Impfzentren: Verunsicherung bei AstraZeneca weiter spürbar, aber keine extremen Ausfälle

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Foto: dpa

In Impfzentren in Rheinland-Pfalz ist Verunsicherung bei den Impflingen spürbar, wenn es um den Impfstoff von Astrazeneca geht. Von größeren Terminausfällen aber bleiben die Zentren verschont.

Auch in rheinland-pfälzischen Impfzentren gibt es Verunsicherung bei Corona-Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca. Immer wieder werden Termine mit dem Impfstoff nicht wahrgenommen, wie Impfzentren im Land berichteten. Allerdings sprechen die Kreisverwaltungen nicht von größeren Ausfällen. Der Informationsbedarf indes ist demnach deutlich gestiegen.

So kommen Terminausfälle im Impfzentrum in Grafschaft-Gelsdorf bei fünf bis 25 Prozent der terminierten Fälle vor, wie der Kreis Ahrweiler mitteilte. Es gebe viele Rückfragen zu dem Vakzin, die Verunsicherung führe auch zu vermehrten Anfragen zur Wahlfreiheit von Impfstoffen. Der Kreis Kaiserslautern bestätigte eine Verunsicherung. Insbesondere aus der Gruppe der jüngeren Impflinge gebe es Rückfragen bei Vorerkrankungen mit Thrombosen, hieß es von der Kreisverwaltung.

In Hillesheim im Kreis Vulkaneifel verspürten die Mitarbeiter «zumindest bei einem Teil der Impflinge» einen höheren Informationsbedarf, teilte der Kreis mit. Die Arztgespräche dauerten dementsprechend etwas länger. «Leider kommen eine größere Zahl von angemeldete Personen nicht zum Impftermin», sagte eine Sprecherin. «Ob das aber letztlich am Impfstoff liegt oder andere Gründe hat, lässt sich von Seiten des Impfzentrums nicht beurteilen.» Der Kreis Mayen-Koblenz bezifferte die Ausfälle auf etwa «fünf bis zehn» pro Tag. «Es gibt immer wieder einige wenige Personen mit einem AZ-Termin, die diesen nicht wahrnehmen», hieß es.

Im Impfzentrum in Alzey ist nach der Entscheidung des Landes, den Impfstoff von Astrazeneca nur noch bei Personen ab 60 Jahren zu verimpfen, «die ohnehin vorhandene Verunsicherung in der Bevölkerung zumindest nicht gesunken», wie die Kreisverwaltung mitteilte. «Auch wir nehmen im Impfzentrum in Alzey wahr, dass Impfwillige aufgrund der bekannten Meldungen verunsichert sind.» In Einzelfällen würden dort Impftermine storniert oder nach ärztlichen Aufklärung abgebrochen.

Von einer sehr stark spürbaren Verunsicherung berichtete die Kreisverwaltung Bad Kreuznach. «Immer wieder kann es vorkommen, dass Impftermine nicht wahrgenommen werden – völlig losgelöst vom Impfstoff», teilte die Verwaltung mit. Nach den letzten Entwicklungen rund um den Impfstoff von Astrazeneca habe dies «hier aber spürbar» zugenommen. «Anfragen nach einem Impfstofftausch wurden ebenfalls deutlich mehr. Ein Tausch ist jedoch weiterhin ohne medizinische Indikation nicht möglich.»

Auch das Impfzentrum des Kreises Mainz-Bingen wies «ausdrücklich» darauf hin, «dass Impftermine, für die ein bestimmter Impfstoff vorgesehen ist, nicht auf ein anderes Vakzin umgestellt werden können». Dies regle das Land einheitlich. Den Angaben zufolge hatte es vermehrt solche Anfragen von Bürgern gegeben.

Menschen unter 60 Jahren mit einer Astrazeneca-Erstimpfung steht es nach der Entscheidung der Länder nun frei, sich für die Zweitimpfung für einen anderen Impfstoff zu entscheiden. «Jüngere Menschen erhalten einen alternativen Impfstoff bei der Zweitimpfung, außer sie wünschen explizit eine Impfung mit Astrazeneca», sagte eine Sprecherin des Rhein-Pfalz-Kreises.

Dort aber fehlt vor allem eins: «Grundsätzlich wünschen sich alle, dass schnell deutlich mehr Impfstoff zur Verfügung steht und damit die Kapazitäten des Impfzentrums auch voll ausgeschöpft werden können», teilte der Rhein-Pfalz-Kreis mit. Auch in Hillesheim in der Vulkaneifel ist der Impfstoff der «limitierende Faktor».

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