Landrätin scharf attackiert: Michelbacher demonstrieren gegen geplantes Flüchtlingsheim

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Foto: Stefan Puchner/dpa/Illustration

GEROLSTEIN. Pläne des Landkreises Vulkaneifel sehen vor, ein altes Hotel in dem Gerolsteiner Stadtteil Michelbach als Flüchtlingsunterkunft zu nutzen (lokalo.de berichtete). Bis zu 60 Flüchtlinge sollen in dem kleinen Ort mit nur rund 90 Einwohnern untergebracht werden. Gegen die Pläne regt sich Widerstand.

So berichtet der SWR, dass am gestrigen Donnerstag 160 Menschen gegen die geplante Flüchtlingsunterkunft demonstrierten. Der Protest fand vor dem Hotel statt, in dem eine Informationsveranstaltung zu dem Vorhaben mit Landrätin Julia Gieseking (SPD) angesetzt war. Die Landrätin sprach dort zu den versammelten Demonstrationsteilnehmern.

Die verärgerten Demonstranten bezeichneten Gieseking in Sprechchören als Lügnerin und hielten ihr vor, gemeinsam mit dem Investor, der die Unterkunft betreiben soll, vollendete Tatsachen geschaffen zu haben. Sie trugen u.a. Plakate mit der Aufschrift „Investor reich – Dorf tot“.

Gieseking hielt den Demonstranten entgegen entgegen, dass es keine wirkliche Alternative zum Hotel Huschens in Michelbach gebe. Zudem zeige das Beispiel des zwölf Kilometer entfernten Dorfes Desserath, wo ebenfalls Flüchtlinge leben, dass dies gut funktionieren könne. Dies wurde aus der Menge heraus bestritten – die Zustände in Desserath würden beschönigt.

Die Atmosphäre vor Ort war hitzig, da viele Michelbacher sich zu Unrecht in die Nähe von Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit gerückt sehen. (Quelle: SWR)

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2 Kommentare

  1. Diese Leute sollten sich für ihr egoistisches Verhalten schämen. Wie soll denn da die Integration gelingen, wenn die Bevölkerung so ein beschämendes fremdenfeindliches Verhalten an den Tag legt????

    Zum Glück gibt es noch Regionen wo die Menschen offen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit demonstrieren. In solch einem Umfeld wären die traumatisierten Neuankömmlinge sicher besser aufgehoben und würden die notwendige Unterstützung bei der Integration bekommen.

    Gibt es hier in der Region solch einen Ort?? Ja im Ruwertal im schönen Kasel. Dort haben sich die Menschen klar positioniert, dort sollte man die armen Neuankömmlingen hinbringen,damit sie alle Voraussetzungen für einen guten Start in ihr neues Leben vorfinden.

    Motto: „Das Ruwertal demonstriert nicht nur, sondern es HILFT !“

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