UNTREUE und BETRUG – Trierer Anwalt legt Geständnis ab

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Bildquelle: Wikimedia Commons

TRIER (dpa/lrs). Im Prozess wegen Untreue und Betrugs hat der angeklagte Trierer Rechtsanwalt alle Vorwürfe eingeräumt. „Es stimmt so, wie es in der Anklage steht“, sagte der 55-Jährige am Donnerstag vor dem Landgericht Trier. Er habe Gelder einer Mandantin in Höhe von gut 13 000 Euro für sich behalten. Zudem habe er als Pflichtverteidiger über falsche Angaben mehr Geld vom Gericht kassiert, als ihm zustand. „Ich war damals in einer schweren Lebenskrise und hatte erhebliche finanzielle Probleme“, gab er an.

Zuvor hatten sich Staatsanwaltschaft, Gericht und Verteidigung in einem Gespräch darauf geeinigt, dass der Anwalt im Falle eines Geständnisses mit einer Freiheitsstrafe zwischen sechs bis zwölf Monaten rechnen kann. Diese solle zur Bewährung ausgesetzt werden, sagte der Vorsitzende Richter Armin Hardt. Laut Verteidiger Jürgen Hött würde das bedeuten, dass der Angeklagte seine Zulassung als Anwalt behalten dürfte.

Der Anwalt habe für die Mandantin Forderungen eingetrieben, das Geld aber nicht an sie weitergeleitet, sagte Staatsanwalt Ole Nannen. Das Geld habe er zur Tilgung von Verbindlichkeiten oder für eigene Zwecke verwendet. Der Mandantin soll er später mitgeteilt haben, gegen ihn laufe ein Insolvenzverfahren – eine Erstattung sei zunächst nicht möglich. Der Jurist hatte Mitte 2014 ein Insolvenzverfahren beantragt, das noch nicht abgeschlossen sei. Im selben Jahr wurde er geschieden.

Der Fall werde wegen seiner besonderen Bedeutung vor dem Landgericht und nicht vor dem Amtsgericht verhandelt, sagte Hardt. Der Angeklagte sei ein bekannter Strafverteidiger, der in vielen Prozessen in der Region und bundesweit tätig gewesen sei. Außerdem handele es sich bei den Vorwürfen „keinesfalls um eine Bagatelle, sondern um Kriminalität mittleren Ausmaßes“. Der Prozess geht am 15. August weiter.

2 KOMMENTARE

  1. Interessant dass man den Namen aussen vor lässt obwohl sich der Anwalt doch vor seinem “ Sturz “ doch immer gerne in der Presse präsentierte.
    Im Falle des Betrugsverfahrens eines örtlichen Politikers hatte man weniger scheu denjenigen mit Namen vor zu führen.

    • fjs konz
      Ich ahne, wer es ist. Es war ziemlich ruhig in der letzten Zeit um ihn.
      Keine deftigen Schlagzeilen mehr, das fällt halt auf.
      Mit dem Hinweis auf die Politiker wurde der Nagel aber von sowas auf den Kopf getroffen.
      Wie heißt es doch: Eine Krähe……

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