„Baukasten-Kitas“ für Trier

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Für den Neubau der Kita in Feyen stellt das Büro „Bau Eins“ aus Kaiserslautern einen Entwurf für ein zweigeschossiges Gebäude vor.

Bildquelle: „Bau Eins“

TRIER. Die Stadt Trier plant den Bau mehrerer Kindertagesstätten nach einem innovativen Baukasten-System. Dieser Ansatz wird erstmals beim Neubau der Feyener Kita umgesetzt.

Die Stadt Trier ist gesetzlich verpflichtet, für jedes Kind ab dem zweiten Lebensjahr den Rechtsanspruch auf eine Tagesbetreuung umzusetzen. Derzeit fehlen aber noch mehr als 700 Plätze für Kinder im Vorschulalter. Trotz laufender oder noch geplanter Ausbauprojekte sind weitere Anstrengungen nötig: durch Neubauten, vor allem in Baugebieten mit vielen jungen Familien, aber auch durch die Sanierung und Erweiterung vorhandener Gebäude. Das gilt zum Beispiel für Stadtteile, in denen Wohnsiedlungen nachverdichtet wurden.

In manchen Fällen, wie in Pfalzel, ist auch ein Ersatzneubau nötig, weil das bisherige Kita-Gebäude zu marode ist. Um diesen aufwendigen Ausbauprozess bei möglichst günstigen Kosten zu beschleunigen, planen die städtische Gebäudewirtschaft und das Jugendamt unter dem Stichwort „Baukasten-Kita“ die Errichtung mehrerer drei- bis siebengruppiger Kindertagesstätten nach einem einheitlichen Planungs- und Baukonzept. Dieser Ansatz wird erstmals beim Neubau der Feyener Kita neben der Grundschule und danach in Pfalzel umgesetzt.

Für die Konzeptionierung und Planung der „Baukasten-Kita“ fand ein europaweiter Teilnahmewettbewerb nach der Vergabeverordnung statt. Nach dem Start des Verfahrens im September 2016 hatten sich 14 Büros beworben, von denen fünf zu einem Verhandlungsverfahren eingeladen wurden, vier sagten zu. Ihre eingereichte Konzeptidee wurde mit jeweils 4000 Euro pauschal vergütet. Die Jury aus externen und internen Spezialisten erteilte schließlich den Zuschlag an das Büro „Bau Eins“ aus Kaiserslautern.

Die bei dem Baukasten-Projekt in der Regel zweigeschossigen Gebäude sind für Krippen mit Kleinkindern ebenso geeignet wie für Kindergärten und Horte mit Schülern bis 14 Jahre. Das städtische Standardraumprogramm kann umgesetzt werden, weil die flexiblen Gebäude für Tagesstätten mit Kindern verschiedenen Alters geeignet sind. Die Baubeschlüsse für konkrete Projekte können schneller und unkomplizierter auf den Weg gebracht werden, weil die Planungsgrundlagen bereits vorliegen und nur angepasst anstatt neu erstellt werden müssen.

Neben dem erwarteten Zeitgewinn bietet ein solches Konzept nach Einschätzung der städtischen Gebäudewirtschaft weitere Vorteile, vor allem wenn künftig der Baustoff Holz eine stärkere Rolle spielt. So haben ein gewisser Vorfertigungsgrad der Gebäude-Elemente und eine Bündelung von Gewerken positive Auswirkungen auf die Bauzeit und die Kostensicherheit, auch weil beim Planen und Bauen „im Baukasten“ mit festen Mengenansätzen gearbeitet wird. Zudem sind die Urheberrechte an dem Konzept nun bei der Stadt als Auftraggeber. Die Baukastenplanung und der Besitz der Rechte an diesem Modell ermöglicht es, einzelne oder alle Leistungen auch selbst auszuführen. Dieser Ansatz sorgt nach Einschätzung der Gebäudewirtschaft für eine wirtschaftlichere Planung und einen besonders effizienten Personaleinsatz.

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