Pföhler ab Montag weg: Erst krankgeschrieben, dann dauerhafte Dienstunfähigkeit – jetzt Ruhestand

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Landrat Jürgen Pföhler (CDU) besucht die Boeselager-Realschule. Foto: Thomas Frey/dpa/Archivbild

Der nach der tödlichen Flutkatastrophe stark in die Kritik geratene Landrat des Kreises Ahrweiler, Jürgen Pföhler (CDU), geht am Montag (1.11.) offiziell in den Ruhestand. Wohl in der zweiten Januarhälfte 2022 werde ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gewählt, teilte die Kreisverwaltung mit. Die Amtsgeschäfte führt derzeit der Erste Beigeordnete Horst Gies (CDU).

Der 63 Jahre alte Pföhler hatte sich nach der Sturzflut am 14. und 15. Juli mit 134 Todesopfern im Ahrtal nach extremem Starkregen erst krankschreiben lassen und dann einen Antrag auf dauerhafte Dienstunfähigkeit gestellt. Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt gegen ihn und ein weiteres Mitglied seines Krisenstabes. Dabei geht es um den Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Körperverletzung durch Unterlassen wegen womöglich zu später Warnungen und Evakuierungen.

Pföhler hatte appelliert, die Ereignisse besonnen zu beurteilen. Laut Staatsanwaltschaft gab er während einer Razzia in der Kreisverwaltung Ahrweiler an, er sehe bei sich keine strafrechtliche Verantwortung. Nach seinen Worten war auch sein eigenes Haus von der Sturzflut betroffen.

Zur Aufklärung der Katastrophe hat sich auch ein Untersuchungsausschuss des Mainzer Landtags konstituiert. Überdies will eine neue Enquete-Kommission des Landesparlaments Handlungsempfehlungen nach der Flut erarbeiten.

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3 KOMMENTARE

  1. Dann wollen wir mal schauen wie “besonnen” die Aufarbeitung dieses generellen Totalversagens durchgeführt wird. Es lagen eindringliche Warnungen vor dem Hochwasser vor, gekümmert hat dies niemand. Viele Tote, werden die politisch Verantwortlichen sich wirklich stellen müssen????

  2. Erinnert mich an einen Film mit Heinz Erhardt, in der Rolle des Willi Winzig.
    Selbiger ohrfeigt einen Abgeordneten, worauf dieser freudestrahlend verkündet:
    “Jetzt bin ich kompromittiert und muss zurücktreten (mit vollen Bezügen).”

  3. Das zieht sich durch unsere Politik wie ein roter Faden : ständiges Versagen für das keiner die Verantwortung übernimmt , man aber darauf bedacht ist alle finanziellen Vorteile auszuschöpfen ! Dieser Fall ist schon ein Musterbeispiel dafür , einfach nur Erbärmlich .

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