Ab Juli kostet der Kölner Dom Geld: Jetzt steht der Eintrittspreis fest

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Ab Juli kostet der Kölner Dom 12 Euro Eintritt – Gottesdienstbesucher sind aber ausgenommen. (Thomas Banneyer / dpa )

KÖLN. Es ist eine Entscheidung mit Symbolkraft – und sie dürfte bundesweit für Diskussionen sorgen: Der Kölner Dom wird ab dem 1. Juli 2026 für touristische Besucher kostenpflichtig. Das Domkapitel hat am heutigen 2. Juni die Details zum neuen Besichtigungskonzept vorgestellt. Künftig kostet der reguläre Eintritt in den Innenraum des weltberühmten Gotteshauses 12 Euro.

Damit macht ausgerechnet eines der bekanntesten Wahrzeichen Deutschlands Schluss mit dem Prinzip des freien Zutritts für alle Besucher. Kostenlos bleibt der Dom zwar weiterhin für Gottesdienstbesucher, für Menschen, die persönlich beten wollen, und für alle, die im Nordquerhaus eine Kerze entzünden möchten. Doch für klassische touristische Besuche gilt ab Sommer: ohne Ticket kein Eintritt in den Innenraum.

12 Euro Eintritt – Kinder bis 13 Jahre frei

Der Preis steht nun fest: 12 Euro werden für Erwachsene fällig. Eine ermäßigte Besichtigungsgebühr von 6 Euro gilt für Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren, Auszubildende, Studierende, Begleitpersonen von Schülergruppen sowie Inhaber eines in Nordrhein-Westfalen ausgestellten Sozialpasses. Kinder bis einschließlich 13 Jahre erhalten künftig freien Eintritt. Das gilt nicht nur für den Dom-Innenraum, sondern auch für Schatzkammer und Turmbesteigung.

Das Domkapitel reagiert damit nach eigenen Angaben auch auf die öffentliche Debatte der vergangenen Wochen. Dompropst Guido Assmann erklärte, man habe zahlreiche Rückmeldungen berücksichtigt. Ein Punkt wurde dabei besonders hervorgehoben: „Kinder bis einschließlich 13 Jahre erhalten künftig freien Eintritt“.

Warum der Kölner Dom jetzt Geld verlangt

Die Begründung ist eindeutig: Es geht um Geld – und um den langfristigen Erhalt der Kathedrale. Das Domkapitel will den laufenden Betrieb und die Finanzierung des Doms mit dem neuen Besichtigungskonzept „langfristig auf eine tragfähige Grundlage“ stellen. Der Eintritt soll also helfen, die steigenden Kosten für Erhalt, Schutz und Betrieb des Doms abzufedern. Gleichzeitig sollen Rücklagen für künftige Anforderungen aufgebaut werden.

Das ist kein kleiner Schritt. Der Kölner Dom zählt zu den bekanntesten Bauwerken Europas, ist UNESCO-Welterbe und zieht seit Jahren Millionen Menschen an. Dass ausgerechnet hier künftig ein Eintritt verlangt wird, ist deshalb nicht nur eine finanzielle Entscheidung, sondern auch eine kulturelle Zäsur.

Wann und wie Besucher künftig in den Dom kommen

Touristische Besucher können den Innenraum ab dem 1. Juli 2026 mit einem gültigen Ticket über das Westportal betreten. Die regulären Besichtigungszeiten liegen montags bis samstags zwischen 10 und 17.45 Uhr, sonntags und an kirchlichen Feiertagen in der Regel zwischen 13.30 und 16.30 Uhr. Der Zugang für Gebet und Kerzen bleibt über das Nordportal auf der Bahnhofsseite weiterhin offen.

Tickets sollen sowohl online als auch vor Ort erhältlich sein. Der Online-Vorverkauf startet am 15. Juni 2026. Zusätzlich richtet der Dom ab Juli eine zentrale Ticketkasse am Roncalliplatz 2 ein. Besucher können dort täglich Tickets für Dom-Innenraum, Schatzkammer und Turmbesteigung kaufen.

An zwei Tagen bleibt der Dom für alle frei

Ganz ohne Eintritt bleibt der Kölner Dom auch künftig nicht nur für Betende. Das Domkapitel kündigte an, dass der Dom am 1. Mai und am 3. Oktober künftig ganztägig kostenlos besichtigt werden kann. Damit will man offenbar zumindest an ausgewählten Tagen den freien Zugang für alle erhalten.

Warum die Entscheidung für so viel Wirbel sorgt

Die Einführung des Eintritts war seit Monaten angekündigt worden – doch erst mit der heutigen Preisverkündung wurde klar, wie tief der Einschnitt tatsächlich ist. 12 Euro für einen Dom-Besuch sind eine markante Schwelle. Kritiker sehen darin eine Entfremdung eines sakralen Ortes vom freien Zugang, Befürworter verweisen auf die enormen Kosten für Unterhalt und Sicherheit. Selbst prominente Stimmen aus Köln reagierten laut dpa zwischen Ablehnung und Verständnis.

Klar ist: Der Kölner Dom bleibt als Gotteshaus offen – aber als Sehenswürdigkeit bekommt er ab Juli ein Preisschild. Für Millionen Touristen, Tagesgäste und Köln-Besucher wird sich der spontane Abstecher in Deutschlands bekannteste Kathedrale damit grundlegend verändern.

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