Wettbewerb „Mehr Zeit für Familien“ – Ministerin gibt Siegerkommunen bekannt

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MAINZ/TRIER. Viele Familien leiden unter Stress und Zeitnot: Um sie im Alltag zu unterstützen, hat Familienministerin Anne Spiegel im Rahmen ihrer Familieninitiative „Familie – ein starkes Stück“ einen Wettbewerb zur kommunalen Zeitpolitik gestartet. „Wir wollen Familien gemeinsam mit den rheinland-pfälzischen Kommunen ganz konkret helfen und ihnen mehr Zeit für ihr Familienleben verhelfen“, erklärte Ministerin Spiegel.

Daher konnten sich rheinland-pfälzische Kommunen mit ihren Projektideen auf eine Auszeichnung von bis zu 15.000 Euro bewerben.

Inzwischen stehen die Siegerinnen und Sieger des Wettbewerbs fest, bei dem 13 Projektbewerbungen aus zwölf verschiedenen Kommunen im rheinland-pfälzischen Familienministerium eingegangen sind.

Eine Jury aus externen Expertinnen und Experten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Familienministeriums hat folgende Kommunen ausgezeichnet, die eine Auszeichnung erhalten:

Landkreis Bernkastel-Wittlich – ausgezeichnet mit: 15.000 €
Landkreis Cochem-Zell – ausgezeichnet mit: 15.000 €
• Stadt Ludwigshafen – ausgezeichnet mit: 15.000 €
• Verbandsgemeinde Maifeld – ausgezeichnet mit: 15.000 €
• Verbandsgemeinde Puderbach – ausgezeichnet mit: 15.000 €
Stadt Trier – zwei Projekte ausgezeichnet mit insgesamt: 15.000 €
• Landkreis Westerwaldkreis – ausgezeichnet mit: 10.000 €
• Verbandsgemeinde Katzenelnbogen – ausgezeichnet mit: 5.000 €
Landkreis Trier-Saarburg – ausgezeichnet mit: 5.000 €

„Ich freue mich, dass wir so viele gute Projekte auszeichnen können, die eine große Entlastung für Familien bedeuten“, erklärte Anne Spiegel. „Das Thema mehr Familienzeit ist mir auch persönlich sehr wichtig. Als berufstätige Mutter von vier Kindern weiß ich, dass es nicht immer leicht ist, Familie und Arbeit unter einen Hut zu bringen“, betonte die Ministerin. „Arbeitszeit, Pendelzeiten, Kita- oder Schulöffnungszeiten, ÖPNV Taktzeiten und Öffnungszeiten von Kinderärztinnen und -ärzten oder auch von Verwaltungen sind nicht immer so aufeinander abgestimmt. Dadurch entstehen oft unnötige Warte- oder Fahrzeiten, worunter die gemeinsame Familienzeit leidet“, so Spiegel weiter. Der Wettbewerb zur kommunalen Zeitpolitik, der konkrete Verbesserungen und Prozesse vor Ort anstößt, ist in dieser Form bundesweit einzigartig. „Rheinland-Pfalz beschäftigt sich als erstes und bisher einziges Bundesland in ganz Deutschland strategisch und systematisch mit dem Thema Zeitpolitik für Familien“, erläuterte die Ministerin. Das Familienministerium hat bereits 2018 die Studie „Mehr Zeit für Familien in Rheinland-Pfalz“ sowie einen Praxisleitfaden mit konkreten Handlungsvorschlägen für Kommunen veröffentlicht.

Bei einer Pressekonferenz zu dem aktuellen Wettbewerb stellten mit der Gemeinde Puderbach sowie den Städten Ludwigshafen und Trier gleich drei Siegergemeinden
ihre Projektideen vor.

„Wir haben ein Konzept eingereicht, bei dem die Freizeit- und Sportaktivitäten der Kinder zeitlich und örtlich mit den Freizeit- und Sportaktivitäten der Eltern zusammengelegt werden“, erklärt zum Beispiel der VG-Bürgermeister aus Puderbach, Volker Mendel.

