Zu wenig Ärtze: Debatte um Personal in Gesundheitsämtern

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Foto: dpa-Archiv/Symbolbild

MAINZ. Inmitten der Corona-Krise wird über die Personallage in rheinland-pfälzischen Gesundheitsämtern diskutiert. Einer Umfrage des SWR zufolge gibt es in zahlreichen Ämtern in den 24 Kreisen des Landes weniger Ärzte als es das Gesundheitsministerium in Mainz für notwendig hält.

Zur Erfüllung der Aufgaben und für eine «bedarfsgerechte Erreichbarkeit» seien durchschnittlich vier Ärzte pro 100 000 Einwohner sowie ein Weiterbildungsassistent pro Gesundheitsamt angemessen, teilte das Ministerium am Montag auf Anfrage mit. Je nach den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort könne der Personalbedarf noch höher sein, etwa wenn es viele Betriebe mit Erntehelfern gebe oder eine Unterkunft für Asylbewerber.

Laut SWR gibt es in drei Kreisen rechnerisch nicht mal zwei Amtsärzte pro 100 000 Einwohner – in den Kreisen Alzey-Worms, Vulkaneifel sowie im Rhein-Pfalz-Kreis. Auf einen Wert von rund vier Ärzten je 100 000 Einwohner kommt demnach nur ein Drittel der Kreise. CDU-Fraktionschef Christian Baldauf sagte: «Die Landesregierung darf nicht so tun, als ob sie bei dieser Debatte nur Zaungast ist – auch, wenn sie diesen Eindruck jetzt nach Kräften erwecken will.» Mit der Kommunalisierung der Gesundheitsämter sei die Verantwortung nicht erloschen. Die Regierung sei dafür zuständig, Kreise und kreisfreie Städte finanziell so auszustatten, dass sie ihre Aufgaben erledigen könnten.

Der Landkreistag hatte bereits Mitte Mai Personalbedarf in den Gesundheitsämtern angemeldet, um die Zusatzaufgaben in der Pandemie stemmen zu können. Die Unterstützung aus der Landesverwaltung und von Ehrenamtlichen helfe im Moment, auf Dauer lasse sich aber nicht auf Freiwillige setzen, sagte der Vorsitzende und Landrat des Kreises Trier-Saarburg, Günther Schartz (CDU), der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe auch einen höheren Bedarf an Hygieneinspekteuren.

Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) teilte mit: «Die zentrale Bedeutung des öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) für den gesundheitlichen Schutz der Bürgerinnen und Bürger zeigt sich gerade in Krisensituationen wie der aktuellen Corona-Pandemie.» Rheinland-Pfalz sei sich der Bedeutung des ÖGD bewusst und stärke diesen seit Jahren. Ein Baustein sei auch die ab kommendem Semester geltende ÖGD-Quote, mit der ein Teil der Medizinstudienplätze an Studierende geht, die sich zu einer ÖGD-Tätigkeit verpflichten.

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3 KOMMENTARE

  1. Wer hat denn noch Lust, unter gewissen Bedingungen im Gesundheitssystem zu arbeiten? Kenne einige Ärzte, die den Berufszweig gewechselt haben. Oder gehen dort hin, wo die Welt noch in Ordnung ist.

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