TRIER. Es ist ein Moment voller Stolz für Ahmad Kayyal, Roba Karim und ihre drei Söhne, Noah, Mousa und Adam, als sie ihre neue deutsche Staatsbürgerschaft in den Händen halten. Zusammen mit 31 weiteren Menschen aus acht verschiedenen Ländern bekamen sie diese in einem feierlichen Rahmen in den Räumen des ehemaligen St. Clara Klosters durch Oberbürgermeister Wolfram Leibe überreicht.
Das Paar, das aus Syrien stammt, hat lange auf diesen Moment gewartet. „Zu viel gewartet“, sagt Roba Karim, die gemeinsam mit ihrem Mann bereits seit 11 Jahren in Trier lebt. „Wir kamen zuerst alleine, meine Frau und ich“, erzählt Kayyal weiter, „mittlerweile sind wir zu fünft. Unsere drei Söhne sind alle hier in Trier geboren.“ Für die Veranstaltung haben sich die drei extra schick gemacht, mit weißem Hemd und Fliege. Auf die Frage, was ihnen die Einbürgerung bedeutet, antwortet das Paar mit: „Eigentlich alles: Sicherheit, Freiheit, ein gutes Leben und eine Zukunft.“
Wie wichtig die Einbürgerung für alle Anwesenden ist, betont auch Dmitry Ukolov: „Es bedeutet mehr Rechte, mehr Freiheit und mehr Ordnung“. Er musste aus seinem Heimatland Russland fliehen und lebt bereits seit sieben Jahren, mittlerweile zusammen mit seiner Frau, in Trier. Kontakt zu seiner Familie hat er derzeit nur noch über Online Videochats. Als Zufluchtsort wählte er Deutschland, unter anderem, weil seine Großmutter ihm die Sprache beibrachte. Woher diese Deutsch konnte, blieb immer ein Mysterium für Ukolov: „Zu Zeiten der Sowjetunion wurden deutschsprachige Menschen verfolgt. Deshalb wurde nie wirklich darüber geredet.“
Der Amtsleiter des Amtes für Ausländerfragen, Christoph Grünen, reflektierte über die Besonderheit der Veranstaltung: „Die Einbürgerung ist ein wunderbarer Moment, der das Engagement und die Integration unserer Mitbürger sichtbar macht. Zu sehen, wie stolz die Menschen auf ihre neue Staatsangehörigkeit sind, erfüllt mich mit großer Freude.“ Die Antragsteller kamen aus acht verschiedenen Ländern: Syrien, Aserbaidschan, Pakistan, Vietnam, Belarus, Iran, Russland und der Ukraine. Oberbürgermeister Wolfram Leibe sagte: „Mit dieser Veranstaltung möchten wir Ihnen Wertschätzung entgegenbringen und Sie einfach herzlich willkommen heißen.“
Zusätzlich stellte er in seiner Rede die Frage „Was bedeutet eigentlich Deutsch sein?“: „Die Nachbarn in den USA haben gesagt, Deutsch heißt Lederhosen und Sauerkraut. Aber ich mag kein Sauerkraut, und Lederhosen habe ich als Kind getragen. Ich vermute, dass diese Frage auch in Ihren Familien gestellt wurde.“ Es gäbe keine abschließende Antwort, so Leibe. „Ich würde sagen, nach den Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg sind das Demokratie und dass wir zusammenleben wollen in diesem Land, trotz aller Schwierigkeiten. Aber ich würde mich freuen, Sie irgendwann mal in der Stadt zu treffen, und Sie sagen mir dann, was Deutsch ist.“
Die deutsche Staatsbürgerschaft zu erlangen, erfordere momentan rund eineinhalb Jahre Bearbeitungszeit, erzählt Archsana Manoharan vom Amt für Ausländerfragen. Der Prozess beinhalte, dass nach einem ersten Kontakt ein Fragebogen ausgefüllt wird, damit geprüft werden kann, ob erste Anforderungen für eine Einbürgerung erfüllt seien. Anschließend könne ein Antrag gestellt werden, woraufhin das Amt eine Sicherheitsanfrage stelle, die an andere Behörden weitergeleitet wird, um die Hintergründe der jeweiligen Person zu prüfen. Bei einer erfolgreichen Antragsstellung folgt die Einbürgerung, jedoch nicht immer in einem feierlichen Rahmen. „Die meisten Einbürgerungen sind Über-Tisch-Einbürgerungen, die im Büro stattfinden“, ergänzt Manoharan. „Einmal im Jahr findet dann eine Feier im größeren Rahmen statt.“
Bei dieser wurde, neben dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne, musikalisch begleitet durch Frau Solbes (Harfe) und Frau Liao (Oboe) von der städtischen Karl-Berg-Musikschule, auch ein feierliches Gelöbnis abgegeben, das eine Verpflichtung zum Grundgesetz beinhaltet. Insgesamt wurde die Einbürgerungsfeier sehr positiv aufgenommen, mit vielen, die sich am Ende bedankten. Auch Ahmad Kayyal und Roba Karim bestätigten: „Es war sehr schön.“ (Quelle: Stadt Trier)



















