BERLIN. Eigentlich sollte das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität Deutschlands Investitionsstau auflösen. Doch zwei neue Analysen vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) und dem ifo Institut zeichnen ein ernüchterndes Bild: Ein großer Teil der neuen Schulden kam demnach gar nicht zusätzlich bei Straßen, Schienen, Netzen oder Modernisierung an. Statt Aufbruch sehen die Forscher vor allem Verschiebebahnhof, schleppenden Mittelabfluss und fehlende Kontrolle.
IW und ifo schlagen Alarm: Milliarden fließen wohl am eigentlichen Ziel vorbei
Die neue IW-Auswertung kommt zu dem Ergebnis, dass die Bundesregierung im vergangenen Jahr 86 Prozent der Mittel aus dem Sondervermögen zweckentfremdet hat. Nach Berechnung des Instituts stiegen die tatsächlichen Investitionsausgaben des Bundes einschließlich des SVIK nur auf rund 71 Milliarden Euro. Das war nominal lediglich ein Plus von zwei Milliarden Euro gegenüber 2024 – also in etwa nur ein Inflationsausgleich.
Das ifo Institut kommt in seiner neuen Studie sogar zu einem noch härteren Ergebnis. Dort ist von einer Zweckentfremdungsquote von 95 Prozent die Rede. Nach dieser Berechnung nahm der Bund 2025 zwar 24,3 Milliarden Euro zusätzliche Schulden über das Sondervermögen auf, die tatsächlichen Investitionen stiegen aber nur um 1,3 Milliarden Euro auf 69,9 Milliarden Euro.
Warum die Zahlen unterschiedlich sind – und die Botschaft trotzdem dieselbe ist
Dass IW und ifo auf 86 Prozent beziehungsweise 95 Prozent kommen, klingt zunächst nach Widerspruch. Tatsächlich bewerten beide Institute das Problem mit etwas unterschiedlichen Methoden und Definitionen von Investitionen.
Das IW schaut stark auf den Bundeshaushalt und darauf, wie viel der Sondervermögens-Mittel wirklich zusätzlich in Investitionen floss. Das ifo Institut analysiert unter anderem die Investitionslücke im Vergleich zu einem Szenario, in dem der Bund sein bisheriges Investitionsniveau im Kernhaushalt gehalten hätte.
Die Kernaussage beider Studien ist dennoch praktisch identisch: Das Sondervermögen hat 2025 deutlich weniger zusätzliche Investitionen ausgelöst als politisch versprochen.
Der zentrale Vorwurf: Kein Extra-Schub, sondern nur Umverteilung
Besonders brisant ist der Vorwurf, dass Teile der Mittel nicht für echte Zusatzinvestitionen verwendet wurden, sondern bestehende Ausgaben ersetzten. Das IW spricht von einem Verschiebebahnhof. Demnach wurden etwa 12 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen genutzt, um Ausgaben zu ersetzen, die zuvor aus dem regulären Kernhaushalt finanziert worden waren.
Genau hier setzen auch die Kritiker an: Wenn alte Etatposten einfach in den Schulden-Topf verschoben werden, entstehen unterm Strich eben keine neuen Brücken, keine zusätzlichen Schienenprojekte und keine schnellere Modernisierung – sondern vor allem mehr Spielraum im normalen Haushalt.
Auch das ifo Institut sieht genau dieses Problem. Dort heißt es sinngemäß: Die schuldenfinanzierten Mittel seien nahezu vollständig genutzt worden, um Haushaltslöcher zu stopfen, statt die Investitionen spürbar nach oben zu treiben.
Viele Milliarden geplant – aber ein großer Teil kam gar nicht an
Hinzu kommt ein zweites Problem: Selbst die verplanten Mittel flossen nur teilweise ab. Nach IW-Angaben wollte der Bund 19 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen ausgeben. Tatsächlich floss aber nur ein deutlich geringerer Teil. Insgesamt wurden laut IW 2025 nur 42 Prozent der geplanten SVIK-Mittel abgerufen.
