Lidl stockt auf – Welcher Discounter steht an der Spitze vom Fleischersatz-Wettstreit?

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Photo by Marjan Blan | @marjanblan on Unsplash

Die Beobachtung, dass die Vegetarische oder gar Vegane Lebensweise immer mehr im Trend liegt, ist längst kein Geheimnis mehr. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts stieg etwa die Produktion – und damit auch die Nachfrage – von vegetarischen und veganen Lebensmitteln in Deutschland im Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 um ein Drittel an.
Dazu passt, dass der 1834 gegründete Wursthersteller Rügenwalder Mühle im Jahr 2020 erstmals mehr Umsatz mit veganen und vegetarischen Produkten machte als mit klassischer Wurst.

Vor diesem Hintergrund möchten Discounter wie Lidl, Aldi oder Penny natürlich mit der Entwicklung Schritt halten und ihr Sortiment entsprechend an die neuen Erwartungen der Verbraucher anpassen, um auch in Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben und keine Marktanteile zu verlieren – so wie es Lidl jüngst angekündigt hat.

Mit diesen neuen Produkten geht Lidl in die Fleischlos-Offensive

Veganer, Vegetarier und Flexitarier durften sich beim Einkauf im Supermarkt oder Discounter in den vergangenen Jahren bereits über eine Erweiterung des Sortiments um Tofu, Mandel- oder Sojamilch sowie diverse Fleischalternativen freuen – Produkte, die man vor einigen Jahren wenn überhaupt nur im Reformhaus gefunden hat.

Wer einen Blick in den Lidl Prospekt für nächste Woche wirft, stellt schnell fest, dass vegetarischen und veganen Produkten wie Fleischersatz, Brotaufstrichen oder auch Käse-Alternativen dort längst viel Platz eingeräumt wird. Jetzt wurde bekannt, dass es sich dabei nur um den Anfang einer großen Fleischlos-Offensive handelt.

Denn Ende April diesen Jahres kündigte Lidl an, alle veganen Ersatzprodukte in Zukunft nicht nur unter einer Eigenmarke namens “Vemondo” zu bündeln, sonder darüber hinaus die Produktpalette auch deutlich zu erweitern. So soll es beim Discounter in Zukunft mehr als 450 Produkte geben, die das gelbe Vegan-Siegel als Qualitätsnachweis tragen.

Doch ist Lidl mit dieser Fleischlos-Offensive Vorreiter unter den Discountern oder versucht man damit eher, die Lücke zu anderen Discountern wie Aldi, Penny oder Norma zu schließen?

Welcher Discounter hat im Fleischlos-Segment die Nase vorn?

Bei der aktuellen Entwicklung, bei der immer mehr Menschen eine vegetarische oder vegane Lebensweise wählen oder zumindest versuchen, öfter auf tierische Produkte zu verzichten, muss sich der Einzelhandel natürlich anpassen – denn mit Billigfleisch etwa wird man in Zukunft immer weniger Konsumenten in die eigenen Filialen locken können.

Vor diesem Hintergrund ist auch unter den Discountern ein regelrechter Wettkampf um das beste und vielfältigste Sortiment an Fleisch- und Milchalternativen entbrannt. Wer diesen Wettkampf für sich entscheidet, kann idealerweise nicht nur die bestehende Kundschaft behalten, sondern bestenfalls auch neue Kundengruppen erschließen und zu Stammkunden machen.

Einer Untersuchung der Albert Schweitzer Stiftung aus dem Jahr 2020 nach, führt unter den Discountern Aldi dieses Rennen aktuell an – und zwar gleich doppelt, da Aldi Nord auf dem Ersten und Aldi Süd auf dem Zweiten Platz landete. Dahinter folgte Penny auf dem Dritten, Lidl auf dem Vierten und Norma auf dem Fünften Platz.

Vegane und Vegetarische Ersatzprodukte – von der Nische zur neuen Normalität?

Auch wenn Lidl sich beim Ranking der Albert Schweitzer Stiftung im Vergleich zur vorherigen Untersuchung um einen Platz verbessern konnte, hat es nicht für einen Platz auf dem Treppchen gereicht.

Daher verwundert die jüngst angekündigte Fleischlos-Offensive des Discounters nicht weiter – schließlich geht es dabei um wertvolle Marktanteile. Denn setzt sich der aktuelle Trend fort, wird ein gutes Sortiment an Ersatzprodukten für Fleisch- und Milchprodukte von essentieller Bedeutung für den Erfolg von Supermärkten und Discountern sein.

Es bleibt also spannend, wie sich die Lage weiterentwickeln wird – und ob die jetzigen “Ersatzprodukte” bald vielleicht schon der neue Standard und keine Alternative mehr sind. Dann scheinen auch Nebenkriegsschauplätze wie die Frage, ob man veganen Käse als Käse bezeichnen darf und andere Kuriositäten rund um vegane und vegetarische Ersatzprodukte, der Vergangenheit anzugehören.

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