LONDON. Seit den frühen Morgenstunden sendeten deutsche TV-Sender live vom Begräbnis der verstorbenen britischen Königin – ein Sende-Marathon auf vielen Kanälen. Insbesondere die öffentlich rechtlichen Sender berichteten in ihren „Sondersendungen“ und „Spezials“ ausführlich mit Reporten und Royal-Experten vor Ort. Doch nicht alle Zuschauerinnen und Zuschauer konnten die langen Sendezeiten auf den Sendern nachvollziehen. „Achtung Plakativ! – Zwei Lesermeinungen“.
Pro: TEAM ROYAL
Es ist historisch – es ist ein Jahrhundertereignis. Die Beisetzung der Queen auf gefühlt allen Kanälen kann ich absolut nachvollziehen! Auch ich habe den ganzen Tag – mal mehr, mal weniger konzentriert – die Ereignisse in London verfolgt. Die große Anteilnahme und Anerkennung für die verstorbene britische Königin auf der ganzen Welt ist einmalig und besonders. Das streng einzuhaltende Protokoll, der vorgeschriebene Ablauf, das Ende und der gleichzeitiger Anfang etwas Neuen, der immer noch (zumindest in Teilen) vorhandene „Glanz“ der Monarchie und vor allem die Anerkennung gegenüber einer Frau, welche über 70 Jahre an der Spitze des „Vereinte Königreiches“ stand, sind Punkte für mich, weshalb ich gerne eingeschaltet habe und gleichzeitig froh war, dass es ein ausgiebiges Angebot hierzu gab. Wie wäre es übrigens mit einem eigenen Royal-TV-Sender? 🙂
Fazit: Ein außergewöhnliches Jahrhundertereignis, welchem auch die TV Sender, insbesondere die Öffentlich Rechtlichen, Respekt gezollt haben – zurecht auf vielen Kanälen. Team Royal!
(Leserin Marianne (47))
Contra: Respekt und Anerkennung ja – aber bitte nicht auf allen Sendern
Seit Tagen ist der Tod der Queen omnipräsent. Zurecht wird das Lebenswerk der verstorbenen Königin gewürdigt. Aber hätte es nicht auch gereicht, einen einzigen Sender des öffentlich rechtlichen Rundfunks Live berichten zu lassen? In Zeiten, in welchen die durch die verpflichtende Abgaben der Bürger finanzierten Sender immer mehr, auch aufgrund ihrer „Ausgaben“ und Programmgestaltung in der Kritik stehen, hätte ich mir persönlich ein solches Zeichen durchaus gewünscht. Ob es hier nötig ist, mit jeweils eigenem Personal vor Ort zu verweilen – ich denke nicht. Respekt und Anerkennung gegenüber der verstorbenen Queen – ja, Gebührenverschwendung – nein!
(Leser Markus (33))


















Der Tod macht alle Menschen gleich, egal welch` ein Hype,
in diesem Fall darum gemacht wird.
Queen Elizabeth stand zu ihrer Amtszeit nicht nur für eigene Disziplin,
politische Stabilität und Völkerverständigung, sondern sinnbildlich
auch für die vielen, an deren Einwohnern begangenen Straftaten,
Morden und Ausbeutung in den Jahrhunderten der Kolonisation.
Dieses schwere Erbe der britischen Monarchie relativiert und erdet.
Menschlich gesehen, war sie wohl eine herausragende Regentin.