Einzelhandel klagt über Umsatzeinbrüche – Kontrollen in der Gastronomie

Distanz statt Konsum: Nach dem Wiedereröffnen der Geschäfte in der Corona-Krise sind die Kunden noch nicht in Kauflaune. Wie wird das von diesem Mittwoch an in Restaurants und Kneipen sein?

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Foto: dpa-Archiv

MAINZ. Schutzmaske tragen, Kontaktdaten angeben, Abstand halten: Wenn Restaurants an diesem Mittwoch in Rheinland-Pfalz erstmals in der Corona-Krise wieder öffnen, wird vieles anders sein. Der Einzelhandel leidet nach der schrittweisen Lockerung zunächst weiter unter Kaufmüdigkeit. Die Themen des Tages im Überblick:

EINZELHANDEL – Auch nach der schrittweisen Wiederöffnung der Geschäfte in der Corona-Krise leidet der rheinland-pfälzische Einzelhandel weiter massiv unter Umsatzeinbrüchen. «Wir haben immer noch große Verluste zwischen 40 und 70 Prozent im Vergleich zu den Vor-Schließungszeiten», sagte der Geschäftsführer des Handelsverbandes Rheinland-Pfalz, Thomas Scherer, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Dies liege daran, dass im Moment «nur reiner Beschaffungs- und Bedarfskauf» stattfinde. «Das gemütliche Bummeln mit dem Kaufen über den Bedarf findet nicht statt.»

KONTROLLEN – Viele Einschränkungen in der Corona-Krise müssen von den kommunalen Ordnungsbehörden kontrolliert werden. Von diesem Mittwoch (13. Mai) an kommen noch die Auflagen für die Wiedereröffnung von Gaststätten und Kneipen hinzu. Insgesamt seien die Behörden der Städte seit Beginn der Pandemie stark gefordert, sagte der Geschäftsführende Direktor des Städtetages Rheinland-Pfalz, Fabian Kirsch, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Die Rahmenbedingungen veränderten sich aufgrund der sehr dynamischen Entwicklung ständig.

UNTERRICHT – Lehrerinnen und Lehrer sollen sich nach Ansicht der Kultusministerkonferenz-Vorsitzenden Stefanie Hubig (SPD) auf Fernunterricht nach den Sommerferien vorbereiten. «Es wäre klug, wenn sich Lehrerinnen und Lehrer während der Ferien auch darüber Gedanken machen», sagte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin am Dienstag im RTL/n-tv «Frühstart». Inwiefern ein regulärer Schulbetrieb möglich sein werde, wollte sie nicht einschätzen.

FALLZAHLEN – Die Zahl der Todesopfer in der Corona-Pandemie in Rheinland-Pfalz ist auf mehr als 200 gestiegen. Bislang kamen 207 Infizierte ums Leben, neun mehr als am Montag, wie am Dienstag das Gesundheitsministerium mitteilte. Unter den Todesfällen waren 23 in der Stadt Mainz, 20 im Westerwaldkreis, 19 im Kreis Mainz-Bingen und 18 in der Stadt Koblenz. Bis Dienstag (Stand 10.00 Uhr) registrierten die Gesundheitsämter 6351 Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2. Das sind 0,4 Prozent mehr als am Vortag. Die Geschwindigkeit der Ausbreitung ist damit – verglichen mit zweistelligen täglichen Zuwachsraten Ende März – weiter auf niedrigem Niveau.

HILFE – Wohnungslose, Hartz-IV-Bezieher und Flüchtlinge sind in der Corona-Krise besonders hart getroffen – die Landesarmutskonferenz hat deswegen am Dienstag gezielte Maßnahmen zu ihrer Unterstützung gefordert. «Arme Menschen sind von Krisen immer am stärksten und nachhaltigsten betroffen», erklärten die beiden Sprecher der Landesarmutskonferenz Rheinland-Pfalz, Gerhard Trabert und Albrecht Bähr. «Wenn jetzt allerorten gesellschaftliche Solidarität beschworen wird, dürfen diese Menschen nicht vergessen werden.»

FREIZEITPARKS – Hilfen von insgesamt mehr als 40 000 Euro für die von Schließungen in der Corona-Krise belasteten Zoos hat das Land Rheinland-Pfalz bislang bewilligt. Die Auszahlung des Geldes sei angewiesen worden, teilte das Umweltministerium in Mainz am Dienstag mit. Unterstützung bekommen demnach der Zoo Neuwied, das Reptilium in Landau, der Eifelpark in Gondorf sowie der Tierpark Niederfischbach. Das Land hatte Ende April angekündigt, Futter- und Tierarztkosten für Zoos und Tierparks zu übernehmen, die diesen während der vierwöchigen Schließung aufgrund der Pandemie entstanden sind.

KULTUR – Rheinland-Pfalz hält auch unter erschwerten Bedingungen am Kultursommer fest: Die Veranstaltungsreihe beginnt in dieser Woche im PuppentheaterKultur (PuK) Bad Kreuznach mit einer Sonderausstellung zur Veröffentlichung von Astrid Lindgrens Kinderbuch «Pippi Langstrumpf» vor 75 Jahren. Die Ausstellung wurde eigens für den Kultursommer unter dem Motto «Kompass Europa: Nordlichter» gestaltet.

PERSONAL – Um die Zusatzaufgaben in der Corona-Pandemie stemmen zu können, brauchen die landesweit 24 Gesundheitsämter nach Ansicht des Landkreistages Rheinland-Pfalz langfristig mehr Personal. «Wir müssen einen gewissen Personalstamm haben, weil wir nicht wissen, wie lange die Aufgabe uns beschäftigt», sagte der Vorsitzende des Verbands, der Landrat des Kreises Trier-Saarburg, Günther Schartz (CDU), der Deutschen Presse-Agentur. Die Unterstützung aus der Landesverwaltung und von Ehrenamtlichen helfe «im Moment». «Aber wir können natürlich nicht dauerhaft auf Freiwillige setzen», sagte er.

FESTNAHMEN – Weil sie beim Verkauf von Atemschutzmasken betrogen haben sollen, sind zwei Männer aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz festgenommen worden. Gegen einen 23-Jährigen und einen 49-Jährigen werde wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betruges ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft Koblenz am Dienstag mit. Die Männer sollen demnach Masken mit einfachem Mund-Nasen-Schutz als höherwertige FFP2-Masken verkauft haben. Die Beschuldigten seien am 6. Mai festgenommen worden und sitzen in Untersuchungshaft.

TESTS – Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech erwartet für Ende Juni oder Juli erste klinische Daten zu klinischen Tests eines möglichen Impfstoffs gegen die Lungenerkrankung Covid-19. Bei den Tests in Europa und den USA gehe es darum, Sicherheit, Wirksamkeit und optimale Dosierung von vier verschiedenen Impfstoffkandidaten zu ermitteln, sagte Vorstandschef Ugur Sahin in einer Telefonkonferenz.

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