TRIER. Ein Instagram-Post von ZDFinfo sorgt derzeit für Aufmerksamkeit – und bei vielen wohl auch für Verwunderung: In einer Rangliste zu „Geschlechtskrankheiten“ taucht Trier auf Platz 5 auf. Direkt hinter Frankfurt, Hamburg, Köln und Berlin. Für viele klingt das erst einmal nach einem echten Überraschungsfund. Doch ein genauer Blick zeigt: Die Aussage ist deutlich spezieller, als es der erste Eindruck vermuten lässt.
Trier in den Top 5 – aber nur in einer ganz bestimmten Auswertung
Wichtig ist zunächst: Die oft verkürzt als Ranking der „Geschlechtskrankheiten“ bezeichnete Auswertung betrachtet nicht alle sexuell übertragbaren Infektionen.
Berücksichtigt wurden nur drei gemeldete Infektionen:
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- HIV
- Syphilis
- Gonorrhö
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Andere häufige sexuell übertragbare Infektionen wie Chlamydien oder Genitalherpes fließen ausdrücklich nicht in den Index ein.
Die Datengrundlage stammt laut mehreren Berichten aus den vom Robert Koch-Institut gemeldeten Inzidenzen. Ausgewertet wurde das Ganze vom Erotikportal Erobella im sogenannten „STD City Index Germany“. In die Auswertung einbezogen wurden 58 deutsche Städte, zusätzlich wurden die 12 Berliner Bezirke separat berücksichtigt.
Warum Trier im ZDFinfo-Post auf Platz 5 auftaucht
Dass Trier in der ZDFinfo-Grafik auf Platz 5 steht, hängt vor allem mit der Art der Darstellung zusammen.
Dort wird offenbar mit Städten gerechnet, nicht mit den einzelnen Berliner Bezirken. In dieser Lesart liegt Trier hinter Frankfurt am Main, Hamburg, Köln und Berlin – und landet damit tatsächlich auf Rang fünf.
Sobald man jedoch – wie in anderen Berichten zur selben Auswertung – die Berliner Bezirke einzeln mitzählt, verändert sich das Bild deutlich. Dann schieben sich mehrere Bezirke vor die übrigen Städte, und Trier rutscht im Gesamtranking weiter nach hinten.
Kein Beleg dafür, dass Trier pauschal ein Hotspot ist
Die Platzierung bedeutet deshalb nicht, dass Trier pauschal die „fünftschlimmste“ Stadt Deutschlands sei.
Denn der Index bildet ausschließlich registrierte Fälle ab – also Fälle, bei denen Menschen sich haben testen lassen, positiv waren und im Meldesystem erfasst wurden. Genau deshalb weist die Auswertung selbst auf eine Dunkelziffer hin.
Das heißt im Umkehrschluss auch: Das Ranking ist eher ein Hinweis auf gemeldete Inzidenzen als ein exaktes Maß für das individuelle Risiko im Alltag.
Die Statistik zeigt gemeldete Fälle – nicht die ganze Realität
Gerade bei sexuell übertragbaren Infektionen spielt die Dunkelziffer eine wichtige Rolle. Nicht jede Infektion wird erkannt, nicht jede getestet und nicht jede statistisch erfasst.
Deshalb ist auch diese Platzierung kein vollständiges Bild, sondern eine spezielle statistische Auswertung. Erobella selbst beschreibt den Index laut Berichten vor allem als Instrument zur Orientierung und Sensibilisierung.
Syphilis spielt in der Auswertung eine besonders große Rolle
Nach den Berichten über die Studie ist Syphilis unter den drei berücksichtigten Infektionen die am stärksten verbreitete.
Für 2024 wurden dem Robert Koch-Institut 9.519 Syphilis-Fälle gemeldet – ein neuer Höchststand in Deutschland. Gerade deshalb bekommt das Thema bundesweit mehr Aufmerksamkeit.
In der Studie fallen vor allem Großstädte und Berliner Bezirke auf – Trier taucht in der Städtewertung aber eben ebenfalls weit vorne auf.
Warum der ZDFinfo-Post trotzdem einen Nerv trifft
Auch wenn die Grafik zugespitzt wirkt, spricht sie ein reales Thema an: Aufklärung, Prävention und Tests bleiben bei sexuell übertragbaren Infektionen wichtig.
Laut Berichten zur Auswertung gaben in einer begleitenden Erobella-Umfrage nur 57 Prozent der Befragten an, immer Safer Sex zu praktizieren.
Gerade weil der Begriff „Geschlechtskrankheiten“ im Social-Media-Kontext schnell Alarm auslöst, lohnt sich deshalb ein genauerer Blick auf die Methodik.
Trier auf Platz 5 – ja, aber nur mit Einschränkungen
Unterm Strich gilt: Ja, Trier taucht im ZDFinfo-Posting auf Platz 5 auf. Das ist korrekt – wenn man nur Städte betrachtet und Berlin als Ganzes zählt.
Es bedeutet aber nicht, dass Trier pauschal ein Hotspot für alle sexuell übertragbaren Krankheiten ist. Die zugrunde liegende Auswertung erfasst nur HIV, Syphilis und Gonorrhö, basiert auf gemeldeten Fällen und verändert sich je nach Darstellung der Berliner Bezirke.
Der eigentliche Kern der Geschichte ist deshalb weniger ein Schock-Ranking – sondern vielmehr die Frage, wie belastbar solche Ranglisten sind und wie schnell ein zugespitzter Social-Media-Post ein sehr komplexes Thema verkürzt.

















Dat sinn déi vill versiffte Schmullen, déi schonn vun Weitem sténke wie en naasser Köter,
an déi sech seit Joohren net méi emol de Aasch gewäsche hunn.
Wenn déi mol laanscht d’Porta laafe, da kréie selwer die Taube Schnappatmung.
Un trotzdem stelle se sich hin, als wär alles normal —
jo, normal sténkt bei denen halt noh Altbier, kaltem Schweiß un vergesse Hygiene.