Nach heftiger Hebammen-Kritik – so reagiert das Trierer Mutterhaus

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Foto:dpa

TRIER. In einer ausführlichen Stellungnahme reagiert das Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen auf die Reaktionen bezüglich der aktuellen Hebammen-Berichterstattung. Eine Hebamme der Klinik meldete sich beim DLF (Deutschlandfunk) und berichtete, dass 20 Hebammen des Hauses, trotz Kontakt zu einem Corona-Infizierten weitergearbeitet haben. Dabei betont das Klinikum, dass keine der Hebammen Symptome gezeigt habe und diese ständig getestet wurden – eine Gefahr für Patienten habe zu keiner Zeit bestanden. Hauptkritikpunkt der Hebammen war jedoch vor allem die Tatsache, dass diese aufgrund einer „Teil-Quarantäne“ zwar im Kreißsaal arbeiten durften, jedoch bei denselbigen keine Hausbesuche mehr durchführen durften (viele der Hebammen arbeiten ebenfalls noch als „Selbstständige“ tätig sind.

Die Stellungnahme im Wortlaut:

„In unserem Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen steht die Sicherheit unserer Patienten und Mitarbeiter an erster Stelle. Wie in allen Lebens- und Arbeitsbereichen stellt auch uns die Corona-Pandemie vor große Herausforderungen. Vor allem in der Organisation innerklinischer Abläufe ist zeitnahes Handeln gefordert – je nach aktuellem Stand der Lage. Unser Ziel ist es immer und muss es immer sein, Spezialbereiche innerhalb des Klinikums aufrecht zu erhalten und den Betrieb sicherzustellen.

Aus diesem Grund wurde im Kreißsaal zu einem Zeitpunkt die Entscheidung getroffen, asymptomatische Hebammen, die Kontakt zu einer COVID-positiven Person hatten, unter entsprechenden und angepassten Hygienebedingungen arbeiten zu lassen. Dr. med. Christian Sprenger, Medizinischer Geschäftsführer im Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen sagt: „Rund um die Geburt hat die Hebamme eine der wichtigsten Schlüsselfunktionen. Ohne Hebammen ist ein Kreißsaal und eine Geburtsbegleitung nicht möglich. Und wir wollen und können die Mütter in der Phase der Geburt nicht alleine lassen. Aus diesem Grund haben wir in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und unter Einhaltung spezieller Hygienemaßnahmen die Entscheidung getroffen, diese systemrelevanten Personen arbeiten zu lassen. Selbstverständlich war hier die Voraussetzung, dass die Hebammen asymptomatisch sind und regelmäßig getestet und kontrolliert werden.“
Wir im Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen haben uns genau mit dem Gesundheitsamt abgestimmt und selbstverständlich auch an die Anweisungen des Landes gehalten, wonach eine kritische Infrastruktur aufrecht erhalten werden muss. Demnach gelten Hebammen bereits seit März 2020 zum systemrelevanten Schlüsselpersonal: „Der Betrieb kritischer Infrastruktur, der für die öffentliche Sicherheit und Ordnung, das Gesundheitswesen sowie Ver- und Entsorgung wichtig ist, muss auch während der Corona-Epidemie gewährleistet sein. Dazu gehören Polizeivollzugsdienst, forensische Einrichtungen / Maßregelvollzug, Haftanstalten, und Ver- und Entsorgung Berufsfeuer-wehr, freiwillige Feuerwehr, Katastrophenschutz, Technisches Hilfswerk, Krankenhäuser, Arztpraxen, Öffentlicher Gesundheitsdienst, Notdienste, Rettungsdienste, Pflegeeinrichtungen, Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste,
Behinderteneinrichtungen, Apotheken, Hebammen, medizinische Labore, Zahnärzte, Abfallversorgung, Energieversorger, Wasserver- und Entsorgung.“ Quelle: https://bit.ly/3mUS8i8

Bei unseren Hebammen wurden regelmäßig Testkontrollen gemacht, eventuelle Symptome und die Temperatur kontrolliert. Weder hatten die betroffenen Hebammen im Verlauf Symptome, noch wurde eine einzige Hebamme positiv getestet. Somit bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Mitarbeiterinnen oder Patient*innen. Der Kaufmännische Geschäftsführer Oliver Zimmer betont: „Wir bedanken uns bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Klinikums für ihre hervorragende Arbeit und Unterstützung in diesen schwierigen Zeiten.“ 🙏“

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