Prozessauftakt am Landgericht Trier: Angeklagter gesteht Beteiligung an Schockanrufen

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Ein Justizbeamter steht in einem Gerichtssaal. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

TRIER – Vor dem Landgericht Trier hat am Montag der Prozess gegen einen 37-jährigen polnischen Staatsangehörigen begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, als Logistiker einer international agierenden Bande in neun Fällen an sogenannten Schockanrufen beteiligt gewesen zu sein.

Die Täter täuschten Opfern in Trier, Bitburg und Bayern am Telefon tödliche Unfälle von Angehörigen vor, um hohe Kautionszahlungen zu erpressen. Der Gesamtschaden beläuft sich auf rund 470.000 Euro. Neben dem finanziellen Verlust leiden viele Opfer laut Zeugenaussagen von Polizeibeamten unter schweren psychischen Folgen.

Die Rolle im Hintergrund der Organisation

Der Angeklagte übernahm innerhalb der kriminellen Struktur offenbar eine zentrale administrative Rolle. Er soll die Geldabholer koordiniert, Mobiltelefone zur sicheren Kommunikation verteilt und das erbeutete Geld entgegengenommen haben. Um den reibungslosen Ablauf zu garantieren, stattete er die Kuriere zudem mit gefälschten Arbeitsverträgen aus. Diese Verträge sollten bei eventuellen Polizeikontrollen als Tarnung dienen. Vor Gericht gab sich der 37-Jährige zunächst wortkarg und verfolgte das Geschehen ruhig über eine Dolmetscherin.

Verständigung führt zu einem Teilgeständnis

Der Wendepunkt des ersten Prozesstages resultierte aus einem rechtlichen Verständigungsangebot des Vorsitzenden Richters. Für ein Teilgeständnis der gut dokumentierten Fälle stellte das Gericht einen Strafrahmen von dreieinhalb bis vier Jahren in Aussicht. Nach Absprache mit seiner Verteidigung räumte der Angeklagte ein, Handys und gefälschte Unterlagen an eine Abholerin übergeben zu haben. Er gab an, die Stelle im Internet fälschlicherweise als regulären Kurierjob angetreten zu haben. Das Urteil wird nach der Vernehmung weiterer Zeugen für Mitte Juni erwartet.

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