Schreiner aus Bitburg erfolgreich bei der Deutschen Meisterschaft

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Marius Windhausen bei der Urkundenüberreichung durch Thomas Radermacher (Mitte), Präsident von Tischler-Schreiner-Deutschland und Juryvorstand Gunter Kiem. Foto: TSD/art-pix.com

BITBURG/BAD-WILDUNGEN. Marius Windhausen war 2020 Landessieger im Tischler- und Schreinerhandwerk und hatte sich damit zur Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft qualifiziert. Mitte Mai trat er nun in der Holzfachschule in Bad-Wildungen (Hessen) gegen 14 weitere Teilnehmer aus ganz Deutschland an und belegte dort einen erfolgreichen sechsten Platz mit über 80 Punkten.

„Das Feld lag dicht beieinander, desto mehr ist auch der sechste Platz für mich ein toller Erfolg“, so der 20-Jährige, der erst im Sommer letzten Jahres seine Gesellenprüfung bei der Schreiner-Innung Westeifel abgelegt hat. Seine Ausbilder Achim Tossing und Sebastian Peters von Bulbaum in Bitburg freuen sich ebenso über die starke Leistung: „Wir sind echt stolz auf Marius und sehr froh, dass er weiter bei uns im Team als Geselle ist.“ Und mit einem Augenzwinkern ergänzen die beiden: „Es macht uns als Ausbildungsbetrieb natürlich auch selbst stolz.“

Die Aufgabe

In 19 Stunden verteilt auf zwei Tage war ein Beistellschränkchen mit Klappe und Schubkasten zu fertigen. Die Herausforderung lag dabei vor allem in der Anzahl der Arbeitsschritte. Denn insgesamt zwölf handwerkliche Verbindungen mussten klassisch von Hand hergestellt werden – Schwalbenschwanzverbindungen am Schubkasten sowie Schlitz- und Zapfenverbindungen für das Gestell. Außerdem sollte der Schubkastenboden mit einer Kreuzfuge furniert werden, das heißt, die Fügelinie des Furniers läuft jeweils diagonal über die Trägerplatte. Da waren neben guter Planung insbesondere genaues Arbeiten gefragt.

Zugeständnisse an die Corona-Pandemie

Möglich war das Nachholevent auch deshalb geworden, weil man am Ausrichtungsort der Holzfachschule Bad Wildungen optimale Bedingungen geschaffen hatte, wie zum Beispiel tägliche Tests und eine ideale Rundumbetreuung. Zwar musste die Öffentlichkeit vor Ort außen vor bleiben. Doch auf diese Weise konnte der Wettkampf auch in Coronazeiten völlig reibungslos und ohne weitere Zwischenfälle stattfinden.

Beeindruckt zeigte sich davon auch der Präsident vom Bundesinnungsverband Tischler Schreiner Deutschland Thomas Radermacher: „Ich bin sehr stolz darauf, wie wir als Innungsorganisation in der Coronakrise zusammenstehen und die Herausforderungen meistern. Das Nachholevent der ursprünglich wegen Corona ausgefallenen Meisterschaften hier in Bad Wildungen auf die Beine zu stellen, zeigt, dass vieles möglich ist in einer starken Gemeinschaft. Da kann man sich nur herzlich bei allen Beteiligten für ihren großen persönlichen Einsatz bedanken.“

Der Wettbewerb digital

Tischler Schreiner Deutschland berichtete an den Wettbewerbstagen live vor Ort. Zu sehen in verschiedenen Videos auf:

www.tischler-schreiner.de/plw-2020-live

www.facebook.com/tischlerschreinerdeutschland

www.instagram.com/tischler_schreiner_blog

www.youtube.com/user/TischlerSchreinerD

Hintergrund

Die Deutschen Meisterschaften im Tischler- und Schreinerhandwerk zeichnen jährlich die hohen praktischen Fähigkeiten der besten jungen Gesell*innen eines Jahrgangs aus. In Bad Wildungen wurde an zwei Tagen ein Beistellschränkchen mit 12 klassischen handwerklichen Verbindungen und einer Furnierarbeit hergestellt.

Bewertet wurden die Arbeiten anschließend durch eine Fachkommission nach Kriterien wie Maß- und Schnittgenauigkeit, dem Passen der Verbindungen sowie dem Verhalten der Teilnehmer untereinander. Qualifizieren konnte man sich über den Gewinn verschiedener Vorentscheide auf Innungs-, Kammer- und Landesebene. Außerdem wurden in diesem Jahr erstmalig auch die besten Zweitplatzierten aus den Landesentscheiden zugelassen.

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