TRIER. Es war ein deutlicher Wahlsieg des Amtsinhabers im vergangenen September: 72,2 Prozent der Wählerinnen und Wähler, die Wahlbeteiligung lag bei 32,2 Prozent, machten ihr Kreuz bei Wolfram Leibe und wählten ihn somit für weitere acht Jahre als Oberbürgermeister der Stadt Trier.
Nun wurde Leibe in einer feierlichen Sitzung des Stadtrats für die am 1. April beginnende zweite Amtszeit ernannt – unter den vielen Gästen war auch Prominenz aus Mainz. Der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling war nach Trier gekommen, um Leibe zu seiner Wiederwahl zu gratulieren.
Leibes Wahlerfolg mit einem „Wow-Ergebnis“, wie Ebling betonte, beruhe seiner Meinung nach maßgeblich auf mehreren Faktoren: So habe Leibe die richtigen Themen und Ziele im Wahlkampf gesetzt. Zudem bescheinigte ihm Ebling Erfolge während seiner ersten Amtszeit, etwa die Schaffung neuen Wohnraums. „Diese Erfolge sprechen für Dich“, sagte er in Richtung seines SPD-Parteigenossen und ergänzte: „Während der Pandemie hast Du Dich als verantwortungsvoller und umsichtiger OB bewiesen, wodurch Trier diese schwierige Zeit vergleichsweise gut gemeistert hat. Bei der schrecklichen Amokfahrt warst Du sofort zur Stelle – das sind Führungsqualitäten, auf die Trier sich verlassen kann.“
Zu Leibes Ernennung waren unter anderem Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Kirchen, und Kultur in den Großen Rathaussaal gekommen. Auch der Landrat des Kreises Trier-Saarburg, Stefan Metzdorf, und die ADD-Spitze mit Thomas Linnertz und Christiane Luxem war zugegen, ebenso wie Leibes Vorgänger Klaus Jensen und Helmut Schröer.
Leibe bedankte sich für das Lob und machte deutlich, was das Amt erfordert: „Man kann es nur ausüben, wenn die Ehefrau hinter einem steht. Danke, liebe Andrea, dass Du mich wieder motiviert hast, für das Amt anzutreten“, sagte er zu seiner Frau, Professor Andrea Sand. Die gegenwärtige Zeit analysierte er als eine Phase, in der viele Fundamente, auf denen die Welt beruhe, wegbrächen: „Wir erleben, dass fast nichts mehr selbstverständlich ist, umso wichtiger ist die Demokratie“, betonte der 62-Jährige und warb dafür, an der Kommunalwahl im nächsten Jahr teilzunehmen.
Der aus Baden-Württemberg stammende Jurist stellte in seiner Rede nicht sich, sondern das „Wir“, die Stadtgesellschaft, in den Fokus. „Wir haben die Stadt zusammen nach vorne gebracht und gemeinsam versuchen wir, Probleme zu lösen.“ Seine Bilanz fällt positiv aus: „Wir bekommen vieles hin und – ganz bescheiden – manchmal auch mehr als andere.“
Leibe verschwieg aber auch nicht die noch bestehenden Herausforderungen: „Wir haben – im wahrsten Sinne – Baustellen und Schlaglöcher. Es ist ein Prozess, wir werden nie ankommen. Es geht darum, diesen Prozess fortzusetzen. Durchhalten ist das Motto“, hob er hervor. Trier schöpfe Kraft aus seiner langen Tradition, aber – so der OB – „wir sind kein Museum, wir sind innovativ und wir leben von der Power der Menschen in dieser Stadt.“ Beim Thema Innovation dankte Leibe den Stadtwerken, mit denen man viele Projekte voranbringe. Des Weiteren hob der OB mehrere Themenfelder hervor, auf die er mit Stolz blickt: Hierzu gehören unter anderem die großen Landesausstellungen, die Konversion, die Etablierung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft und der Medizincampus.
(Quelle: Stadt Trier)



















