LUXEMBURG. Die EU-Kommission will Briefkastenfirmen verbieten. Darauf läuft der Entwurf einer neuen Richtlinie hinaus. Im Großherzogtum lösen die Pläne Besorgnis aus.
Derzeit gibt es rund 46.000 Finanzbeteiligungsgesellschaften in Luxemburg, die dem Staat pro Jahr Einnahmen in Höhe von ca. 1,6 Milliarden Euro sichern. Kein Wunder also, dass die Politik im Großherzogtum mit Besorgnis auf die Brüsseler Pläne reagiert.
So warnt der Vorsitzende des Finanzausschusses im luxemburgischen Parlament, André Basler (DP), davor, dass Kapital in Drittländer außerhalb der EU abfließen könnte. Laurent Mosar, Abgeordneter der CSV, befürchtet unfaire Regeln zum Nachteil Luxemburgs im globalen Finanzwesen. Zudem könnten die Finanzbeteiligungsgesellschaften sich gezwungen sehen, Büros mit Arbeitnehmern zu gründen, was Probleme in den Bereichen Umwelt und Verkehr nach sich ziehen könne und die Immobilienpreise nach oben treiben würde.
Finanzministerin Yuriko Backes (DP) sagte dem Finanzausschuss der Abgeordnetenkammer zu, die luxemburgischen Bedenken bei den Verhandlungen auf EU-Ebene zu vertreten. Laut der Ministerin sehe die derzeitige französische EU-Präsidentschaft das Thema aber sowieso nicht als vorrangig an.















