Ahrtal: Online-Hilfe statt Helfershuttle – Shuttle-Dienst endet zum 31.5.

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Foto: Thomas Frey/dpa/Archivbild

GRAFSCHAFT. Mehr als 100.000 Freiwillige haben den Flutopfern an der Ahr geholfen. Nun schlägt der Helfershuttle ein neues Kapitel auf.

Zehneinhalb Monate nach der tödlichen Flutkatastrophe im Ahrtal soll das Camp des Helfershuttles in Grafschaft zum 31. Mai geschlossen werden. Dafür soll künftig ein Online-Marktplatz (www.helfer-shuttle.de) Hochwasseropfer und ehrenamtliche Helfer direkt miteinander vernetzen, wie die Shuttlegründer Marc Ulrich und Thomas Pütz am Donnerstag mitteilten. Ein Projektbüro solle zudem weiter «eine persönliche Erreichbarkeit» sicherstellen. Wichtig sei, dass die Fluthilfe nicht verschwinde. Bei der Sturzflut Mitte Juli 2021 mit 134 Todesopfern waren Tausende Häuser verwüstet worden. Viele sind bis heute noch unbewohnt.

Nach der Säuberung der Häuser von Schlamm und Unrat, der Entfernung von Bodenbelägen und Wandputz zum Trocknen der Gebäude sowie der Begrünung verwüsteter Gärten sind inzwischen meist Fachfirmen für den Wiederaufbau nötig. «Es werden täglich weniger Anfragen seitens der Betroffenen und es kommen seit einigen Wochen auch immer weniger Helfer», erklärten Ulrich und Pütz in einer Mitteilung. Der Aufwand für den Betrieb des großen Camps mit umfangreicher Ausrüstung in Grafschaft hoch über dem Ahrtal lohne sich nicht mehr. Dennoch seien Helfer zu einem weiteren Sprint bis Ende Mai für restliche Stemmarbeiten in Häusern und die Anlage von noch rund 100 Gärten eingeladen.

Ulrich und Pütz sprachen von einer «beispiellosen Welle der Solidarität». Der Shuttledienst mit Bussen habe um die 125.000 Helfer für mehr als 15.000 Einzelaufträge mit fast einer Million Arbeitsstunden hinunter ins Ahrtal gebracht. Zudem seien über einen «Spendenshuttle» mehr zwei Millionen Euro für Flutopfer geflossen.

Die Landrätin des Kreises Ahrweiler, Cornelia Weigand (parteilos), zeigte sich beeindruckt: «Die beispiellose Hilfsbereitschaft der Menschen aus der ganzen Welt für unsere Region war und ist einzigartig.» Sie ergänzte: «Ohne dieses Zeichen der Hoffnung wäre der Wiederaufbau für viele Menschen kaum vorstellbar gewesen.» Das Helfercamp in Grafschaft hatte im Oktober 2021 auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besucht. (dpa)

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