Bischöfe-Beirat: Trierer Bischof Ackermann als Missbrauchsbeauftragter nicht mehr tragbar

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Die katholische Kirche wird in den nächsten Jahren weiter an Präsenz verlieren, meint Bischof Ackermann. Foto: Harald Tittel/dpa

TRIER. Der Betroffenenbeirat der Deutschen Bischofskonferenz hält den Missbrauchsbeauftragten der deutschen Bischöfe, den Trierer Bischof Stephan Ackermann, nicht mehr für tragbar.

Der Beirat verwies am Donnerstag darauf, dass Ackermann bei einer digitalen Informationsveranstaltung seines Bistums am 18. März das Pseudonym einer betroffenen Frau gebrochen und deren Klarnamen genannt habe. Dies disqualifiziere ihn als Missbrauchsbeauftragten, «weil es die Mindeststandards für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit verletzt».

Der Beirat sprach von einem «eklatanten Machtmissbrauch» und einer «erneuten Retraumatisierung» der betroffenen Frau. Auch wenn sich der Ackermann bei ihr entschuldigt und eine Unterlassungserklärung unterzeichnet habe, sei sein Verhalten «inakzeptabel und weder nachvollziehbar noch entschuldbar». Deshalb bedürfe es innerhalb der Bischofskonferenz dringend einer «strukturellen und personellen Neuordnung im Themenfeld Missbrauch, Aufarbeitung und Prävention».

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Georg Bätzing, solle gemeinsam mit den anderen Bischöfen nach Lösungen und Alternativkonzepten suchen. Ackermann ist seit 2010 Beauftragter für Fragen des sexuellen Missbrauchs. Der Beirat besteht aus zwölf Frauen und Männern, die von sexualisierter Gewalt und Missbrauch im Zuständigkeitsbereich der katholischen Kirche betroffen sind. Die Mitglieder wurden durch den Vorsitzenden der Bischofskonferenz berufen.

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