Luchs-Konferenz: Wiederansiedlung in Rheinland-Pfalz ist Thema

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Ein Luchs sitzt im Opel-Zoo hinter einem Baumstamm in seinem Gehege. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild

MAINZ. Bei einer Luchs-Konferenz am 10. Mai im Harz sollen nach Ansicht des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums die Netzwerke rund um die Wiederansiedlung der größten Raubkatze Europas weiter ausgebaut werden.

Bei dem Treffen in Goslar (Niedersachsen) finde ein Austausch auf nationaler fachlicher Ebene zwischen den Projekten Harz, Bayerischer Wald und dem Pfälzerwald statt, teilte eine Sprecherin mit. Ein abgestimmtes Vorgehen sowie eine gemeinsame Planung und das Teilen von Ressourcen seien bereits jetzt Standard.

Einst war der Luchs weit verbreitet, dann ausgerottet, jetzt hat er sich neu etabliert. Dank eines EU-Projekts sind die «Pinselohren» wieder Rheinland-Pfälzer. Bei der Tagung «Quo Vadis Lynx?» im Harz werden Jochen Krebühl von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz und Julian Sandrini vom Koordinierungszentrum Luchs und Wolf über das Projekt der Luchs-Wiederansiedlung sprechen.

«Die Tiere haben sich im Projektgebiet verbreitet», heißt es aus Mainz. Aber auch außerhalb dieses Gebiets, etwa im Hunsrück und am Mittelrhein, seien mittlerweile erste Luchse nachgewiesen worden. Dem Ministerium zufolge handelt sich um junge Luchse, die vermutlich aus dem Pfälzerwald abgewandert sind und ein Territorium suchen.

«Der geschätzte Bestand an Luchsen beträgt aktuell, inklusive der Luchse in den Nordvogesen, rund 20 Tiere», teilte die Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur mit. Um Zahl und Territorien im Pfälzerwald nachzuweisen, finde derzeit ein Luchs-Monitoring mit 160 Fotofallen an 80 Standorten statt. Ergebnisse sollen ab Juni einsehbar sein.

Im Vergleich zur Diskussion über den Wolf sei der Luchs deutlich weniger konfliktbehaftet. Hier seien die Vorbereitungen sowie die Vertrauensbildung mit Jägerschaft und Nutztierhaltern erfolgreich gewesen. «Konflikte mit Nutztierhaltern waren gut zu lösen», heißt es. Die Jägerschaft gehe mit dem Thema verantwortungsvoll um.

Der Luchs ist nach Ansicht des Ministeriums in den Revieren für die meisten Jäger mittlerweile normal und findet durch viele Gespräche, Informationen und Aufklärungsarbeit eine hohe Akzeptanz.

Die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz hatte im Verlauf von fünf Jahren mit Partnern wie Landesforsten und WWF Deutschland 20 Luchse angesiedelt. Die ersten Jungtiere kamen 2017 zur Welt – insgesamt wurden mindestens 18 Jungtiere aus neun Würfen geboren.

Mittlerweile hat sich im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen ein neuer Populationskern der größten Raubkatze in Europa gebildet. (Quelle: dpa)

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