Statt Panzermanöver: Spatenstich für Wohnungen im „Walddorf“ in Trier-Feyen

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Baudezernent Andreas Ludwig, EGP-Chef David Becker und Nadja Driessen vom OB-Büro (vorne, v. l.) beim Spatenstich mit Ortsvorsteher Rainer Lehnart und Vertretern der Baufirmen, der Projektsteuerung, der Planungsbüros und der Stadtverwaltung. Foto: Presseamt Stadt Trier

TRIER. Bis in die 1990er Jahre hielten Panzer der französischen Armee auf der Hochfläche über dem Trierer Stadtteil Feyen/Weismark ihre Mänover ab. Inzwischen entsteht auf dem Gelände Triers größtes Neubaugebiet: „Castelnau Mattheis“ ist das nächste Großprojekt der Entwicklungsgesellschaft EGP. Die Planung erfolgte in enger Abstimmung mit dem Rathaus.

„Genau genommen haben wir jetzt Halbzeit“, sagt EGP-Geschäftsführer David Becker. Denn sein Unternehmen hat die Altlastensanierung und den Rückbau von Gebäuden, darunter Schießstände, eine Tankstelle und eine Panzerwaschanlage, bereits abgeschlossen und allein dafür 4,8 Millionen Euro investiert. Mit dem Spatenstich in der vergangenen Woche hat die Verkehrserschließung des Geländes und die Anbindung an die Versorgungssysteme begonnen.

Aus Sicht der Stadtverwaltung soll das Neubaugebiet einen dringend benötigten Beitrag zur weiterhin stark steigenden Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in Trier leisten. Das betonte Nadja Driessen von der Koordinierungsstelle für Bauen und Wohnen im Rathaus, die in Vertretung des von der Coronakrise in Anspruch genommenen Oberbürgermeisters Wolfram Leibe zu dem Termin gekommen war.

Rainer Lehnart, Ortsvorsteher von Feyen/Weismark, hob die Bedeutung der Konversion militärischer Flächen für seinen Stadtteil hervor: „Es gingen zunächst Arbeitsplätze verloren, aber ohne die Konversion hätten wir keine Nahversorgung und keine neue Kita bekommen. Für den Ortsbeirat war es immer wichtig, dass das Gebiet im Ganzen entwickelt wird, ohne dass sich ein Investor einzelne Filetstücke herausschneiden kann. Dafür ist die EGP der richtige Partner.“

Baudezernent Andreas Ludwig ließ in seiner Ansprache den Planungsprozess Revue passieren: von der Beauftragung mehrerer Büros mit Entwürfen zum städtebaulichen Rahmenplan 2015 bis zum Satzungsbeschluss des Bebauungsplans im September 2019, der noch ein juristisches Nachspiel hatte. „Es stimmt, hier wird viel Fläche verbraucht, aber ein Ex-Militärgebiet ist dafür noch am ehesten geeignet“, sagte Ludwig. „Ich freue mich auf ein urbanes Viertel mit einem tollen Mix aus vielen verschiedenen Wohnformen.“

Castelnau Mattheis ist in fünf Teilflächen gegliedert, die bis 2026 nacheinander bebaut werden sollen: „Auf der Höhe“ mit Einfamilien-, Reihen- und Doppelhäusern, „Grüne Höfe“ mit Mehrfamilienhäusern, „Urbanes Walddorf“ mit Einfamilienhäusern, „Stadtterrassen“ mit Einfamilien- und Reihenhäusern sowie „Stadtkrone“ mit Mehrfamilienhäusern.

Die Verkehrsanbindung und die Nähe zum Naturschutzgebiet Mattheiser Wald gehören zu den kritischen Punkten der Planung. Eine gute Busanbindung des Gebiets sei unabdingbar, betonte Ortsvorsteher Lehnart. Ebenso wie eine leistungsfähigere Anbindung an die Moseluferstraße für den Autoverkehr. Im Laufe des Planverfahrens wurden die Baugrundstücke so angeordnet, dass ein ausreichender Abstand zum Naturschutzgebiet besteht. Zugunsten von Wildkatze, Fledermaus, Amphibien und Co. seien schon im Vorfeld zahlreiche Artenschutzmaßnahmen umgesetzt worden, so David Becker.

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Zahlen & Fakten

  • Das Baugebiet „Castelnau Mattheis“ befindet sich auf dem ehemaligen Panzerübungsgelände der französischen Kaserne Castelnau oberhalb von Feyen/Weismark.
  • Das Areal umfasst eine Fläche von 40,2 Hektar, davon sind 14,2 Hektar Bauland.
  • Geplant sind Grundstücke für rund 800 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern, davon mindestens 25 Prozent im geförderten Wohnungsbau. Weitere 159 Grundstücke sind für Reihen- und Doppelhäuser, freistehende Einfamilienhäuser und Bungalows vorgesehen.
  • Die EGP investiert 10,1 Millionen Euro in die Erschließung allein des ersten Bauabschnitts. Insgesamt werden 3,4 Kilometer Straßen neu gebaut, 6,3 Kilometer Kanäle und 45 Kilometer Leitungen (Strom, Telekommunikation) verlegt.
  • EGP-Chef David Becker rechnet damit, dass die ersten Häuser im Teilgebiet „Auf der Höhe“ in der ersten Hälfte des Jahres 2022 bezugsfertig sind.

 

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