Auch beim Klima- und Transformationsfonds blieb die Realität hinter den Plänen zurück. Dort lagen die tatsächlichen Investitionen laut IW 8,3 Milliarden Euro unter Plan und sogar unter dem Niveau des Vorjahres. Die für die Länder vorgesehenen Mittel konnten zudem noch gar nicht richtig anlaufen, weil sie aus bürokratischen Gründen erst ab 2026 fließen sollen.
ifo nennt konkrete Schwachstellen im System
Die ifo-Studie geht noch einen Schritt weiter und beschreibt auch strukturelle Probleme im Regelwerk. Eigentlich darf der Bund nur auf das Sondervermögen zugreifen, wenn im Kernhaushalt eine Investitionsquote von mindestens zehn Prozent erreicht wird. In der Planung wurde diese Marke laut ifo knapp erfüllt.
In der tatsächlichen Ausführung lag die Quote dann aber nur bei 8,7 Prozent. Das Problem: Konsequenzen hatte das nicht. Denn die Regel bezieht sich laut Studie nur auf die Planung, nicht auf die späteren echten Ausgaben. Genau das nennen die Forscher einen Konstruktionsfehler.
Was das für Bürger und Wirtschaft bedeutet
Für Bürger klingt die Debatte zunächst technisch, hat aber enorme Bedeutung. Das Sondervermögen war politisch mit dem Versprechen verkauft worden, marode Infrastruktur zu modernisieren, Wachstum zu stärken und Deutschland schneller Richtung Klimaneutralität zu bringen.
Wenn aber ein Großteil der Mittel nicht zusätzlich investiv wirkt, verpufft genau dieser Effekt. Straßen, Schienen, Netze, Digitalisierung und kommunale Infrastruktur werden dann eben nicht so schnell modernisiert wie angekündigt. Für Unternehmen bedeutet das weiter hohe Standortkosten, für Kommunen bleibt der Investitionsstau bestehen und für Steuerzahler wachsen trotzdem die Schuldenlasten.
Regierung unter Druck: 2026 wird zum Härtetest
Beide Studien erhöhen den Druck auf die Bundesregierung deutlich. Denn nach einem Jahr fällt die Bilanz ernüchternd aus. Das IW fordert, die Ausgaben 2026 konsequent an Infrastruktur und Klimaneutralität auszurichten. Das ifo Institut mahnt ebenfalls, dass zusätzliche Schulden auch wirklich zusätzliche Investitionen auslösen müssen.
Klar ist damit auch: 2026 wird zum politischen Härtetest. Gelingt es der Regierung nicht, die Milliarden schneller, zielgenauer und transparenter in echte Zukunftsprojekte zu lenken, dürfte die Debatte um das Sondervermögen noch deutlich schärfer werden.















Neue Schulden, um nichts anderes geht es hier. Aber immer raus mit der nicht erwirtschafteten Kohle. Armselig das alles. Noch schlimmer, dass das andere Generationen abzahlen müssen.
[ Ihr werdet nichts besitzen aber trotzdem glücklich sein ….. ]
Die Agenda läuft. Regt Euch ruhig weiter über irgendwelche Schwachsinnsthemen auf. Spätestens wenn der Laden komplett pleite ist und keine Kohle mehr zum kaschieren da ist werdet ihr der Realität ins Auge sehen müssen. Viel Spass beim Wählen Eurer Retter am kommenden Sonntag.
SChon wieder so ein Kaffeesatzleser, der so tut, als würde er sich auskennen und die Zukunft voraussagen können. Wenn Du so genau weißt, was die Zukunft bringt, dann sag mir mal die Lottozahlen vom Samstag voraus. Wichtigtuer! Woher willst denn du wissen, was die Zukunft bringt? Von Tuten und Blasen keine Ahnung, aber den Propheten spielen wollen. Dann sag DU uns doch mal, was keine Schwachsinnsthemen sind. Wir sehen der Realtiät ins Auge und die heißt: Greischbuddler ist ein Wichtigtuer und Maulheld.
Winsel nur weiter, die Realität rückt näher und näher….
Wer die noch wählt, dem ist nicht zu helfen.