Große Luther-Ausstellung zu Protest und Gewissensfreiheit bis in die heutige Zeit

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Porträt Martin Luthers von Lukas Cranach d.Ä. (1528). Foto: Norbert Neetz/dpa

WORMS. Vorhang auf: Nach pandemiebedingter Verzögerung und großem Umbau startet am Samstag (3.7.) die Landesausstellung «Hier stehe ich. Gewissen und Protest – 1521 bis 2021» in Worms. Im Mittelpunkt steht die Widerrufsverweigerung Martin Luthers vor 500 Jahren auf dem Reichstag in Worms. Dabei werden dem Reformator die berühmten Sätze «Hier stehe ich. Ich kann nicht anders» zugeschrieben. Es gehe aber nicht nur um Luther, betonen die Organisatoren. Sie wollen die Entwicklungsgeschichte von Protest und Gewissensfreiheit bis in die Gegenwart aufzeigen (bis 30.12.).

«Wir möchten anhand der ausgewählten Beispiele in der Ausstellung Anregungen bieten und zum Nachdenken einladen», sagte Kurator Olaf Mückain der Deutschen Presse-Agentur. «Darüber, wofür es sich zu kämpfen lohnt – und woher man vielleicht den Mut und die Kraft ziehen kann, sich dem eigenen Gewissen zu verpflichten und dementsprechend zu handeln.» Neben Luther zeigt die Ausstellung den Freiheitskampf etwa von Nelson Mandela und Sophie Scholl.

«Allen in der Ausstellung vorgestellten Persönlichkeiten ist gemein, dass sie wussten, wie man mit Worten Menschen berühren und Meinungen beeinflussen kann», schilderte Mückain. Egal, ob als Redner oder Prediger, oder ob in Form von Schriften oder Flugblättern: «Sie waren charismatische Meinungsmacher. Außerdem waren sie von ihren Idealen fast missionarisch überzeugt und handelten konsequent danach.»

Neben Martin Luther werden im Museum der Stadt 13 weitere Themen der verschiedensten Epochen behandelt. «Dadurch waren bei der Konzeption unglaublich viele verschiedene Experten, Autoren und Leihgeber involviert», sagte der Kurator. Das Springen in Themen und Zeiten sei für das Team die größte Herausforderung gewesen. «Und die Pandemie hat das alles natürlich nicht unbedingt vereinfacht.»

Eine weitere große Herausforderung habe darin bestanden, dass das Museum in den vergangenen Jahren grundlegend saniert und das Erdgeschoss umgebaut worden sei. «Die Baumaßnahmen wurden nicht auf die Landesausstellung zugeschnitten, sondern auch für die Zeit darüber hinaus geplant.» Die Folgen seien aufwendige Anpassungs- und Abstimmungsprozesse gewesen. Nun sei in Worms aber alles bereit.

In 95 Thesen hatte Luther damals den Ablasshandel der katholischen Kirche kritisiert, sich von Sünden freikaufen zu können. In Worms weigerte sich der Mönch am 18. April 1521, seine Schriften offiziell zu widerrufen. Reformation und Kirchenspaltung nahmen ihren Lauf. (dpa)

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1 KOMMENTAR

  1. Martin Luther hat dem Volk aufs Maul geschaut, …er war ein Rebell seiner Zeit.

    Würde er heute noch leben, würde er alle verfügbaren Finger in die großen Wunden der aktuellen Politik legen.

    Diese hier aufzulisten, würde dieses Forum sprengen, aber einen Punkt, der mich besonders schmerzt , , ,möchte ich nicht unerwähnt lassen..

    Frau Merkel hat sich bis dato mit keinem Wort, auch nur ansatzweise zu dem Würzburger Anschlag,
    welcher, das weiß man inzwischen, islamistisch motiviert war, geäußert.

    Außer einem unwürdigen, diesem Vorfall in keinster Weise gerechtwerdenden Rummgedruckse
    ihres Sprechers Steffen Seibert, wird nichts verlautbart…

    So sieht Führung nicht aus….und schon gar nicht “ im Namen des Volkes „…

    Eine Schande für diese Land,…. diese ganze Bagage….!!

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