6.300 Kita-Kinder begegnen sich bei den Heilig-Rock-Tagen

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Bildquelle: Bistum Trier

TRIER. „Wir sind Pilger“ schallt es durch die Windstraße, den Durchgang zwischen dem Trierer Dom und dem Museum am Dom. Stolz tragen die kleinen Kinder aus Faid ihren mit bunten Bändern geschmückten Pilgerstab und stimmen in das Lied „Wir sind auf dem Weg zu Jesus“ ein. 

Insgesamt 6.300 Vorschulkinder aus den katholischen Kindertagesstätten (Kitas) des Bistums haben sich am 12. und 13. April auf den Weg nach Trier zu den Heilig-Rock-Tagen gemacht. Am Dienstag waren 3.200 Kinder da, am Mittwoch nochmal 3.100. Jeweils zum Abschluss des Tages feierten sie Gottesdienst im Dom mit den Weihbischöfen Robert Brahm und Dr. Helmut Dieser. „Ich freue mich, dass ihr nach Trier gekommen seid, um Spaß zu haben und Jesus zu begegnen“, sagt Brahm. Die Begegnungstage standen unter dem Motto „Danke lieber Gott, du bist gut zu mir“ mit dem Heiligen Martin als zentraler Figur, der in diesem Jahr seinen 1.700. Geburtstag hätte.

Martin hat seinen Mantel mit einem Bettler geteilt und damit etwas Gutes getan. Das ist auf der eiförmigen Pilgerplakette aus Holz zu sehen, die die Kita-Kinder zu Beginn des Tages vom Organisationsteam der Begegnungstage erhalten. Im Gottesdienst legt eine Erzieherin einem Kind vor dem Altar eine Decke um. „Das ist weich, und wärmt“, sagt der Junge. „So, wie die Decke uns Menschen umhüllt, ist Gott“, erklärt Brahm. Es sei „ein Zeichen der Liebe Gottes“, was Martin getan habe. „Auch wir sollen Gutes tun mit unseren Möglichkeiten.“ Dem anderen Kind helfen die Jacke zuzumachen oder Geschwister trösten – die Kinder haben viele Ideen, wie diese Möglichkeiten aussehen könnten. Auch in den Workshops beschäftigen sie sich auf unterschiedliche Weise mit dem Thema „Gutes tun“, ob beim Gestalten von „Schmunzelsteinen“ oder beim „Handeln mit Herz – wie der barmherzige Samariter“.

Eine zentrale Rolle spielt auch der Heilige Rock, der im Dom aufbewahrt wird. „Ich finde es wichtig, dass den Kindern in Erinnerung gerufen wird, dass Jesus ein Mensch war wie wir, mit seinem einfachen Gewand“, sagt Tatjana Kolb, Erzieherin in der Integrativen Kita in Niederfell. Er habe keine Unterschiede gemacht zwischen Arm und Reich, Kranken und Gesunden. Als Brahm nach dem Kleid Jesu fragt, wissen alle Kinder, wo es liegt und zeigen mit dem Finger darauf. Am Morgen haben sie mit ihren Gruppen die Heilig-Rock-Kapelle besucht. Begeistert stürmen sie hinein, reihen sich um den Schrein und berühren „die Schatzkiste“, wie sie den Aufbewahrungsort liebevoll nennen. „Es ist so schön hier: Der Boden und die Kristalle gefallen mir besonders gut“, sagt Ilyas (5) aus der Kita St. Hubertus in Körperich. „Ich bin froh, dass wir hier waren und die Schatzkiste gesehen haben.“

Die einen Kindern freuen sich besonders auf den Besuch in der Kapelle, andere auf die Angebote rund um den Dom und Michael (5) aus der Kita St. Elisabeth in Saarwellingen-Schwarzenholz ist vor allem wegen des Kindergottesdienstes da. „Mir gefällt die Musik so gut.“ Mit rund 3.200 Kindern, Erzieherinnen und Erziehern sowie Eltern, Großeltern und Geschwistern, fällt der Gesang im voll besetzten Dom besonders kräftig aus. Nora (5) aus dem Katholischen Kindergarten in Adenau sagt zum Abschluss: „Ich fand es toll heute hier.“ Manche etwas müde, aber dennoch stolz den Pilgerstab mit Martinsplakette haltend, machen sich die Kinder auf den Heimweg und zerstreuen sich wieder im ganzen Bistum.

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