Kirchenstatistik 2024: Rückgang bei Katholiken setzt sich weiter fort

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Menschen gehen über den Domfreihof vor dem Dom.Harald Tittel/dpa

MAINZ/TRIER. Die katholische Kirche in Deutschland hat im Jahr 2024 erneut deutlich an Mitgliedern verloren. Das zeigen die aktuellen Zahlen der Deutschen Bischofskonferenz, die am heutigen Donnerstag, 27. März, veröffentlicht wurden.

Demnach sank die Zahl der Katholikinnen und Katholiken bundesweit um 325.356 Personen auf nunmehr 19.769.237 Mitglieder. Das entspricht einem Anteil von 23,7 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Auch in Rheinland-Pfalz sind die Entwicklungen rückläufig – bei den Mitgliederzahlen ebenso wie bei den meisten Sakramentenspendungen.

Mitgliederentwicklung: Deutlicher Rückgang trotz weniger Kirchenaustritten

Im Jahr 2023 gehörten noch rund 20,1 Millionen Menschen der katholischen Kirche an. 2024 sind es nur noch knapp 19,8 Millionen. Die Differenz von über 325.000 Mitgliedern ergibt sich unter anderem aus dem anhaltend hohen, aber rückläufigen Kirchenaustrittstrend.

Während 2023 noch 402.694 Menschen die katholische Kirche verließen, waren es im Jahr 2024 bundesweit 321.611 Austritte. In Rheinland-Pfalz haben 22.251 Personen der katholischen Kirche den Rücken gekehrt.

Demgegenüber stehen in Rheinland-Pfalz:

  • 113 Neueintritte

  • 336 Wiederaufnahmen

Sakramente: Taufen und Trauungen weiter rückläufig

Deutschlandweit wurden 2024 laut vorläufiger Statistik gespendet:

  • 116.222 Taufen (2023: 131.245)

  • 22.504 Trauungen (2023: 27.565)

  • 152.280 Erstkommunionen (leichtes Plus)

  • 105.041 Firmungen (leichter Rückgang)

  • 212.970 katholische Bestattungen (2023: 226.179)

Auch die Zahl der Priesterweihen bleibt niedrig – nur 29 neue Priester wurden bundesweit geweiht.

Positiv hebt sich der Gottesdienstbesuch leicht vom Abwärtstrend ab: Er stieg von 6,2 Prozent im Vorjahr auf 6,6 Prozent im Jahr 2024.

Katholische Kirche in Rheinland-Pfalz: Entwicklung in den Bistümern

Bistum Trier (ca. 1,14 Mio. Katholiken):

  • 6.297 Taufen

  • 8.387 Erstkommunionen

  • 4.714 Firmungen

  • 1.043 Trauungen

  • 14.655 Bestattungen

  • 18.894 Austritte

  • 220 Wiederaufnahmen

  • 56 Neueintritte

Bistum Speyer (ca. 437.000 Katholiken, anteilig Rheinland-Pfalz):

  • 2.136 Taufen

  • 3.078 Erstkommunionen

  • 1.890 Firmungen

  • 460 Trauungen

  • 5.792 Bestattungen

  • 7.202 Austritte

  • 125 Wiederaufnahmen

  • 56 Neueintritte

Auch hier zeigt sich: Die Zahl der Neueintritte und Wiederaufnahmen bleibt gering, während die Zahl der Austritte weiterhin deutlich höher ist.

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3 Kommentare

  1. Bis vor 2-3 Jahren – trotz der unkritischen oder doch schon propagierten MitläuferHaltung der Kirchen den politischen Scheindemokraten gegenüber in der Coronazeit – wäre ich nicht im Traum auf den Gedanken gekommen, aus der Kirche auszutreten.

    Wenn aber nun seit geraumer Zeit die Kirche nicht nicht ihr Wort ergreift, sondern sich als Institution gegen Menschen positioniert, die ihre politische Meinung vertreten oder politische Mandate übernehmen, die den Kirchenfürsten nicht genehm sind, dann geht mir das weit weit zu weit.

    Noch herrscht Meinungsfreiheit und dies sollte auch am Domfreihof wahrgenommen werden . Wenn nicht, wird das Bistum Trier in 10 Jahren die Hälfte seiner Leute verloren haben und Bischof Stephan muss die Temperatur in den dann noch nicht entweihten Kirchen weiter runter drehen.

    Kirche hat fertig, wenn sie ihre eigentlich zum Selbstverständlichen gehörende politische Neutralität aufgibt und FREIdenker Andersdenker und mitunter RICHTIGdenker fertig macht.

    Seid sozial ( gegenüber denen, die es verdienen ) und nicht LiLiGr versifft! Ansonsten habe nicht nur ich fertig – mit EUCH!

  2. Es können ruhig noch mehr austreten. Die Kirche hat genug Dreck am Stecken und auf den freigeworden Plätzen wo einst Kirchen standen, kann neuer Wohnraum entstehen. Win Win.

    Ist garnicht schwer. Online Termin beim Standesamt machen. Eine kleine Gebühr entrichten paar Angaben zur Person machen und fertig. Dauert auch nicht lange.
    Oh und positiver Nebeneffekt, man spart die Kirchensteuer.

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