TRIER. Der Herz-Kreislaufstillstand stellt mit mehr als 50.000 Fällen pro Jahr die dritthäufigste Todesursache in Deutschland dar. Er ist einer der zeitkritischsten und lebensbedrohlichsten Notfälle.
Wer nicht reanimiert wird, stirbt. Wer zu spät Hilfe bekommt, kann überleben – allerdings mit schweren und bleibenden Schäden. Ein Gerät, das Leben retten kann, ist der Defibrillator, denn bei jedem vierten Patienten mit Herz-Kreislaufstillstand liegt eine Herzrhythmus-Störung vor. Hier hilft ein gezielter Elektroschock durch einen „Automatisierten Externen Defibrillator“ (AED). Im besten Fall schlägt das Herz nach dem Einsatz eines AEDs wieder normal. Patienten haben dann eine hohe Chance, weiterhin ein normales Leben ohne Einschränkungen zu führen.
Damit Ersthelferinnen und -helfer wissen, wie ein AED zu benutzen ist und auch ausreichend AEDs im Stadtgebiet an zugänglichen Stellen zur Verfügung stehen, sind Dr. Andreas Palzer, stellvertretender Chef der Berufsfeuerwehr, und Dr. Dirk Nauheimer, Oberarzt im Brüderkrankenhaus, im Einsatz. Sie planen, organisieren und schulen. Erst kürzlich boten sie ein Training mit dem Defibrillator für Mitglieder des Ortsbeirats Heiligkreuz an. Dieser hatte beschlossen, im nächsten Jahr Defis im Ortsbezirk zu installieren. In Ruwer wurde kürzlich ein aus Spendengeldern und Mitteln der Björn-Steiger-Stiftung finanzierter tragbarer Defibrillator übergeben. Für 2026 ist die Installation fest installierter Geräte vorgesehen, die für alle in Ruwer und Eitelsbach erreichbar sind.
Laut Palzer wurden in diesem Jahr in mehreren Stadtteilen die lebensrettenden Geräte aus Ortsbeiratsmitteln beschafft: Mitte-Gartenfeld (4), Trier-Nord (1), Tarforst (2), Filsch (1, noch nicht geliefert). Auch für Olewig und Kürenz sollen noch Geräte beschafft werden (jeweils 2). Die Installation der Geräte wird frühestens zum Ende des ersten Quartals 2026 erfolgen. Diese übernimmt, ebenso wie die Wartung, die Berufsfeuerwehr. Die Anschaffung weiterer Geräte ist für 2026 in Planung.
Eingebettet ist die Versorgung mit Defibrillatoren in das System „Region der Lebensretter“. Der gleichnamige Verein hat 2018 ein App-basiertes System etabliert, mit dem Rettungsleitstellen registrierte Ersthelferinnen und -helfer über das Smartphone in der unmittelbaren Nähe des Notfalls orten und alarmieren können. Damit soll die Zeit zwischen dem Absetzen des Notrufs und dem Eintreffen des Rettungsdiensts nicht verstreichen, ohne die Betroffenen zu versorgen. Diese professionellen Retter, die in den ersten drei bis fünf Minuten nach einem Herz-Kreislaufstillstand eintreffen, können die Überlebenschance der Patienten verdoppeln bis vervierfachen.
Eine Karte mit allen verfügbaren AEDs gibt es auf regionderlebensretter.de. (Quelle: Stadt Trier)
