In Trier plant die Wirtschaftsförderung eine Umfrage in den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in der Stadt. Es soll abgefragt werden, welche Bedürfnisse Eltern in
den Unternehmen haben und was Unternehmen tun können, um mehr Familienzeit zu schaffen. So sollen hier zum Beispiel die Arbeitszeiten in den Unternehmen und die
Kita- und Schulöffnungszeiten in der Stadt besser aufeinander abgestimmt werden. „Das Ziel ist klar: Kinder und Karriere – viele wollen beides und nicht nur eines davon.
Oft ist es jedoch so, dass Arbeits- und Betreuungszeiten so schlecht zusammenpassen, dass eine Familie kaum gemeinsam frühstücken kann. Zahlreiche Eltern schaffen
täglich die große Herausforderung, die Kinder zur Kita bringen und rechtzeitig zur Arbeit zu kommen. Andere Eltern bringen ihre Kinder zu Kita und haben Leerlaufzeiten,
bis zum Beginn ihrer eigenen Arbeitszeit, die sie am Nachmittag besser gebrauchen und gestalten könnten. Dem wollen wir begegnen und die Familien stärker unterstützen.
Denn die Abstimmung dieser Zeiten bedeutet einen echten Mehrwert für Familien, aber auch für Unternehmen in Trier“, freute sich der Trierer Oberbürgermeister
Wolfram Leibe und er verweist zudem auf die eigene Verantwortung als Arbeitgeber.

„Wir als Stadt haben jetzt Betreuungskoffer angeschafft. Im akuten Bedarfsfall können Eltern ihre Kinder mitbringen und diese erhalten dann den Koffer mit kindgerechten
Angeboten. Damit müssen die Eltern also nicht ad hoc Urlaub einreichen, um Ihre Kinder zu betreuen.“

Die Stadt Ludwigshafen wurde bereits 2016 im Rahmen der Studie „Mehr Zeit für Familien“ untersucht. Dabei kam heraus, dass manche Angebote, die die Stadt Ludwigshafen
für Familien anbietet, bei den Familien gar nicht bekannt sind, oder dass sie ganz anders bewertet wurden, wie man es im Jugendamt bisher angenommen hatte.

Die Stadt Ludwigshafen möchte daher Informationslücken schließen und Angebote den Elternwünschen anpassen. „So können beispielsweise unsere Ferienbetreuungsangebote in Ludwigshafen stärker beworben und zielgerichteter ausgestaltet werden“, verdeutlichte die Ludwigshafener Bürgermeisterin Prof. Dr. Cornelia Reifenberg. „In der Regel ist es so, dass die Ferienzeiten der Kinder sehr viel höher bemessen sind, als die Urlaubszeiten der Eltern.
Mütter und Väter versuchen dieses Problem häufig dadurch zu lösen, dass sie getrennt voneinander Urlaub nehmen, um die Ferienzeit der Kinder so unter sich aufzuteilen.

Das bedeutet natürlich, dass die ganze Familie keine gemeinsame Ferienzeit erleben kann. Für Alleinerziehende kommen solche Absprachen erst gar nicht in Frage.
Eine bedarfsgerechte Ferienbetreuung kann hier Abhilfe schaffen“, ergänzte Reifenberg.

Damit alle rheinland-pfälzische Kommunen von dem Wettbewerb profitieren können, sollen ihnen die Projektideen zur Verfügung gestellt werden. Zu einem späteren Zeitpunkt
sollen die Ergebnisse der Projekte aufgearbeitet und ebenfalls für alle zugänglich gemacht werden.
Da einige interessierte Kommunen signalisiert haben, dass sie für ihre Bewerbung mehr zeitlichen Vorlauf gebraucht hätten, soll es im Sommer dieses Jahres noch eine
zweite Runde des Wettbewerbs geben. „Das Thema Familienzeit und Unterstützung für Familien wird uns also noch einige Zeit begleiten“, kündigte Anne Spiegel an.

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