früher erkennen, Einsatzkräfte besser unterstützen und unsere Stadt und unsere Infrastruktur insgesamt widerstandsfähiger gegenüber Krisen und Naturereignissen machen.“ Dass Trier als Anwendungspartner und Standort für ein Demonstrationszentrum ausgewählt wurde, zeige, dass die Stadt ein wichtiger Partner für innovative Lösungen bei Geodaten und im Bevölkerungsschutz ist, so Becker.

Das Projekt wird zu 100 Prozent vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit“ gefördert. Insgesamt stehen für den Verbund 2,7 Millionen Euro zur Verfügung; Trier erhält 190.000 Euro. Die Finanzierung läuft über einen zweijährigen Förderzeitraum, in dem die digitale Plattorm entwickelt und erprobt wird. (Quelle: Rathaus-Zeitung Trier, No. 8/2026)

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