Bistum Trier stoppt Planung und Bau von fossilen Heizungsanlagen

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Foto: dpa/Symbolbild

Trier – Das Bistum Trier erlässt für ein Jahr einen Planungs- und Baustopp für Heizungsanlagen mit fossilen Brennstoffen für die Immobilien des Bistums und der Kirchengemeinden. Bis zum 31. Mai 2023 gilt, dass Generalsanierung, Austausch und Einbau von Heizungsanlagen mit ausschließlich fossilen Brennstoffen grundsätzlich nicht genehmigungsfähig sind, wie das Bistum mitteilt. Instandsetzung und kleinere Maßnahmen an bestehenden Heizungsanlagen werden nur genehmigt, wenn dies den Brennstoffverbrauch signifikant verringert, eine effiziente Nutzung der beheizten Immobilie dauerhaft notwendig ist und organisatorisch sichergestellt wird, sowie, wenn alternative oder ergänzende Heizungskonzepte geprüft wurden und gegebenenfalls umgesetzt werden.

„Die globale Klimakrise, der Ukraine-Krieg und unsere christliche Verantwortung für die Schöpfung zwingen uns zu einer konsequenten Abkehr von den fossilen Brennstoffen Kohle, Erdöl und Erdgas“, erklärt der Generalvikar des Bistums Trier, Dr. Ulrich Graf von Plettenberg. „Das Bistum Trier will bestehende Klimaschutzziele konsequent fortschreiben und daraus abgeleitete strengere Regelungen erlassen“ – ein entsprechender Abstimmungsprozess mit den zuständigen Gremien laufe bereits. „Bis es soweit ist, dass dauerhafte verbindliche Regelungen getroffen werden, sollen nach Möglichkeit über Investitionen in Heizungsanlagen keine Tatsachen geschaffen werden, welche die Bauherren für die gesamte zukünftige Betriebszeit der Anlagen an fossile Brennstoffe binden.“

In seinem Energiebericht weist das Bistum Trier über 3.000 beheizte und mit Strom versorgte Gebäude aus. Der Gebäudetyp hat einen sehr starken Einfluss auf den spezifischen Energiebedarf. Zum Immobilienbestand des Bistums gehören unter anderem: Kirchen, Kindertagesstätten und Kindergärten, Pfarrhäuser, Pfarrheime und Pfarrzentren, Schulen und Verwaltungsgebäude. Deren Energieverbrauch lag für das Heizen im Jahr 2020 bei rund 142 Millionen Kilowattstunden; bei einem CO2-Ausstoß von knapp 40.000 Tonnen. Schon im März hatte von Plettenberg als Zeichen der Solidarität und Anteilnahme mit den Menschen in der Ukraine die Kirchengemeinden im ganzen Bistum gebeten, die Kirchenheizungen abzustellen oder wenigstens deutlich zu drosseln.

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