Zapfsäulen-Irrsinn: Spritpreis-Explosion treibt Trierer Transportunternehmen in Insolvenz

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Foto: Christoph Reichwein/dpa/Symbolbild

TRIER. Die Asche Transporte GbR ist ein regionales Transportunternehmen mit Sitz in Trier und bedient mit mehr als 20 Fahrern fixe Touren in ganz Deutschland. Mit Beschluss vom 7.4.2022 hat das Amtsgericht Trier ein vorläufiges Insolvenzverfahren eingeleitet und Rechtsanwalt Christoph Grünen LL.M. mult. aus der Kanzlei Professor Schmidt in Trier zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt, wie die Kanzlei heute mitteilt.

Dadurch, dass die Verträge langfristig ausgehandelt wurden, entsprechen die Konditionen nicht den inzwischen tatsächlich anfallenden Kosten. Nahezu sämtliche Touren sind durch die Explosion der Dieselpreise und die allgemeine Preissteigerung defizitär. Die Rücklagen des Unternehmens wurden bereits während der Corona-Pandemie und branchenspezifischen Rückgängen des Versandvolumens bei einigen Auftraggebern weitestgehend aufgebraucht. Staatliche Corona-Hilfen wurden von dem Unternehmen nicht beansprucht. Auf die aktuelle Entwicklung der Kraftstoffpreise konnten die Unternehmer nur mit einem Insolvenzantrag reagieren.

Ziel der Inhaber Uwe und Nicole Asche ist es, gemeinsam mit dem gerichtlich bestellten Sanierungsexperten Rechtsanwalt Christoph Grünen LL.M. mult. aus der Kanzlei Professor Schmidt den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren: „Auch, wenn uns die Entscheidung mit Blick auf unsere Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern und Geschäftspartnern nicht leichtgefallen ist, sind wir fest entschlossen, weiter zu machen und planen aktuell sogar weitere Fahrer anzustellen, um neue Touren abzuarbeiten.“

Zur Prüfung von Sanierungsaussichten und der passenden Sanierungsinstrumente wird das Unternehmen unter Mitwirkung von Grünen bis auf weiteres fortgeführt: „Im derzeitigen vorläufigen Insolvenzverfahren können die Lohnansprüche der rund 20 Mitarbeiter durch eine Insolvenzgeldvorfinanzierung sichergestellt werden. Die hierdurch gewonnene Zeit wird genutzt, um das Unternehmen eingehend zu prüfen und eine operative Restrukturierung anzustoßen. Bei einem positiven Verlauf ist eine Sanierung mittels Insolvenzplan denkbar“, so Grünen.

Uwe und Nicole Asche betreiben ihr Transportunternehmens mit rund 20 Mitarbeitern vornehmlich als Subunternehmer für Dritte im Zustell-, Paket- und Kurierdienst. Das überregional tätige Unternehmen besteht in der heutigen Rechtsform seit August 2019 und wurde zuvor 10 Jahre als Einzelunternehmen von Uwe Asche betrieben.

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