WINNINGEN/MAINZ. Zwei Frostnächte im April 2024 an der Mosel haben gereicht, um zahlreiche Triebspitzen an den Riesling- und Burgunder-Reben erfrieren zu lassen. Der Ertrag ihres Weinguts sei dadurch eingebrochen, berichtet Winzerin Kira Blinn.
Angesichts des plötzlich frühlingshaft-milden Wetters macht sie sich Sorgen, dass sich das 2026 wiederholen könnte. Bei bis zu 18 Grad an der Untermosel könnte der Austrieb der Reben schon bald beginnen, fürchtet Blinn. «Dann sind die Triebspitze sehr empfindlich.» Das Risiko für Spätfrostfolgen sei dann «enorm hoch». Mit Begrünung am Boden versucht die Winzerin die Kälte abzuhalten und Frostschäden vorzubeugen. «Die Begrünung wirkt wie eine natürliche Klimaanlage auf die Reben.»
Weininstitut und Winzerverband sehen noch keinen Austrieb
Das Deutsche Weininstitut (DWI) im rheinhessischen Bodenheim und der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd (bwv) sehen die Frostgefahr aktuell noch nicht. Nach Einschätzung des DWI kommt es darauf, wie lange es jetzt warm bleibt. «Die Rebe ist vergleichsweise träge, bei einer kurzfristigen Erwärmung gibt es noch keinen Austrieb», sagt DWI-Sprecher Ernst Büscher.
Ein früher Austrieb verlängere die Gefahren des Frosts, sagt bwv-Sprecher Andreas Köhr in Mainz. Und die Reben trieben auch immer früher aus – in der Regel aber nicht vor April. (Quelle: dpa)














