KUSEL. Etwas mehr als drei Wochen ist es nun her, dass zwei Polizisten in Kusel bei einer Kontrolle erschossen wurden. Unter dem Motiv der „Vertuschung von Jagdwilderei“ sollen die mutmaßlichen Tatverdächtigen Florian V. und Sebastian S. dabei auf die Polizisten geschossen haben. Der Pächter eines Jagdgebietes im Saarland erhebt nun in der „Rheinpfalz“ einen schweren Vorwurf: Ein ihm namentlich bekannter Polizist habe im Jahr 2017 dem späteren mutmaßlichen Polizistenmörder Andreas S. beim Wildern geholfen.
Deckte ein Polizist den dringend Tatverdächtigen Andreas S. in der Vergangenheit?
In der „Rheinpfalz“ erinnert sich der Pächter an einen Vorfall aus dem September Jahr 2017. So soll Andreas S. im Revier des Pächters ein Reh illegal erlegt haben und anschließend mit Vollgas davongefahren sein. Der im Anschluss gefundene Kopf des toten Tieres, inklusive der sich dort befindlichen Kugel, nahm der Jagdpächter zur Beweissicherung mit nach Hause und informierte die Polizei über den Vorfall.
Stutzig wurde der Pächter schließlich, als eine Anwohnerin ihn informierte, dass diese am Folgetag Andreas S. sowie einen ihr bekannten Polizisten im entsprechenden Gebiet herumlaufen sah, um nach einem toten Tier Ausschau zu halten. Hierzu soll Andreas S., laut Bericht der Rheinpfalz, den Polizisten bereits am Vorabend gegen 23 Uhr gebeten haben. Durch den Pächter schließlich auf den Vorfall und die mutmaßliche Suche angesprochen, soll der Polizist gegenüber dem Pächter dann eiskalt gelogen haben.
Obwohl der Pächter selbst den Kopf des toten Tieres mitnahm, soll der Polizist nach Angaben des Pächters behauptet haben, dass sie den Kadaver gefunden hätten und es sich um einen sogenannten „Blattschuss“ gehandelt habe. Deckte der Polizist hiermit den späteren, mutmaßlichen Polizisten-Mörder?
Gegenüber der Rheinpfalz schildert der Pächter weiter, dass er die zugetragenen Ereignisse „genau so bei der Polizei zu Protokoll“ angab – vergebens! Niemand soll sich anschließend bei ihm gemeldet haben und die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren gegen Andreas S. schließlich ein. Aufgrund der Tatsache, dass drei Personen bezeugten, den Abend des Abschusses mit Andreas S verbracht zu haben, könne dieser gar nicht im entsprechenden Gebiet gewildert haben, argumentierte die Staatsanwaltschaft.
Schwere Vorwürfe! „Hätten die Ermittler damals den Polizisten, die Anwohnerin und den Jagdpächter befragt sowie den Kopf des erschossenen Rehs untersucht, hätten sie die Aussagen des Andreas S. und seiner Alibi-Geber wohl widerlegen können“, zitiert die Tageszeitung den Pächter.
Konfrontiert mit den Vorwürfen gegen den Polizisten, teilte die Staatsanwaltschaft gegenüber der Rheinpfalz mit, dass
Einzelheiten, aufgrund des noch am Anfang stehenden Ermittlungsverfahrens „gegenwärtig nicht mitgeteilt werden“.
















