Mehr als 500 000 Impfungen in Rheinland-Pfalz: Jetzt auch Dialyse-Patienten

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Foto: Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz

MAINZ. Mehr als 500 000 Corona-Schutzimpfungen sind in Rheinland-Pfalz bereits gesetzt worden.

„Ein Meilenstein“, sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Mittwoch in Mainz. Mehr als 300 000 Mal sei in den 32 Impf-Zentren gespritzt worden, was für die Bedeutung dieser Einrichtungen spreche. Allerdings sind damit noch immer weniger als zehn Prozent der rund 4,1 Millionen Menschen wenigstens einmal geimpft. Wegen des Stopps von Astrazeneca geht es langsamer voran. Rund 7500 Erst- und Zweitimpfungen waren es im ganzen Land am Dienstag.

Die 5000 bis 5500 Dialyse-Patienten mit schweren Nierenerkrankungen sollen bis Freitag geimpft werden. „Diese Menschen haben ein erhebliches Risiko, an Sars-CoV-2 zu sterben“, sagte Facharzt Alexander Lammert über den Start der Impfungen in den rheinland-pfälzischen Dialyseeinrichtungen am Mittwoch. „Und sie können nicht zu Hause bleiben.“

Rheinland-Pfalz stehe bei den Impfungen der vulnerablen (verletzlichen) Gruppen besonders gut da, sagte Bätzing-Lichtenthäler. In den 474 Alten- und Pflegeheimen seien inzwischen mehr als 80 Prozent der Bewohner und gut 70 Prozent der Beschäftigten geimpft, und die mobilen Impfteams erneut in den Einrichtungen unterwegs.

Derzeit seien nur noch 104 Bewohner und 56 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert, vor Beginn der Impfungen Mitte Dezember seien es noch 2026 Bewohner und 826 Beschäftigte gewesen. Dazu hätten auch die Tests beigetragen, fast 1,3 Millionen seien es seit Anfang Dezember, davon mehr als 118 200 in der ersten Märzwoche. Dabei seien 33 Infektionen entdeckt worden.

Nach dem Kreis Germersheim habe auch der Kreis Altenkirchen wegen einer Inzidenz von deutlich über 100 zusätzliche Impfdosen bekommen, sagte die Ministerin.

„Wir setzten alles daran, die Auswirkungen des sehr überraschenden Impf-Stopps mit Astrazeneca so gering wie möglich zu halten“, sagte Bätzing-Lichtenthäler. Hilfreich sei dabei eine höhere Lieferung von Biontech-Impfstoff, Menschen der Prioritätsgruppe zwei müssten sich dennoch gedulden. Im Termin-Pool warteten aktuell rund 350 000 Menschen auf Impf-Termine, darunter 221 000 im Alter von 70 bis 79 Jahren (Prioritätsgruppe 2).

Bei einer Frau aus dem Raum Trier ist nach einer Corona-Schutzimpfung mit Astrazeneca auch eine Thrombose (Blutgerinnseln) in den Hirnvenen festgestellt worden. Die 47-Jährige werde in einer Klinik behandelt, es bestehe keine Lebensgefahr.

In Deutschland hatte das für die Impfstoff-Sicherheit zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) eine Aussetzung der Impfungen mit Astrazeneca empfohlen. Nach Angaben aus dem Gesundheitsministerium wurden in Deutschland bis Dienstagabend insgesamt acht Fälle mit Thrombosen (Blutgerinnseln) in den Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zur Impfung gemeldet. Der Trierer Fall ist nach Einschätzung von Bätzing-Lichtenthäler wohl der neunte.

Die Zahl der Fälle ist demnach statistisch signifikant höher als in der Bevölkerung ohne Impfung. Laut PEI waren die Betroffenen vor allem Frauen. Ob ein kausaler Zusammenhang zwischen Impfung und Thrombose besteht, wird derzeit untersucht.

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